Lewis, Sanko: Philosophical Foundations for Martial Arts Therapy

Der Körper-Geist-Dualismus hat im Westen eine lange Tradition, die bereits bei Platon und Aristoteles beginnt und in René Descartes’ Axiom „Ich denke, also bin ich“ gipfelt. Aus einer solchen Weltanschauung heraus ist die Psychotherapie entstanden. Infolgedessen werden psychische Probleme in der Regel mit psychotherapeutischen Ansätzen behandelt, die den Verstand in den Mittelpunkt stellen, während der Körper oft ignoriert oder als therapeutisch unwichtig angesehen wird. Dennoch haben komplementäre und alternative psychotherapeutische Ansätze, die als Körperpsychotherapie oder somatische Psychologie bekannt sind und die den Wert des Körpers anerkennen und ihn sogar in die Therapie einbeziehen, langsam an Umfang und Bedeutung gewonnen. Dazu gehört auch die Kampfkunsttherapie. Das herkömmliche Paradigma, das Körper und Geist als getrennt betrachtet, rechtfertigt jedoch weder den Einsatz körperpsychotherapeutischer Ansätze noch erklärt es deren Wirksamkeit. Es ist daher notwendig, andere philosophische Grundlagen zu finden, die eine integrierte Sicht von Körper und Geist haben. Formen des Monismus, des Panpsychismus und des ostasiatischen Qi-Konstrukts sind bessere philosophische Grundlagen, um den Wert der Kampfkunsttherapie zu rechtfertigen und zu erklären, da diese Paradigmen eine verkörperte Sicht der Person haben: Sie sehen Geist und Körper als ein ganzheitliches und miteinander verbundenes Ganzes.

Schlagwörter: Kampfkunsttherapie, Körper-Seele-Dualismus, Monismus, Panpsychismus, qi, embodiment, Körperpsychotherapie

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