Neue Doku von Paul Ronzheimer: Krimineller Jugendlicher prahlt mit Iran-Schwert im TV
In der zweiten Folge geht es um Jugendkriminalität ++ Premiere am Dienstag um 20.15 Uhr in Sat.1
Hamburg-Jenfeld – Hochhäuser, viel Grau, wenig Grün, immer wieder Böller-Explosionen. Ein Stadtteil, der seit Jahren als sozialer Brennpunkt gilt. Und mittendrin acht junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren – viele von ihnen mehrfach vorbestraft.
In der zweiten Folge der Doku-Reihe „RONZHEIMER – Wie geht’s, Deutschland?“ (Dienstag um 20.15 Uhr in Sat.1) widmet sich der BILD-Vize Paul Ronzheimer dem Thema Jugendkriminalität. Zusammen mit einem Streetworker trifft er unter anderem eine Jugendgang.
Die Böller? „Alles von uns, immer von uns!“, rufen die Teenager stolz. „Was soll das?“, fragt Ronzheimer. „Wir haben gute Laune und wollen, dass alle gute Laune haben“, sagen die jungen Männer. Für Anwohner dürfte es anders klingen.
„Wir sind zu jedem korrekt, aber ...“
Was sie den ganzen Tag machen? „Wir hängen rum und randalieren.“ Ob die Jugendlichen ein Messer dabei haben, will Ronzheimer wissen. Messer? Einer zieht plötzlich ein großes Schwert aus seiner Jacke. „Ein alevitisches Schwert“, sagt er ehrfürchtig. Er habe es aus dem Iran bestellt. Illegal, so etwas in der Öffentlichkeit zu tragen. „Hab’s fast jeden Tag dabei.“ Er ist 16.
„Wir sind zu jedem korrekt“, sagt einer. „Aber wenn jemand falsch kommt, dann …“ Was „falsch kommen“ heißt, schildert ein anderer selbst: Er sah zwei Jungen mit einem „freshen E-Scooter“, entriss ihnen das Gefährt und zeigte ihnen sein Messer. Als sie hinterherliefen, drohte er: Wenn sie den Raub nicht einfach akzeptierten, werde er zustechen.
Ein weiterer berichtet, wie er mit einer Machete auf Menschen losging. Wie schwer die Verletzungen waren? „Sehr schwer.“ Der Streetworker sagt ihm ins Gesicht: „Dafür kannst du fünf Jahre kriegen!“ Die Antwort kommt trocken: „Dann krieg ich halt fünf Jahre.“
„Es hat Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen“
Ronzheimer fragt fassungslos: „Seid ihr stolz auf so einen Scheiß?“ – „Nein, natürlich nicht“, sagt einer. Man bereue es – aber nur wegen der Strafen! Dann der Satz, der hängen bleibt: „Es hat Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen.“
Mehrere melden sich, als nach „Stress mit der Polizei“ gefragt wird. Haft scheint kein Schreckgespenst mehr, sondern ein einkalkuliertes Risiko. „Wenn es sich lohnt“, sagen manche, seien sie bereit, ins Gefängnis zu gehen.
Einer der Jungs erzählt, dass er einmal von einer Karriere als Fußballer träumte und gerne Sport gemacht habe. Heute? Rennt er nur noch, wenn die Polizei kommt.
Was sagen die Eltern zu all dem? Wissen sie, was ihre Söhne treiben – oder haben sie längst den Zugriff verloren? In der Doku bleibt es nicht bei dieser einen Jugendgang. Paul Ronzheimer zeigt weitere Fälle von Jugendgewalt, erschreckende Zahlen und widmet sich im Talk mit CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann der Frage, warum Strafen offenbar kaum noch abschrecken.