
Zitat von
Klaus
Das Üben von Aktionen per Vorstellung hat in jedem Fall auch den Effekt, dass man sich mit den emotionalen Begleiterscheinungen auseinandersetzt. Man wirft in der NBA ja nicht einfach nur einen Ball in einen Korb, das können reichlich Spieler mit einer irren Quote im Training. Man wirft einen Ball in einen Korb, während es um den nächsten grossen Vertrag im 2-3 stelligen Mio-Bereich geht, um die Anerkennung seiner Entourage, seiner Ische, seiner Vertragspartner, NBA-Kumpels, Fans, Antifans, Erinnerungen an Spielen auf einem Betonplatz mit miesen Typen in der Schule, Schimpftiraden vom Onkel, starken Eindrücken vor einem Spiel oder Training, und so weiter, geht. Das spielt alles mit rein, und darum haben die einen Spieler die im Training 90% werfen auf dem Feld im Ligaspiel auf einmal eine Quote von 28%, während der andere Spieler im Tunnel zeitweise 47% seiner Dreier vom Parkplatz mit Hand im Gesicht trifft.
Geht man nun, während man völlig ungestört ist, im Geiste diese Würfe durch, werden diese Erinnerungen mit angeregt, und man bekommt viel Zeit sich mit denen auseinanderzusetzen. Im Optimalfall solche Dinge zu verarbeiten, so dass sie eben nicht mehr hochkommen, sondern nur mitschwingen in einem Gefühl das "ok" ist. Darum spielt der eine Tennisspieler (Djokovic, Federer) wie eine Maschine, während sich der andere (Zverev) fast ein Bein abhackt während er spielt und mit den Emotionen nicht klar kommt.
Manchmal hat man natürlich auch Eingebungen, was man anders machen könnte, aber die kommen an sich auch während man tatsächlich wirft, im Training, und sich gehen lässt.