Aha.Das halt ich für ein Gerücht und entspringt wahrscheinlich dem gleichen selbstwert-bewahrenden Phänomen, wie die in den 60ern aufgebrachte Beschwichtigung: es kommt nicht auf die Größe an.
Dass die Größe eine Rolle spielt, ist Allgemeingut, und selbst die sprichwörtliche Merkregel ist differenzierter, da sie doch zwischen der "Größe" in verschiedenen Dimensionen unterscheidet.
("Lang uns schmal, der Frauen Qual, kurz und dick, der Frauen Glück")
Man kann das auch plausibel erklären, da ein dickerer Penis die Vagina und die sie an der sensibleren Öffnung umfassenden Schenkel der Klitoris mehr dehnt und reizt, während ein sehr langer Penis geeignet ist, an die Gebärmutteröffnung anzustoßen, was von vielen Frauen als unangenehm empfunden wird.
Natürlich gibt es da auch Ausnahmen und ein all zu kurzer Penis oder ein all zu dicker sind nun auch nicht anzustreben. Es gibt da eine Optimumsmatrix.
Die Beschwichtigung wurde nach meiner Vermutung eher von Frauen gegenüber nicht ganz so gut ausgestatteten Männern ausgesprochen, um deren Gefühle nicht zu verletzen.
Ob die sich gegenüber ihren Freundinnen genauso äußerten, steht auf einem anderen Blatt.
Ich kannte mal eine Frau, die mir gegenüber eher negativ über ihre (schmerzhaften) Erlebnisse mit dem sehr großen Penis ihres Exmannes äußerte, allerdings im nächsten Satz die Hoffnung ausdrückte, dass ihre Söhne diese Eigenschaft ihres Vaters geerbt hätten....
Naja, das Auge isst ja mit...
Wie man sieht, kann man sich mit so gut wie allen Themen genauer beschäftigen, als halt das erste, was einem in den Sinn kommt und in das eigene Weltbild passt, anzunehmen.
So auch mit der Frage der Zivilcourage und der Einfluss der Verantwortungsdiffusion:
Mit steigender Anzahl an passiven Beobachtern sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass
eine einzelne Person Hilfeleistung zeigt, gleichzeitig steigt die Zeit, die vergeht, bis jemand hilft. Dieses
Phänomen wird als Bystander-Effekt bezeichnet (Latané & Darley, 1970, 1976). Zu den Ursachen des
Effekts zählen die sog. „pluralistische Ignoranz“, Verantwortungsdiffusion und Bewertungsangst. Diese
Aspekte können den schrittweisen Prozess zur tatsächlichen Hilfeleistung unterbrechen und so
Hilfeverhalten hemmen oder sogar gänzlich verhindern. Gerade wenn eine Situation mehrdeutig
erscheint, versuchen Menschen oft, sich an der Reaktion der anderen Anwesenden zu orientieren.
Bleiben diese untätig, geht man davon aus, dass sie die Situation als harmlos einschätzen. Somit ist die
Interpretation einer nicht ganz eindeutigen Situation als Notfall (Phase 2) umso unwahrscheinlicher und
schwieriger, je mehr anwesende Beobachter den Anschein erwecken, die Situation als ungefährlich
bzw. als kein Eingreifen erfordernd einzustufen. Wie es bereits der Name des Phänomens „pluralistische
Ignoranz“ ausdrückt, werden also die ausbleibenden Reaktionen der Mitmenschen als
Interpretationshilfe in die eigene Situationseinschätzung miteingebunden und können so ein helfendes
Eingreifen hemmen bzw. verhindern. Zusätzlich sinkt mit der zunehmenden Anzahl der Anwesenden
das Verantwortungsgefühl des Einzelnen (d. h. die Verantwortung „diffundiert“ bzw. verteilt sich über
alle Anwesenden; Phänomen der Verantwortungsdiffusion in Phase 3). Doch selbst wenn die Situation
korrekt als Notsituation interpretiert und Verantwortung übernommen worden ist, kann zuletzt auch die
Angst vor negativer Bewertung durch die Mitmenschen zu einer sozialen Hemmung bezüglich der
Ausführung der Hilfeleistung führen (Bewertungsangst in Phase 5)
https://www.researchgate.net/publica...181be/download
Da scheint mir das Wort "fehlende" fehl am Platze?Oder glaubt wirklich einer, das jemand, der mit dem Opfer und Täter alleine im Abteil ist, dann plötzlich unter dem fehlenden Gefühl: huch, da ist ja niemand anderes, der was sagen, machen könnte; aufsteht und handelt?
Eine genauere und differenzierte Betrachtung (die freilich von den Freunden schlichthirniger Grobbetrachtungen gerne als "Erbsenzählen" oder "Korinthenkacken" abglehnt wird) kann auch hier IMO weiterhelfen.
In obigem Zitat ist von verschiedenen Phasen die Rede, dabei wird auf dieses Modell Bezug genommen:
Wie man sieht, ist die Einschätzung der eigenen Verantwortung nur ein Teil des Prozesses.
Je mehr Leute da sind, die etwas tun können, desto weniger fühlt sich der einzelne verantwortlich.
(TEAM: Toll ein anderer Machts)
Aber nur weil jemand sich in der Verantwortung sieht, heißt das nicht, dass er handelt.
Der größeren Verantwortung steht eben dieser Effekt gegenüber, der in Phase 4 zum Tragen kommt:
Wobei ich nicht sagen würde weniger "Mut" (im Sinne von Risikobereitschaft), sondern der Mut ist der gleiche, nur das Risiko wird als größer wahrgenommen.je weniger anwesend, desto weniger Mut.
Wenn ich risikobereit genug bin, in einer Gruppe von 10 Personen gegen einen Gewalttäter vorzugehen, dann kann die gleiche Risikobereitschaft nicht ausreichen, in einer 1zu1-Situation zu handeln.
Es ist also nicht ein entweder oder, sondern es gibt verschiedene Einflussfaktoren, auf die die Anzahl der Personen unterschiedliche Wirkung hat:
Je mehr Personen da sind, desto weniger fühlt sich der Einzelne verantwortlich.
Je mehr Personen da sind, desto weniger Risiko gibt es für den Einzelnen - als Teil einer Gruppe - einzuschreiten.
Als Teil einer Gruppe, denn wenn man sieht, dass da einer verprügelt wird und keiner schreitet ein, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die anderen auch nicht einschreiten, wenn da halt noch einer verprügelt wird.
Daher ja die übliche Empfehlung, die anderen gezielt individuell anzusprechen und ihnen dann konkrete persönliche Verantwortung zu übertragen und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit nicht alleine, sondern als Gruppe zu handeln erhöhen und damit das Risiko für den Einzelnen zu vermindern.





