Es scheint gerade bei Typen wie der Sturmsense eine sehr grosse Varianz der Formen zu geben: die Konstruktion mit dem umgebogenen Sensenblatt sehen wir hier auf einem Handbuch von 1794: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegs...sy_i_piki.jpg; Gut erkennbar sind hier auch die eisernen Schaftfedern, die verhindern sollen, dass der Schaft hinter der Spitze von gegnerischen Klingenwaffen abgeschlagen werden kann (der Legende nach eine Innovation aus den Türkenkriegen). Wenn wir aber allein auf Wiki bleiben, finden wir siebzig Jahre später auch wesentlich spitzere Klingenformen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegs...hemen_1863.PNG Generell würde ich sagen, dass man damit durchaus zustossen kann, es ist nur je nach Krümmung die Frage, ob denn ein gerader Stoss mit horizontal gehaltener Waffe die beste Wirkung erzielt oder ob es in Hinblick auf die Schadenswirkung besser ist, die Spitze von oben oder der Seite her in das Ziel zu kurven oder zu "schnappen". So oder so ein ziemlich fieses Ding, auch wenn die Wirkung im Einzelfall sicher stark von der verwendeten Variante und den spezifischen Fähigkeiten des Anwenders abhängt. Dann ergibt sich natürlich noch die Frage, gegen wen oder was das Ding eingesetzt werden soll: gegen Plattenrüstungen war es vermutlich direkt nicht so der Bringer (z.B. im direkten Vergleich mit der Helmbarte im 14. Jh.), gegen Pferde und ungerüstete Soldaten dagegen sicher zeitlos effizient.
Und schliesslich finden wir in dem klassischen Nachschlagewerk von Wendelin Böheim - der die Sturmsense übrigens eher kritisch bewertet - auf fig. 414 noch eine Kriegssense, die noch einen geraden "Gabelzinken" für Stiche direkt nach vorne hat und über eine Tülle am Schaft befestigt ist. Auf Fig. 415 dann noch eine Variante mit zwei Sensenblättern und einer Speerspitze dazwischen - ebenfalls zurückgeführt auf die Türkenkriege -, die über "Federbolzen" und Löcher in den Sensenblättern mit den benachbarten Waffen zusammengekoppelt werden kann, um eine schwer zu durchbrechende Reihe bzw. laut Böheim "Maschine" zu bilden. Damit hätten wir dann dezidierte Formen für den kriegerischen Einsatz, nachweislich gekoppelt mit spezifischen Taktiken und somit weit mehr als nur eine Behelfswaffe. Scans und Textauszug hier: https://www.barbarusbooks.de/2019/08...ie-sturmsense/
Na, Sensen hält man nun mal am hinteren EndeGenerell (= grobe Verallgemeinerung) würde ich sagen, dass das beidhändige Führen von Stangenwaffen mit der hinteren Hand nahe dem hinteren Ende für den europäischen Raum durchaus typisch ist, es sei denn, dieses hintere Ende ist ebenfalls "bewehrt", z.B. mit einem Lanzenschuh und soll aktiv eingesetzt werden, z.B. bei einer Mordaxt im Duell. In dem Fall greift man eher ca. 30 cm vor dem Ende, um damit besser hebeln zu können. Oder das Ende soll in der Defensive (z.B. gegen Kavallerieansturm) fixiert werden, dann kann es sein, dass dieses am Boden aufgestellt und mit dem Fuss von oben fixiert wird.
Beste Grüsse
Period.






Generell (= grobe Verallgemeinerung) würde ich sagen, dass das beidhändige Führen von Stangenwaffen mit der hinteren Hand nahe dem hinteren Ende für den europäischen Raum durchaus typisch ist, es sei denn, dieses hintere Ende ist ebenfalls "bewehrt", z.B. mit einem Lanzenschuh und soll aktiv eingesetzt werden, z.B. bei einer Mordaxt im Duell. In dem Fall greift man eher ca. 30 cm vor dem Ende, um damit besser hebeln zu können. Oder das Ende soll in der Defensive (z.B. gegen Kavallerieansturm) fixiert werden, dann kann es sein, dass dieses am Boden aufgestellt und mit dem Fuss von oben fixiert wird.
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