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Hallihallo
Mich interessieren also die Eigenschaften des Karate. Wie viel Disziplin, Koordination, Selbstbeherrschung ist nötig?
Wenn der Trainer den Mehraufwand auf sich zu nehmen bereit ist, sehe ich da keinerlei Probleme. Natürlich solltet ihr mit ihm bestimmte Situationen abklären, in denen Reaktionen auftreten könnten, die der Trainer so nicht kennt, damit er weiß, wie er das einzuordnen hat und ihr Euch abstimmen könnt, wie damit ggfs. umzugehen wäre. Wer ein Problem damit hat, beim Angrüßen umarmt zu werden oder sich daran stört, wenn mal ein Freudenruf ertönt, wo er üblicherweise nicht hingehört, der sollte sich beim russischen Militär bewerben.
Bei uns geht es grundsätzlich darum, dass sich Individuen weiterentwickeln können. Dementsprechend werden Etikette und Disziplin nur insoweit verlangt, als es unserer Ansicht nach auch dem Individuum und seinem „Weg“ gut tut - soweit es nicht den Unterricht komplett kaputt macht. Etikette sind also kein Selbstzweck, sondern pädagogisches Mittel, einen bestimmten Weg aufzuzeigen.
Wenn dann bei Einzelnen eine besondere Situation vorliegt - was immer das ist - sollte die Gruppe damit umgehen können. Ggfs. muss der Trainer das eben entsprechend moderieren.
Ich würde so eine Inklusion (nennt man das heutzutage so?) eher als Chance für die Gruppe betrachten, ihr Karate auch an diese spezielle Situation anpassen und in dieser anwenden und durchsetzen zu können. Ich lasse daher z.B. auch gerne Erwachsene und Kinder oder Ober- und Unterstufe miteinander trainieren, solange es nicht um Prüfungs- oder Wettkampfvorbereitung oder um spezifische Inhalte geht.
„Grau teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.“