Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Wenn ich etwas kritisch sein darf: Im Basketball ist klar, was "treffen" heisst, da ist der Kontext auch klar, "treffen" ist fallspezifisch und man erwartet nicht von dem Highschool-Spieler der untersten Liga, dass er auch in der NBA treffen würde. Im SV-Bereich bleibt das für die meisten Trainierenden (zum Glück) zeitlebens vage. Daraus ergibt sich aber auch das Problem, dass der Realitätsbezug häufig genug fehlt. Ich gebe zu, ich neige dazu, etwas allergisch auf das Thema zu reagieren, was jetzt nicht direkt mit dem Thread hier zu tun hat, sondern damit, was ich schon alles als in diversen Hybridsystemen als "Abwehr gegen Ringerangriffe" gesehen habe, und mit welchem Brustton der Überzeugung oft vermittelt wurde, wie easy das denn sei. Bei der Probe aufs Exempel gibts dann meistens riesengrosse Augen, oft genug gepaart mit einem "Du bist einfach zu stark" (zu lesen als: "Ich habe keine Ahnung von ringerischer Körpermechanik und weiss nicht mal, dass ich nichts weiss"). Meistens liegt das Kernproblem darin, dass der simulierte "Angreifer", oft genug aber auch der Trainer keine rechte Ahnung davon haben, wie die Ringtechnik des "Angreifers" eigentlich funktionieren sollte.
Crosstraining ist ein valider Ansatz, wenn man die Möglichkeiten dazu hat. Ich weiss ja nicht, was Imi Lichtenfeld zu dem Thema gesagt hat, aber ich würde stark davon ausgehen, dass er jeweils mehrere Jahre Vollkontakterfahrung in einem schlagenden und einem grapplenden System durchaus befürwortet hätte, wenn möglich für alle Praktizierenden, für Trainer umso mehr. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein System wie Krav Maga erst dann seine Stärken voll ausspielen kann.
Nun witzigerweise ist das tatsächlich so gewesen.
Lichtenfeld selbst war ja vor der Flucht aus Europa sowohl im Ringen als auch im Boxen als Wettkämpfer erfolgreich. Zumindest laut übereinstimmenden Berichten damaliger Zeitzeugen und der Überlieferung.

Speziell mit Blick auf das Ringen, wissen wir aus Videoaufnahmen wo Lichtenfeld selbst darüber spricht, dass bspw. Suplexwürfe trainiert wurden. Für Lichtenfeld vor allem unter den Aspekten Athletik und Attributtraining; nicht unbedingt als primäre Technik auf der Straße.

Was die (weitere) Kenntnis / Erfahrung / Vorbildung im Vollkontaktsport angeht, gab es eine -zugegeben kurze- Zeit, in der es so war dass Schwarzgurt im Krav Maga nur werden konnte, wer vorher auch einen Schwarzgurt im Judo hatte. Crosstraining mit den Judoka des Verbandes war an der Tagesordnung.

Dies ging auf Lichtenfelds Begeisterung für Judo und die Arbeit des israelischen Judoverbandes zurück. Zu beidem kam er durch seinen Schüler und Nachfolger bei der IDF, Eli Avikzar (Judoka und Aikidoka), in Kontakt.