Da uns nun so ganz langsam die authentischen Lehrer altersbedingt ausgehen, muss ich die Frage von oben erweitern um die - vielleicht naive - Frage, ob es nicht automatisch zur Verfälschung jeglicher "reinen" Lehre kommen muss und in wie weit man dies zu tolerieren hat, wenn es denn nur einigermaßen nachvollziehbar ist?
Beispiel:
Kase sensei hat unter beiden Funakoshi trainiert und den Sohn als eigentlichen Trainer bezeichnet.
Mit ihm kam Shirai sensei nach Europa, um hier zu bleiben, ebenso wie Kase.
Niemand wird behaupten wollen, dass beides nicht hervorragende Karateka sind.
Sind sie nach Gibukais Definition aber noch in der Shotokan-Linie?
Über Kase sensei und Kase-ha haben wir hier und anderswo schon vortrefflich diskutiert.
Wie aber will man Meister Shirai definieren, wenn er selbst von Shotokan spricht und sicherlich keinerlei Gründe hat, irgendwelches Brimborium darum zu machen, hat er gar nicht nötig.
Ist auch nicht sein Stil, wenn man ihn kennt.
Und dann geht das ja weiter.
Es gibt genügend gute Karateka, die in dieser "Linie" stehen, zwangsläufig nicht mehr in Japan bei den Meistern trainiert haben, weil zu jung. Aber dennoch jahrzehntelange Trainingspraxis bei Leuten wie Kase, Shirai, Fugazza, Campari usw.
Alles kein Shotokan mehr? Interessant, mal darüber nachzudenken.
Ich ducke mich gleich weg, wenn ich daran denke, dass M° Fugazza in 10 Tagen bei mir einen LG gibt....




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