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Thema: Andrade vs Namajunas - erlaubte Technik?

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  1. #12
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    Zitat Zitat von Soldier Beitrag anzeigen
    Sorry, aber du hast von Jura genau so wenig Ahnung wie von Kampfsport. Du darfst auch in einem WK einen Gegner nicht bewusst töten. Aber du darfst Techniken einsetzen, die den Tod zur Folge haben können - wenn das alles regelkonform war und du das nicht wolltest, wird ermittelt und du wahrscheinlich freigesprochen.
    Aber das gibt es bei anderen Sportarten genau so. American Football, Rugby, Fußball..... enthalten jede Menge Techniken, welche schwer Verletzen können, eventuell sogar tödliche Verletzungen zur Folge haben können, und sind dennoch in dem Rahmen von Training und Spiel mit freiwilligen Teilnehmern legal.
    Du hast nichts begriffen.
    Der Unterschied zwischen Vollkontakt und anderen Sportarten ist darin begründet, das bei VK schwere Verletzungen das primäre Ziel sind.
    Natürlich werden diese nicht so bezeichnet, ein schweres Schädel-Hirn Trauma nennt man lieber KO.

    Der Knackpunkt ist, dass bei VK-Sportarten völlig anerkannt ist, dass ein Kämpfer seinen Gegner unter Umständen tötet, um zu gewinnen. Siehe den Wurf hier.
    Ob bei der Gegnerin das Genick bricht oder nicht wird in keinster Weise von dem Kämpfer beeinflusst, dieser unternimmt nichts, um das Risiko für seinen Gegner in irgendeiner Form zu reduzieren. Diese vollständige Skrupellosigkeit beim Kampf wird nicht nur durch Prämien unterstützt, sondern zeigt letztendlich, dass das Leben von Menschen bei diesen Kämpfern keinerlei Wert hat.

    Natürlich hätte die gleiche Organisation, die jetzt eine Prämie für diesen Wurf bezahlt hat, im Todesfall Krokodilstränen vergossen. Natürlich wäre die gleiche Kämpferin, die den Kopf ihre Gegnerin mit voller Wucht auf den Boden schmetterte, im Todesfall "selbst am Boden zerstört". Aber das ist aus meiner Sicht leeres Geschwätz.
    Die Leute sind nur auf sich selbst fixiert, deren eigenes Geschäft, deren Erfolg zählen.

    Zitat Zitat von Soldier Beitrag anzeigen
    Wenn du nach ein paar Monaten Training einen Menschen bedenkenlos totgeschlagen hättest, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass DU das Problem bist und nicht der Sport. Armeen trainieren ihre Soldaten jahrelang, mit seit Jahrhunderten erprobten Methoden um den beim gesunden Menschen vorhandene Impuls, andere nicht zu töten, möglichst beherrschbar zu machen ....
    Und wieder nur Unsinn.
    Jede Armee braucht grundsätzlich skrupellose Soldaten, die auf Befehl andere Menschen töten, ohne das zu hinterfragen. Männer, Frauen, Kinder. Deren soziale Konditionierung wird dabei zerstört. Dafür braucht eine Armee nicht Jahre, sondern nur die wenigen Monate in der Grundausbildung.

    Was glaubst du, warum die Armeen dieser Welt typischerweise aus 18-20 jährigen bestehen? Weil in einer modernen Armee tagelange Gewaltmärsche bevorstehen, die ein 40 jähriger körperlich nicht schafft? Wohl kaum.

    Zitat Zitat von Soldier Beitrag anzeigen
    Auch hier wieder - das bist du. Wenn ich jemanden im Sparring niedergeschlagen habe, haben ich mich über die gelungene Technik gefreut, ja. Aber die Sorge um meinen Trainingspartner hat sofort und immer überwogen, jedes mal. Und ich glaube, das geht den meisten anderen genau so - zumindest war es bei den Leuten mit denen ich trainiert habe so.
    Glaube ich dir nicht. Diese "Technik" Story dient nur dem Zweck, die eigene Motivation auf eine sterile Ebene zu heben.
    Beispielsweise bei MMA spielt Technik -entgegen der häufigen Aussagen- keinerlei Rolle. Das primäre Ziel ist die Zerstörung des Gegners.
    Das ist schon sehr gut am Regelwerk zu erkennen - es gibt keine unterschiedliche Bewertungen von Techniken in dem Sinn, dass Techniken innerhalb eines Punktesystems verschieden gewichtet werden. Es zählt einzig deren Auswirkung auf den Gegner. Technik ist nur Mittel zum Zweck, den Gegner zu vernichten, Technik selbst bringt keinerlei Punkte.

    Insofern glaube ich auch niemandem aus der MMA Szene, dass er sich über eine Technik freut. Der freut sich über die Wirkung, beispielsweise, wenn sein Partner schmerzverzerrt am Boden liegt oder aufgibt. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass das niemand einräumt oder einräumen kann. Der Show halber wird erwartet, dass man besorgt tut.

    Ich denke es ist aus psychologischer Sicht unmöglich, mit richtig Krafteinsatz auf jemanden einzuschlagen oder einzutreten, der einem was bedeutet, dessen Gesundheit oder Wohlergehen einem wichtig ist. Das schließt sich gegenseitig aus. Wenn ich das mache, muss mir -mindestens in diesem Moment- dessen Gesundheit und Leben völlig gleichgültig sein. Alles andere ist Selbstbetrug. Und das ist im Training nicht anders.

    Das Erstaunliche ist, dass ich in mehreren Interviews bzw. Aussagen hier im Forum nahezu wortgleich eine bestimme Aussage gehört habe:
    Natürlich will man den Trainingspartner nicht verletzen, sonst hat man ja niemanden mehr zum trainieren.

    Der Satz belegt genau das, was ich denke und glaube, selbst beobachtet zu haben:
    Der Partner ist völlig egal, es geht nur um einen selbst. Der Partner wird nicht nur auf ein Trainingsgerät reduziert, mit dem man pfleglich umgehen sollte, damit man selbst keinen Nachteil hat - der Satz offenbart das Fehlen jeglicher menschlichen, sozialen Komponente.

    Witzig gemeint, aber eigentlich ein brutales Eigentor.

    Davon abgesehen ist ein natürlich schon dahingehend falsch, dass Verletzungen einzelner Partner eine tiefgreifende negative Auswirkung auf den durchschnittlichen MMA Kämpfer haben. Ich glaube nicht, dass mehr als 10% der Leute in einem Gym echte Wettkampf-Vorbereitung betreiben - für die normalen Kämpfer sind die Partner beliebig austauschbar.

    Das zeigt in meinen Augen deutlich, dass hier gelogen wird, dass sich die Balken biegen.
    Du wirst viel in so einem Gym finden - Ehrlichkeit ist mit Sicherheit das Letzte.
    (Übrigens wird auch in dem Punkt Ehrlichkeit bewusst verwässert: Die Tatsache, dass unterlegene, leistungsschwache Kämpfer diese Tatsache in der Regel sehr schmerzhaft erleben, wird mit "Ehrlichkeit" dieser Sportart gleichgesetzt. Das hat aber überhaupt nichts mit einem ehrlichen Umgang untereinander oder zu sich selbst gegenüber zu tun.)

    Ich bin mir übrigens absolut sicher, dass du unter Boxern/MMA Kämpfern eines Gyms statistisch ein vielfaches an Gewalttätern hast als im normalen Durchschnitt der jeweiligen Altersgruppe. Auch das deckt sich absolut mit meinen Beobachtungen/Wissen, wer aus meinem Umfeld/Bekanntenkreis entsprechend trainiert.

    Die Auswahl einer bestimmten Sportart ist nicht immer durch den Zufall bestimmt. Auch charakterliche Stärken oder Defizite sind daran beteiligt.
    Geändert von kelte (21-05-2019 um 08:58 Uhr)

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