Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
Über eine Vorgeschichte ist m.W. nach nichts bekannt. In dem Video sieht man nur die Tat. Mal schauen ob da noch mehr herauskommt wenn es zum Prozeß kommt. Ich gebe zu Bedenken, daß es in den letzten Jahren Fälle gab, die durch die Medien gingen und im Laufe des Verfahrens - bspw. durch Zeugen - der Tatverlauf anders war, als die Öffentlichkeit so vermutet hatte. Von daher, immer Vorsicht mit Vorverurteilungen, auch wenn man die vollendete Tat im Video sieht. Auch der Täter hat ein Recht auf Verteidigung.
Richtig, genau darauf will ich hinaus, auch wenn die Aktion des Fahrradfahrers unbedingt zu bestrafen ist. Wie genau, darüber sollten wir aber eben nicht vorschnell urteilen.





Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
hä?

nazi = nazionalsozialist, anhänger der nationalsozialistischen ideologie. da kann man dann noch mal unterscheiden zwischen "old school" und neueren abwandlungen. aber ein anhänger einer nationalsozialistischen ideologie ist nun mal ein nazi.
ob dieser herr nun ideologisch nationalsozialist ist oder aber ein rassist ohne führerkult oder ein militanter fremdenfeindlicher nationalist ohne antisemitismus oder oder oder... nun das bleibt natürlich offen.
die sprüche zur handlung sind jedoch eindeutig: zumindest rassist/fremdenfeind und gewalttätig. das bei diesen leuten i.d.r. noch mehr aus dem "nazi-ideologie" katalog in der birne ist, ist relativ wahrscheinlich, ob aber alle punkte erfüllt sind... wer kann es wissen...
Leider finde ich den Text nicht mehr, wo ich anderswo etwas genauer dargelegt hatte, dass ich selbst allein schon aus Respekt vor den Opfern einer menschenverachtenden Folter- und Tötungsmaschinerie die ihresgleichen sucht nicht alles was rechts ist lapidar als Nazi bezeichnen würde. Ich zitiere nachfolgend aber mal aus einem anderen Post von mir:

stellvertretend an Sie - reiner Zufall, da mir Ihr Post gerade angezeigt wurde - einmal eine Sache, die mir völlig unabhängig vom eigentlichen Inhalt mittlerweile unglaublich auf den Senkel geht (ich selbst bin übrigens eher links ausgerichtet).
Ich denke, die Nazis die Sie ansprechen gibt es kaum noch. Seit fast 76 Jahren ist der Zweite Weltkrieg vorbei und selbst wenn ich davon ausgehe, dass eine Person, die zu diesem Zeitpunkt vielleicht 8-10 Jahre alt war bereits nazistisch
indoktriniert gewesen sein könnte, müsste diese heute 84 Jahre oder älter sein. Ich bin u.a. aus diesem Grund der Ansicht, dass sich die gemeinte Masse heutzutage kaum noch aus echten Nazis zusammensetzen dürfte und dass echte Nazis
eher nicht in größeren Mengen rollatorlos durch die Straßen ziehen.
Warum kann man nicht einfach von Neonazis reden, oder vielleicht sogar mal schauen, ob diese Neonazis je nach Kontext u.U. nicht einfach nur "Rechte" sind (es sieht sich ja auch nicht jeder Linke automatisch bei den Grünen verortet).
Ich wurde seinerzeit auf recht interessante Weise als Westberliner ungewollt eingezogen und bin dann per Zwang zwecks Ableistung des Wehrdienstes im tiefsten Osten gelandet. Erst nach Monaten flog ich als verhasster "Wessi" auf bzw.
outete micht bei einer passenden Gelegenheit bewusst als solcher. Ich habe in dieser Zeit für mich die Einsicht gewonnen, dass das Problem der leichten bis hin zur extremen Rechtslastigkeit mehr als ein simples "Er/Sie hasst halt Ausländer."
umfasst.
Auch wenn ich seither bewusst grob zwischen "Rechten" und Neonazis unterscheide, verstehe ich durchaus, dass andere Personen je nach ihrem persönlichen Werdegang das nicht tun werden.
Zumindest eine bewusste Unterscheidung zwischen echten Nazis und Neonazis sollte aber jeder Person zugemutet werden können.
Tut man dies nicht, macht man m.A.n. genau das, was man "den" Rechten kontinuierlich vorwirft: man vereinfacht Dinge unstatthaft, weil einem die notwendige differenzierte Betrachtung zu kompliziert ist.

Auf diese Weise wirft man dann letztlich womöglich auch selbst mehr mit spaltenden Parolen statt zielführenden Argumenten um sich.

Mir ist bewusst dass man sehr weit links und sehr weit rechts nicht Alle wird abholen können aber ich weiß auch, dass manche Personen v.a. durch ihre gefühlte oder auch echte Brandmarkung als dieses oder jenes
ungünstige Kurse angesteuert haben. Auf lange Sicht wird eine Einigung, ein friedliches Miteinander nahezu ALLER nur durch einen Dialog erreicht werden können nicht durch weitere Spaltung.
CORONA macht uns derzeit ja deutlich, was bei uns falsch läuft. Man könnte fast den Eindruck gewinnen es gäbe nur noch willige Systemschafe und Covidioten, dazwischen aber rein gar nichts. "Wer nicht völlig meiner Meinung ist,
kann nur mein Feind sein!", scheint die Devise zu lauten. Meiner Ansicht nach kann niemals etwas Gutes daraus erwachsen, dass ein großer Teil der Menschen einer Gesellschaft aus tatsächlich oder nur gefühlt berechtigter Angst
vor Repressalien sich selbst zum Schweigen verdammt. Ich vermisse oft die gute alte Streitkultur, bei der es in Diskussionen durchaus mal hitziger zugehen konnte aber bei der am Ende auch alle Seiten das Gefühl hatten, für sich
etwas mitgenommen zu haben - egal ob man seine eigene Meinung aufgrund der jeweiligen Diskussion geändert hat oder nicht.



Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
miese ratte - so oder so
und es interessiert mich 0, ob die vorher ne diskussion hatten oder nicht. der kleine saß auf dem sitz und der schläger tritt ihm ins gesicht, ohne körperlich angegriffen worden zu sein - in dem moment wohl nicht mal verbal. das reicht doch.
Offenbar reicht es nicht, um sich ein umfassendes Gesamtbild zu machen, sonst bräuchte es nur (ggf. nach Schauprozessen präsentierte) Urteilsverkündungen oder gar überhaupt keine Prozesse mehr. Ich bin froh, dass wir solche Zustände mittlerweile nicht mehr haben. Dazu bzw. was mich bewegt, vielleicht nochmal aus einem weiteren forumfernen Post von mir:

Ich denke - auch wenn ich seinem Text dem Wesen nach insgesamt zustimme - [Personenname] irrt, wenn er glaubt (eigene) Meinungsfreiheit beinhalte auch das Recht, Beleidigungen gegenüber Andersdenkenden zu äußern.
Niemand wird sich jenseits irgendwelcher satirischen Beiträge als Covidiot oder Nazi (ggf. der/die eine oder andere Ü80 je nach Lebenslauf mal Außen vor) betiteln lassen müssen.
Selbstverständlich können Leute ihre Meinung frei äußern und andere Leute wiederum deren Meinung nicht im geringsten teilen und dieser ebenso frei widersprechen. Beide Seiten müssen in einer Demokratie
- natürlich nur im gesetzlich vorgegebenen Rahmen - aushalten, dass die eigene Meinung fernab des eigenen Empfindens nicht mehr wiegt als jede andere von dieser leicht oder auch völlig abweichende Ansicht.
Interessant finde ich persönlich übrigens, dass laut Berliner Polizei (mag anderswo nicht so sein) bei den sogenannten Querdenker-Demos die Zusammensetzung der Teilnehmer alles andere als so eindeutig rechtslastig
- auch was die Gewalt betrifft - zu sein scheint, wie es zuvor gerne in den Medien suggeriert worden ist.
Nichtsdestotrotz bereiten mir sowohl ein Rechtsruck von Teilen der Gesellschaft, als auch ein entsprechender Linksruck, durchaus Sorgen. Die Geschichte hat gezeigt, das es weder ganz rechts,
noch ganz links für den wirklich(!) friedliebenden Menschen einen sonnigen Platz zum Leben gibt.


Nachtrag:
Ich sehe mich ja relativ weit links angesiedelt, habe aber sehr verschiedene Personenkreise kennenlernen dürfen/müssen in meinem Leben (wodurch ich mich als geduldiger Zuhörer mittlerweile
auch in mir völlig widerstrebende Denkmuster teils gut einfühlenn kann).
Umso ärgerlicher macht es mich, dass ich (in einem als links zu bezeichnenden Milieu lebend) manchmal das Gefühl habe, außer mir und ein paar Rentnern geht den Leuten hier der Schutz Anderer - abseits irgendwelcher
Querdenker-Demo-Verurteilungen - völlig am Popo vorbei. Keine Maske im Gesicht außer im Laden und natürlich in den Wohnungen ständig Treffen, die garantiert mit mehr als nur einer haushaltsfremden Person stattfinden.☹