Ich bin jetzt nicht so der Fechtexperte, aber der polnische Säbel hat viele Aspekte. Erstmal wiegen die üblicherweise ungefähr ein Kilo, also nicht unbedingt "dünn und leicht" - auch wenn man berücksichtigen muss, dass ein Stock sich bei gleichem Gewicht aufgrund der eher mittigen Balance erheblich schwerer anfühlt als ein Säbel (1 kg bringt üblicherweise nur ein Zweihandstock auf die Waage). Ich habe im polnischen Säbel auch schon das Gegenteil gesehen, nämlich Vermeiden jeglicher Klingenbindung, sidestep und Hieb - wobei man den gleichen Hieb wie der Gegner führen kann, nur in eine andere Richtung (als Beispiel: der Gegner schlägt von seiner rechten Schulter zu seiner linken Hüfte, ich gehe nach links raus und schlage von meiner rechten Schulter zu meiner rechten Hüfte). Das gleiche Grundprinzip habe ich z. B. auch schon im Stock gesehen, namentlich im apulischen System mit dem schweren Einhandstock (ca. 600 g). Laut Mancino wäre das auch in einem ähnlichen Kontext entstanden, nämlich als Konter zum schulischen Fechen (scherma da sala).
Ach ja, und laut Russ Mitchell wird im ungarischen Säbelfechten (da gibts anscheinend noch mimdestens eine lebende Linie, nachdem der Vater von Mitchells Lehrer Rittmeister in der K&K Armee war) traditionell auch mit simplen, leicht gebogenen Stöcken trainiert.