Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Bei aller Liebe zum Ringen, kampfsportlich hinkt der Vergleich von Marc Aurel aber ganz gewaltig… er übersieht dabei z.B. absichtlich, dass der Ringer gegen einen anderen Ringer antritt und nicht gegen ein Schwert (unebwaffnet gegen ein Schwert zu ringen ist möglich, erfordert aber eine beträchtliche ringerische Überlegenheit; mit dem Schwert in der Hand zu ringen ist dagegen in vielen europäischen Stilen Standard, gerade gegen gerüstete Gegner). Andersrum kann man den Arm des Ringers auch auf verschiedenem Wege ausser Gefecht setzen (been there, done that). Aber es wäre natürlich vergleichsweise prosaisch und viel zu wenig tiefgründig stattdessen zu sagen, dass der Zweikämpfer darauf achten sollte, sein Schwert nicht zu verlieren, und zu diesem schlicht einen Fangriemen verwenden könnte, wie das in einigen (v.a., aber nicht nur reiternomadischen) Kulturkreisen auch gemacht wurde. Mit anderen Worten – realiter wie im übertragenen Sinne: wenn man sich primär ringerischen Herausforderungen stellt, dann ist Ringen super. Wenn man dagegen gegen eine Waffe vorgeht, dann möchte man möglichst eine bessere Waffe haben. Das gleiche gilt im Übrigen, wenn man gegen einen überlegenen Ringer vorgeht, wie einer meiner Trainingspartner mal entnervt bemerkt hat…
Ich begebe mich jetzt auf dünnes Eis, weil ich die Römer/Marc Aurel allenfalls aus populärwissenschaftlichen Sicht kenne, aber müsste er sich mit der Schwertkriegsführung nicht ausgekannt haben, womit der Vergleich Ringer vs. Schwerkämpfer kein wörtlicher sein dürfte.

Ich habe das so verstanden, dass er in die Richtung argumentiert "Wissen/Können ist das leichteste Gepäck, das man zudem nicht verlieren kann" oder "Omnia mea mecum porto".

Und der (für mich sinnvollere) Vergleich wäre ein Ringer mit Schwert gegen einen Schwertkämpfer ohne Ringen. Vielleicht sind mit letzterem irgendwelche Wehrbauern oder schnell verpflichtetes Fußvolk ohne eine entsprechende Ausbildung gemeint.
Wenn der eine sein Schwert verliert, kann er immer noch ringen und der andere ist komplett auf sein Schwert angewiesen.

Was ähnliches kann man auch im Outdoor-Bereich finden - je mehr man weiß/kann, desto weniger ist man auf sein Gepäck angewiesen und desto weniger Materielles muss man schleppen.