Erst mal das Wichtigste: Gute Besserung und wenn jemand darüber schmunzelt, darfst Du ihn - wenn Du wieder gesund bist - gerne nett dafür stupsen.
Prinzipiell sehe ich’s wie Schnüffler und richtiges Auskurieren sorgt nicht nur dafür, dass es ganz ausheilt (und man sich nichts selbst verbockt), es geht meist auch schneller. Im Zweifel lieber eine Woche länger ausfallen und dafür das Problem nicht noch ein halbes Jahr mit sich schleppen - und eingeschränkt trainieren können.
Das Wichtigste und die höchste Priorität sollte immer sein, die Verletzung vollständig und ohne bleibende Schäden auszukurieren.
Wenn Du Deinen Körper gut kennst (und Dein Ego im Griff hast), kann man auch locker und entspannt um viele Verletzungen herum trainieren und zumindest nicht ganz auszufallen. (Ich hab da z. B. das BJJ Techniktraining lieben gelernt, wenn man dann noch Partner hat, die trotzdem gerne und freiwillig mit einem trainieren und auch kein Problem damit haben, wenn sie bei manchen Übungen eine Dreiergruppe bilden müssen, weil es nicht geht, kann man sogar (teilweise) das Gruppentraining mitnehmen.)
Sonst - wenn es Deine Psyche verpackt, nicht mitmachen zu können und es Dich nicht komplett frustriert - kann man auch am Rand sitzen und zuschauen oder sich mit der Theorie beschäftigen etc. Bei den „kleinen“ Geschichten sehe ich es wie Schnüffler und betrachte es eher als kurzen Urlaub - in der Zeit habe ich dann immer Angst, mit Sofa oder Bett zu verschmelzen und jede unnötige Bewegung wird vermieden. Genau dasselbe mit dem darum herum Trainieren. Wenn Du nicht damit klarkommst, es in einem angemessenen Rahmen zu halten oder sogar komplett den Schongang zu fahren und Dich nur locker zu bewegen, nicht die Möglichkeit, Trainingspartner und das Körpergefühl hast, bleib lieber vom Training ganz weg...
Eine der dämlichsten Entscheidungen, die ich mal getroffen habe, war es durch ein „lächerliches“ Schienbeinkantensyndrom (und noch ein paar Kleinigkeiten) über ein halbes Jahr (5-6x pro Woche) durchzutrainieren und ich doch nicht wegen so einer Kleinigkeit ausfallen wollte... Die ersten 4 Monate fleißig weiter mit Seilspringen, Joggen, vielen harten Kicks etc. und am Schluss „nur“ das normale Gehen, Blocken etc. und das hat sich dann wirklich ewig gezogen, bis das mal vollständig weg war und ich habe schlussendlich dementsprechend dann lange das reguläre Training verpasst bzw. saß im Stuhl vor dem Sandsack (usw.)... Genauso sehe ich es, wenn man mit Knieverletzungen im Stand mit trainiert; am Boden funktioniert das wiederum (häufig) echt gut, im Stand kann ich gut um Verletzungen der Arme rumtrainieren, am Boden fand ich das wiederum schwer (zufriedenstellend) möglich. Größere Geschichten oder Verletzungen der Wirbelsäule usw. nehmen einen bspw. meistens komplett aus dem Spiel oder man lernt, die Damen oder ganz leichten Herren als Trainingspartner zu lieben. Ist eine sehr individuelle Geschichte. Dabei ist auch ein guter Trainingspartner, der viel Rücksicht nimmt, auch mal mitdenkt, gutes Körpergefühl und Verständnis hat und nicht nur auf sich fokussiert ist, Gold wert; die leider im Stand oder wettkampforientierten Gruppen doch eher seltener sind...
Ich fand es auch immer sehr angenehm, den Wiedereinstieg in „befreundeten“ Gruppen oder zumindest den eigenen Freizeit- und Breitensportgruppen zu vollziehen, da ich dort weniger Probleme hatte, den Schongang zu fahren oder auch mal das Team „im Stich zu lassen“ bzw. aufgeben zu müssen und nicht als Gruppe zu ziehen und zu motivieren. Auch ist es sehr angenehm, wenn niemand das „eigentliche“ Niveau kennt oder sich mit einem messen will. Ich bin dann gerne mal als „fortgeschrittener Anfänger“ eingeschätzt worden, weil mehr Leistung einfach nicht abgerufen werden konnte - es nimmt zwar niemand Tipps/Kommentare für voll, aber das ist nicht mein Problem - während ich in meinem Team ganz anders angepackt worden wäre; das sollte man jedoch mit seinem eigenen Trainer klären und kann dazu führen, dass man sich ewig nicht mehr auf die heimische Matte traut bzw. zu schlecht ist...
Der Wiedereinstieg - insbesondere wenn man bestimmte Dinge nicht mehr kann/können wird oder wirklich deutlich schlechter ist - ist immer wieder eine absolute Qual... Dann steigt man gerne zu früh ein oder übertreibt es.
Wenn Du angenehmere Möglichkeiten gefunden hast, wie man das (physisch wie psychisch) durchsteht und nicht gefrustet ist, freue ich mich über Tipps. Ich hatte seit Ende 2016 auch ziemliches Pech... (Ach und nicht einfach weiter essen, wie bisher, sonst ist das zwar sehr angenehm, doch kann’s dann so laufen, dass Du davon ausgehst, dass es Dich (weit) kürzer beschäftigt/einschränkt und Du viel früher wieder 100% dabei bist, als es schlussendlich läuft und Du dann gleich noch Probleme mit dem Gewicht hast
. Das ist auch so eine vermeidbare Dummheit...)
Ach und Tape ist etwas Wundervolles, wenn auch sehr teuer - ich hab seit Ende 2016 ca. 25 Rollen Leukotape verbraucht und es hat sich immer gelohnt, besser als jede fertige Bandage etc..
Denk auch immer daran, dass die Chance weit größer ist, Dich erneut/anderweitig zu verletzen, wenn Du verletzt trainierst und Du teilweise aktiv schauen musst, dass Du Dir keinen Blödsinn aneignest.
(Sonst das Übliche zur Regeneration, Ernährung usw.)
Andererseits bin ich da evtl. auch der falsche Ansprechpartner, da mich die meisten Verletzungen nur 3-5 Tage von der Matte ferngehalten haben, ich Großteils bereits in der nächsten Einheit wieder ganz leicht (und ohne groß zu schwitzen) für mich trainiert habe und wieder mehr - ohne die Verletzung zu belasten! - eingestiegen bin, sobald die Entzündung weg war. Da war dann eigentlich alles dabei von 2 Wochen Pause nach einer OP bis dass ich direkt am nächsten Tag (z. B. nach einem Meniskusriss oder Unterarmbruch) wieder auf der Matte stand/lag (bzw. sogar so dämlich war und noch die Einheit, in der ich mich verletzt habe, beendet habe
) und locker um die Verletzung herum trainiert oder andere trainiert habe und ich auch gerne für so Zeug wie entspanntes Sparring mit einem Arm auf dem Rücken zu haben war
. Ich muss mir wohl auch mehrere Verletzungen zugezogen haben, von denen ich selbst nichts weiß bzw. an die ich mich nicht erinnere und auch bspw. mal einen Rippenbruch fälschlich für eine leichte Prellung gehalten und ganz/relativ normal weitertrainiert haben etc.
Das sind Erfahrungswerte und wie gut man seinen Körper kennt, im Zweifel würde ich dazu raten, lieber zu lange auszufallen als zu kurz und es nie zu übertreiben. Je nachdem wie gut Du Deinen Körper kennst und wie oft/schwer Du schon verletzt warst etc. Man muss das richtige Mittelding (bzw. die richtige Gewichtung der Situation) finden zwischen „harmlos, lediglich Schmerzen, die ich ohne weitere Konsequenzen aushalten kann“ und einem Komplettausfall. Dafür gibt es gute Sportärzte. Den normalen Hobby- und Freizeitsportlern - zu denen ich Dich zumindest damals nicht gezählt hätte
- muss das allerdings kein Kopfzerbrechen bereiten und da spielt es auch keine nennenswerte Rolle, ob sie 2 Wochen oder 2 Monate aussetzen, der Wiedereinstieg härter wird etc., solange es ihnen damit gut geht
.
Meiner Erfahrung nach setzen der Großteil der Sportler (viel) zu lange aus, doch solange sie zurückkommen, gibt es Schlimmeres.
(Ach und ich setze eine tatsächliche Verletzung voraus, die einen einschränkt und vom Training fernhält. Nachdem es auch die Fraktion gibt, die erst einmal 4 Wochen ausfällt, weil man einen blauen Fleck am Schienbein hat und das wehtut, wenn man da drauf drückt - aber dazu gehörst Du nicht.)
Grundsätzlich habe ich für mich das Motto: Irgendetwas geht regelmäßig immer, solange man das Ego aus dem Spiel lässt, nachdenkt und auf den Körper hört. Im Zweifel jedoch (andere) lieber pausieren lassen und immer Rat von dritter Seite einholen, wenn man sich nicht sicher ist.
Ich hab da wirklich schon alles gesehen, vom Rollstuhl, über Krücken, Verbänden, Gipsverbänden, Orthesen usw. auf der Matte und man hat immer (gemeinsam) etwas hinbekommen.
Jetzt musst Du die ganzen Punkte nur noch besser umsetzen als ich. Wobei es da schon sehr hilft, wenn man einen Trainer und Sportarzt hat, die sich um einen kümmern und man nicht nur auf sich gestellt ist.
PS: Es geht hier ausschließlich um Verletzungen und nicht Krankheiten!
LG
Vom Tablet gesendet.





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. Genau dasselbe mit dem darum herum Trainieren. Wenn Du nicht damit klarkommst, es in einem angemessenen Rahmen zu halten oder sogar komplett den Schongang zu fahren und Dich nur locker zu bewegen, nicht die Möglichkeit, Trainingspartner und das Körpergefühl hast, bleib lieber vom Training ganz weg...
. Das ist auch so eine vermeidbare Dummheit...)
) wieder auf der Matte stand/lag (bzw. sogar so dämlich war und noch die Einheit, in der ich mich verletzt habe, beendet habe
. Den normalen Hobby- und Freizeitsportlern - zu denen ich Dich zumindest damals nicht gezählt hätte
- muss das allerdings kein Kopfzerbrechen bereiten und da spielt es auch keine nennenswerte Rolle, ob sie 2 Wochen oder 2 Monate aussetzen, der Wiedereinstieg härter wird etc., solange es ihnen damit gut geht
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