Bin nicht fireflea, denke aber er betrachtet da einiges als aus dem Kontext gerissen und hingebogen, damit´s paßt.
Abernethy bezeichnet sein Zeug als Bunkaijutsu, das ist inhaltlich schon Unsinn.
Bunkai heißt zerlegen, das bedeutet, Du nimmst die Sequenzen, suchst Dir eine passende Anwendung und meinst damit kämpfen zu können.
Dummerweise ist das reengineering, bleibt auch nicht aus, da die Formen ohne Anwendungserläuterung weitergegeben wurden.
Bei der Weitergabe haben sich natürlich auch Fehler eingeschlichen, bzw. wurde z.T. versucht, eine Kunst zu schaffen.
Desweiteren ist bei Abernethy vieles aus dem Judo eingeflossen und er ist auf dem englischen Markt tätig, deswegen das theatralische
zurückgehen vom niedergestreckten Gegner (CCTV gelle).
Man kann das alles so machen, möglicherweise funktioniert das auch, greift aber viel zu kurz.
In meinen Augen ist reengineering legitim, da man ja, wie Kanken so schön darstellt, keine ununterbrochene Übertragungslinie hat.
Allerdings muß man da naklar ein paar Dinge beachten.
Wer hat was, wo, wozu, für wen geschaffen?
Tja, weiß auch keiner so genau.
Bevor Du also Verständnis für eine Kata/Form entwickeln kannst, mußt Du halt schon vieles wissen.
Oder einen kompetenten Lehrer finden, der schon weiter ist.
Da waren sie wieder unsere 3 Probleme.
Da Du Kendo betreibst, hast Du bereits eine grobe Vorstellung von Raum und Zeit nehme ich an, da Kendo ja aus viel Sparring besteht.
Im Karate findest Du häufig Begriffe aus Kendo und Judo, das ist einerseits hilfreich, andererseits Gift.
Weiterhin gibt´s dann extrem unglückliche Übersetzungen.
Da trennt Abernethy sich auch nicht von, das ist in meinen Augen sehr unglücklich, zeigt es, daß es ihm vermutlich gar nicht auffällt.
Wenn Dein Lehrer damit arbeitet ist es allerdings schon ein deutlich besserer Ansatz, bloß halt recht am Anfang.
Nach Abernethy kann er sich McCarthy antun, das geht schon deutlich tiefer, Evan Pantazzi, Rick Hotton, Enfield/Taira, danach zurück zu Asai, Enoeda, Kase.

In meinen Augen gibt es nicht DIE Katainterpretation.
Du findest da Übungen, aus dem QiGong, Iron Shirt, Waffenarbeit neben allen möglichen waffenlosen Anwendungen und taktischen Konzepten bunt gemixt.
Dazu eine Haufen von eingebauten Fehlern, obendrauf hahnebüchene Ideen zu Anwendungen.
Sicher ist, daß derjeniger, der die Kata erstellt hat, eine Vorstellung davon hatte, was er für sich selbst oder Schüler durch die Zeit bewahren wollte.
Bedeutet, inhaltlich war der Stoff bekannt, trainiert und sollte im Zusammenhang erinnerungsfähig eingeschliffen werden, deswegen kann man davon
ausgehen, daß die die meisten Kata Partnersets zum drillen waren, es wird also ein Teil einer zweiteiligen Form weitergegeben.
Weiterhin kann man davon ausgehen, daß die Einzelbilder (Positionen) mit großen Bewegungen dargestellt wurden (vom Einfachen zum Schwierigen).
Kata sind also Standbilder, wenn Du einen Film drehen willst, mußt die Zeit zwischen den Positionen mit Bewegung füllen.
Das wird aber meist nicht gemacht, die reden alle immer nur von *dachi, lustig, wenn Kämpfen doch bewegen heißt.
Sollte erstmal langen für Dich, denke ich ´mal?!
Die Reise geht deutlich weiter/tiefer.