Zitat Zitat von jkdberlin Beitrag anzeigen
Irgendwie kommt es mir immer so vor, als ob das "nur Sport" Argument abwertend oder herunter stufend benutzt wird.
Mag sein, dass das teilweise so ist. In meiner Argumentation war es eine neutrale Feststellung, keine Abwertung. Die Ziele im Sport sind einfach andere. Eine möglichst Verletzungsfreie Auseinandersetzung von zwei Kontrahenten die ungefähr gleich schwer und gleich stark sind und sich darüber hinaus über einen gewissen Zeitraum auf genau dieses Messen vorbereitet haben. Das ist eine respektable Leistung. Das sind ja auch alles Leistungssportler.

Bei "zivilen" Auseinandersetzungen ist das eben nicht so. Da weiß man oft nicht, dass es gleich los geht. Da ist man eben nicht immer bereit, gut vorbereitet, aufgewärmt, gedehnt, etc. Auch die Distanz ist schnell eine andere.

Man kann das ja auch bei den guten Sport-Karateka beobachten. Da wird auch oft abschätzig über das "Gehopse" gelästert und wie unrealistisch das alles ist. Ich habe schon mit Kaderathleten trainiert und war selbst überrascht wie unfassbar schnell und präzise die Attacken sind und auch wie hart. Die Jungs und Mädels können aus Distanzen angreifen, die ich nicht für möglich gehalten habe und das auch in einer Geschwindigkeit, dass eine Abwehr kaum möglich ist. Und auch wenn man es nicht sieht, hinter den Kicks und Schlägen steckt Bumms und das nicht zu wenig. Aber auch diese Sportler haben sich ideal an das Regelwerk und die Distanz angepasst. Ist das vergleichbar mit einer Auseinandersetzung in einer Bar oder in einer Fußgängerzone? Vielleicht partiell, wenn man die gewohnte Distanz hat. Aber die Jungs und Mädels rechnen auch nur mit den bekannten Angriffen und brauchen einige Zeit um sich auch auf Schwinger, Lowkicks und andere Würfe umzustellen.

Sie bringen aber wichtige Dinge mit: Kondition, Schnelligkeit, gutes Distanzgefühl, Nehmerqualität, gute Physis, etc. Das vermisst man beim Breitensportler oder "SV-Experten" ja manchmal schon.