Hier fängt es schon an. Viele Quellen sind leider fern ab von seriös: Seien es Verquickungen mit irgendwelchen Tourismus-Firmen (Wir der "letzte Ninja", der zufällig Ehren-Direktor des Iga-Ninja Museums ist [https://en.wikipedia.org/wiki/Jinichi_Kawakami]) oder irgendwelche Heinzel, die zwar kein japanisch können, sich aber als Übersetzer und Experte aufspielen. Grundsätzlich würde ich eher in Richtung Japanischer Geschichte bzw. Kriegskunstgeschichte schauen, Karl Friday als ein Autor. Ich mochte "Samurai Assassins: "Dark Murder" and the Meiji Restoration" von Hillsborough, allerdings betrifft das das Ende der Edo-Zeit. Zeigt aber sehr deutlich, wie politische Morde auch ohne irgendwelche quasi-mythischen Pyjama-Attentäter abgelaufen sind. Auch schreibt er ein wenig über Polizei-Spitzel, was in die gleiche Kerbe schlägt.
Soweit mir bekannt, soll Ninjutsu eigentlich der Sammelbegriff für die ganzen "nicht-Kampf"-Techniken in entsprechenden Kriegskunstschulen sein: Überlebenstricks, Überwinden von Hindernissen, Tarnung, etc.- Der ganze Kampfkunstteil ist je nach Schule in eigenen Bezeichnungen oder gar in anderen Schulen zu finden: quasi Ninjutsu ist aus Schule A, Sashimi-sieren von Menschen mit Schwertern ist aus Schule B, Zu-Brei-Kloppen mit Stock dann Schule C.Zunächst ist mir nichtmal klar, was mit NInjutsu im engeren Sinne überhaupt gemeint ist? Kampfkunst der Spione? ... in der Spionage sind schöne Frauen, Geld und Psychologie sicher wichtiger als Kampfkunst, stelle ich mir vor. Und, gezieltes Einschleusen eines Vertreters einer Kriegerkaste in einen engeren Zirkel erscheint mir sehr sehr schwierig und, in den vergangenen Jahrhunderten war es sicher schwieriger als heute.
Das Einschleusen irgendwelcher Personen war extrem schwierig, da die ganze Zergliederung des Landes in Fürstentümer nicht nur lokal-kulturelle, sondern auch sprachliche Unterschiede mit sich brachte. Eine Situation, wie sie in Inglourious Basterds (die Szene mit den 3-Fingern) vorkommt, war also sehr wahrscheinlich. Dazu kommt, dass das Verlassen der Provinz oft verboten war und strengstens bestraft wurde. Deshalb wurde damals das gleiche gemacht wie heute auch: Menschen, die bereits vor Ort waren, wurden als Informationsquelle genutzt.
Hier verwischt die ganze Edo-Periode deutlich wie Gewalt verstanden und angewendet wurde. Sieht man auch in den bis heute überlebenden Japanischen Kriegskunstschulen: Von quasi-rituellen Abläufen, die primär Geist und Seele stärken sollen (bzw. früher ein gewisses philosophisches Mind-set etablieren) bis hin zum Erlernen eines kämpferischen Umgangs mit alten Waffen ist alles vertreten.Kampfkunst einer Mörderkaste? Dass es solche Kasten gab (gibt) kann ich mir sehr sehr gut vorstellen, allerdings würde ich dört einen sehr pragmatischen Ansatz zum Thema "Gewalt" erwarten und keine codifizierte Kampfkunst.
So falsch ist Dein Eindruck da nicht.Woher kommt denn überhaupt der Begriff "Ninjutsu"? Mir kommt alles was ich zum Thema "Ninjutsu" in Film und Internet (sorry, aber das waren bislang meine einzigen Bezugspunkte zu dem Thema) gesehen habe vor wie Cosplay für jung gebliebene Kampfkünstler. Sorry fals ich da falsch liege; ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.![]()






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