@ Junger Tiger. Jetzt mal schon mehr im Ernst, da du dir offensichtlich aufrichtig Gedanken machst . Auch wenn manche dieser Gedanken m.E. daneben liegen.

Es ist sehr gefährlich (für sich selbst und für die Gesellschaft/Menschheit insgesamt), wenn man sich entscheidet, ob man fundierte und überprüfte Daten, Gegebenheiten, Erkenntnisse usw. annehmen will oder nicht, auf folgender Basis: Finde ich diese Daten usw. aus moralischen oder philosophischen oder politischen oder gar geschäftlichen Erwägungen passend/nützlich/schön oder nicht? Mit anderen Worten: Ich will etwas nicht glauben/akzeptieren, selbst wenn es mehrfach belegt ist, weil Konsequenzen von dieser Akzeptanz mir nicht gefallen. Vielleicht sind diese Konsequenzen tatsächlich herausfordernd oder nicht schön, aber dann müssen wir eben versuchen, mutig, kreativ und produktiv damit umzugehen. Sonst heißt es irgendwann: "2 plus 2 soll IMMER 4 sein? Das schränkt mich so sehr in meiner persönlichen Freiheit ein, das ist so was von rigide, dass ich das einfach nicht akzeptieren kann. Und ab jetzt baue ich Brücken oder plane die Wirtschaft auf einer Basis, die mir besser gefällt."

Natürlich darf man und muss man über manche Sachen streiten, Dinge in Frage stellen. Die Wissenschaft hat natürlich auch längst nicht alles verstanden/erfasst. Aber dann so weit wie möglich auf der Basis von Empirismus, Vernunft und Belegbarkeit, nicht ob es mir philosophisch/moralisch/geschäftlich passt. In 1633 wurde Galileo Galilei von der Inquisition verurteilt, weil er (wissenschaftlich/mathematisch fundiert) argumentierte, dass sich die Erde um die Sonne drehte und nicht andersrum. Hauptargument der Inquisition: Das widerspricht den Aussagen der Bibel. Also schuldig. M.a.W.: Das passt uns religiös und soziopolitisch nicht, also erkennen wir es nicht an. Mit deinem Argument, Junger Tiger, bewegst du dich letztlich in die gleiche Richtung.