Und das gilt nicht nur für Demos, sondern auch für die alltägliche Praxis auf der Matte in dem Aikido, das ich bis jetzt kennen gelernt habe. Es erinnert mich an die Sichtweise von Ellis Amdur, wie sie in diesem Beitrag auf Aikiweb schön zusammengefasst ist, nach der es Toris Aufgabe ist, Uke die Erfahrung des Ukemi zu ermöglichen.
Beispiel Kotegaeshi: Fortgeschrittene und fitte Aikidoka lieben es (jedenfalls in meinem Dojo), als Reaktion auf einen Kotegaeshi mit einem lauten Wumms zu fallen, so ungefähr wie hier von den Ukes des Doshu oder noch deutlicher hier von Shirakawa demonstriert. Das mag vielleicht für einen naiven Beobachter spektakulär und effektiv aussehen (ein Aikido-Kritiker würde das als "Fake" interpretieren). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: von einem erfahrenen Nage auf diese Art geworfen zu werfen, macht Spaß (natürlich sofern man einige Erfahrung im Fallen hat), dehnt und kräftigt die Handgelenke, setzt aber voraus, dass ich mich auf Nages Können und Absichten verlassen kann. Natürlich ist es möglich, den Uke so fies zu werfen, dass er nicht schön flach aufkommt, das machen dann aber nicht die Fortgeschrittenen sondern eher über-ambitionierte Anfänger. Das ist also ein Beispiel, das bei einer "geschmeidigen Kata" die Partner zusammen üben und nicht gegeneinander kämpfen.
Übrigens: Aus der Sicht von Ellis Amdur ist die Aikido-Technik der eigentliche Angriff, mit dem umzugehen Uke lernt.
Die Kluft zwischen diesem theoretischem Anspruch Hiroshi Tadas und der Praxis in meinem Heimat-Dojo und den wenigen Aikido-Dojos, wo ich in letzter Zeit zu Gast war* und natürlich von unzähligen YouTube-Demos, ist doch unübersehbar und meiner Meinung unüberbrückbar. Und das ist für mich auch gut so.
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*) einschließlich der Trainingseinheit von letztem Wochenende






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