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Thema: Wing Chun trifft Zhong Xin Dao

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  1. #11
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    Das ist ein schwieriges Feld.

    Ja, "Kampfkunst" hat sich, zumindest im Grossen und Ganzen, oft mit dem Umbringen von Menschen beschäftigt. Ausnahme waren die Wächter die in einem abgeschlossenen Umfeld eher selten mit Waffen konfrontiert waren, und die Urheber von Ärger aufgrund deren Stellung eh nicht hätten umbringen dürfen. Die musste man dann ein bischen bremsen, indem man sie zu Boden wirft ohne dass die nicht wieder aufstehen. Auch "Kneipen-Schlägerei-Stile" waren nicht grundsätzlich darauf ausgerichtet, gegnerische Mitspieler in jedem Fall zu exekutieren. Wenn ich im Dorf den Nachbarn verhauen muss, dann möchte ich nicht danach die ganze Verwandschaft am Hals haben, oder erledigen müssen. Emotional irgendwie nicht nett wenn man sowas täte. Kriegerische Spiele wie Ringkämpfe wurden in allen Kulturen in der Regel gerne zur Schaffung militärischer Fähigkeiten genommen, waren aber per se eben nicht dazu gedacht jemanden kalt zu machen. Die sollten ja kräftig werden und nicht häufig zur Reduzierung der Mitspieler führen. Beim mongolischen Ringen geht niemand drauf, in den meisten anderen Kulturen in der Regel auch nicht. Wettkämpfe mit besonders widerlichen Regeln mal ausgenommen.

    Sobald man in "gefährliches Kämpfen" einsteigt mit räuberischen, brutalen, kriminellen Elementen, ist dann Schluss mit lustig. Das betrifft dann auch das Agieren mit Messern, da geht es wirklich darum so schnell wie möglich jemanden final wegzubekommen, und sich zügig einem nächsten zuwenden zu können. Wobei Messer hier liberal gesehen werden muss, das kann ein kleines verdecktes Messer im Ärmel, ein Hackmesser von Unterarmlänge oder halt ein Kurzschwert sein. Manche spätere Kreise waren auch im Polizei-, Militär- und Geheimdienstumfeld angesiedelt, deren Ziel war militärischer Nahkampf beim Entkommen oder Eindringen in Bereiche. Aus den Kreisen kommen dann auch diese Messerkampfstile, da ging es nicht um Duell sondern um schnell endgültig ausschalten ohne Lärm oder langen Kampf. Ich denke allerdings dass es bei Leuten aus solchen Umfeldern nicht "immer" und nur um das Umbringen von Leuten ging, sonst hätte es da keine Prügelelemente gegeben.


    Was uns dann zur anderen Seite der Medaille bringt, und eher zum Kern der Diskussion. Jeder Tradition die sich nicht mit Umbringen beschäftigt die Berechtigung abzusprechen, ist krankhaft, und sicher kein Hinweis auf gute Menschen. Selbst wenn mehr als die Hälfte solcher "Argumentation" was mit Schalk und Leute verarschen zu tun hat. Bodenlos ist, so zu tun als wäre es als Nicht-Psychopath möglich, total kaltlächelnd Leute umzubringen und "kein Problem" damit zu haben. Kein Problem stimmt nicht, man KANN es tun, aber sicher nicht "leicht". Ohne Zögern, sicher. Mit "Grund", der den Impuls auslöst. Im Nachhinein völlig ohne jegliche Regung zu sein, da kenne ich nur schwer gestörte Leute die so sind. Alle anderen hatten zumindest später reichlich Probleme. Sonst wäre man auch ein emotionstoter Mensch.

    Und ein Vertreter der Kreise zu sein, die sich mit dem härteren Kampf beschäftigt, wie auch immer, bedeutet nicht dass man jeden anderen als "Hampel" bezeichnen muss. Das ist dann eher in der emotionalen Stabilisierung verortet. Ich kann die MT-Kämpfe von Daria als "äh, ok ..." empfinden, ohne die persönlich ständig dafür angreifen zu müssen, oder auch 8 Jahre später jeden Fortschritt in Abrede zu stellen. Wenn ich der Meinung bin da ist nicht viel los, sage ich einfach gar nichts. Hat was mit Würde zu tun. Lustigerweise bin ich früher im Anblick von "schlechtem Kungfu" auch immer ausser Kontrolle geraten, gut ist sowas nur nicht unbedingt. Als Lehrer war ich immer daran interessiert, den Leuten dann einfach beizubringen wie es anders ginge. Ohne verbales Reinkloppen. Bei den ILC-Übungen ist da gar kein Raum für besonders aggressives Motzen.
    Geändert von Klaus (11-04-2019 um 16:26 Uhr)
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