Ich sags mal gleich wie es ist: Es scheint keine gegeben zu haben. Abgesehen von ein paar Andeutungen und Allgemeinplätzen in medizinischen antiken und Renaissance-Quellen, die sich auf diese antiken Quellen stützen, fehlt dieses Wissen vollkommen (Und die Andeutungen sind auch wenig hilfreich: Mässigung, keine Extreme, "die Übung soll abgebrochen werden wenn sie keine Freude mehr erzeugt", das ist schön und gut, kennt man auch von Strongman-Kursen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wie z.B. Maxalding - das Problem ist , daß das nur bei Individualtraining funktioniert: Was mach ich, wenn ich schon nicht mehr kann, aber mein Partner noch fit ist? - und ob ein Hoplit, Legionär, Ritter oder Landsknecht dann doch nicht eher den als ungesund gescholtenen Weg des Leistungssportlers eingeschlagen hat, ist auch nicht klar.).
Egal in welches Land und in welches Jahrhundert wir schauen, genau dieses Detail fehlt immer, auch wenn ansonsten geradezu detailverliebt geschildert wird, was ein Schüler so alles trainieren sollte. Nirgends steht "Mach 10x das und 20x das", oder "10 Minuten Drills und dann eine Stunde Assault", oder "Trainiere an einem Tag 1 Stunde und mach am nächsten Tag Pause" o.ä., solche Trainingspläne kommen dann erst im 19. Jahrhundert auf, z.B. bei den Boxern in England wo dann sowas wie "Man mache im Training so und so viel Roadwork, dann eine Pause bis nach dem Mittagessen, dann nachmittags 1000x Hanteln herausstossen und bis zum Abend Sparring" geschrieben steht. Sicher, nicht grade die modernsten Methoden, aber immerhin kann man damit arbeiten.
Davor, also von der Antike ins Mittelalter über die Renaissance, Barock, Moderne... nichts.
Warum ist das so? Von Lehrbüchern sollte man doch eigentlich genau solche Informationen erwarten können.