Ich war weder Opfer, noch wollte ich mich prügeln, noch dachte ich an Selbstverteidigung. Bei mir war es reiner Zufall. In dem Dorf, in dem ich damals als junger Teenager lebte, gab es sage und schreibe vier Sportangebote: Fußball, Handball, Laufen und Karate. (War wirklich ein kleines Dorf.) Wie alle anderen Jungs ging ich natürlich zum Fußball. (Natürlich zum Stolz meines Vaters, der Fußballfan war.) Sehr schnell bemerkten die Trainer und ich, dass ich absolut kein fußballerisches Talent hatte. So verbrachte ich mehr Zeit auf der Ersatzbank als auf dem Platz. Also wollte ich mir etwas anderes suchen. Doch was? Handball fand ich irgendwie "mädchenhaft". Wer nimmt denn schon einen Ball in die Hand und wirft ihn? Ein Ball war doch zum Treten da.
Also blieb noch Laufen übrig. Och nö, da war meine Schwester schon drin. Und weil ich sie jeden Tag ohnehin schon zu Hause sah, wollte ich nicht auch noch in ihren Laufverein eintreten. Außerdem fand ich Laufen langweilig. Was machte man denn da außer Laufen? So blieb also nur noch Karate. Doch was war nun Karate? War das dieser Sport, wo man Bretter und Ziegelsteine zerschlägt? (Ich war damals 13 Jahre jung und hatte keine Vorstellung von Karate.) "Also gut", dachte ich. "Geh doch einfach mal hin." Gesagt, getan. Ich kam also in die Halle und da waren all die anderen Kinder und Jugendlichen in diesen weißen Anzügen und den bunten Gürteln, die scheinbar "geheimnisvolle" Übungen machten. Diese verschiedenen Gürtelfarben schienen auch irgendeine Bedeutung gehabt zu haben. Sofort merkte ich, dass es irgendwie "anders" und "spannend" war. Ich durfte auch (in Joggingsachen) gleich mitmachen. Also habe ich versucht, das zu machen, was mir gesagt wurde und schielte immer heimlich nach rechts, weil links von mir niemand mehr stand.Ich merke sofort: "Das ist es!" Der Rest ist (meine persönliche Karate)-Geschichte.
![]()





Ich merke sofort: "Das ist es!" Der Rest ist (meine persönliche Karate)-Geschichte.
Mit Zitat antworten