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Thema: Karate-Wissen kostenlos ...?

  1. #16
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    Standard

    Kampfkünste sind ein Hobby, d.h. sie haben heute keinen konkreten Nutzen außer „Freizeitaktivität“. Mit der Anwendung der KK kann man heutzutage kein Geld mehr verdienen, allerhöchstens mit dem Unterricht, dazu muss man aber die Massen erreichen und die wollen etwas anderes, als das, wofür es früher mal gedacht war.

    Klar, es gibt ein paar wenige „Spinner“ die viel Zeit und Mühen investieren um „authentische“ Kampfkunst zu lernen, da geht es aber primär um historisches Interesse und darum etwas möglichst originales zu erhalten. Dazu gehört dann aber auch mehr als nur Übung, dann muss man das in den Kontext setzen können, Kultur und Geschichtge verstehen etc.. Da fängt es aber dann aber auch an kompliziert zu werden, denn es schwirrt da draußen sehr viel Unwissenheit, Unkenntnis und Mystik bzgl. dieser Themen rum.

    Gute Quellen muss man erst einmal erkennen und dann auch lesen und einordnen können, das alleine setzt schon viel Verständnis der Materie voraus und kostet viel Zeit. Zeit die jemand, der „nur“ trainieren will, mit Sicherheit nicht investieren will.

    Solche Bücher kosten nun einmal Geld, da sie oft genug selbstveröffentlichte Dissertationen sind oder eben Fachbücher.

    Lieschen Müller und Hans-Uwe aus dem Verein oder der Schule um die Ecke glauben da lieber die Legenden, die dort erzählt werden, das ist einfacher, schneller und kostet nix. Da man das, was man da lernt eh nicht einer realen Überprüfung unterziehen muss, ist das doch auch verständlich. Klar, die beiden wissen es nicht besser, aber sie wollen auch nichts anderes hören.

    Problematisch wird es immer nur dann, wenn man von der KK leben will (oder muss). Voller Idealismus hat man sein Leben zum Beruf gemacht und muss dann feststellen dass die Leute die eigene Begeisterung nicht teilen und eben nicht mehr zahlen wollen als maximal die Fitnessbude um die Ecke verlangt.

    Der Nutzen bestimmt den Preis, den man aufrufen kann. Wenn ich beruflich auf eine Seminar fahre, zahle ich auch ohne Probleme 2500 Euro für 3-5 Tage. Ich brauche aber auch beruflich das Zertifikat, das ich am Ende erhalte. Urkunden von KK Seminaren kann ich mir in die Haare schmieren.

    Schlaue Menschen haben sich dann ein Schneeballsystem ausgedacht um den Wert solcher „Zertifikate“ in ihrem eigenen Universum zu steigern und die Leute bei der Stange zu halten. Bei einigen hat es ja auch gut funktioniert…

    Ich persönlich bin immer gut damit gefahren meine Kampfkunst und Geldverdienen strikt zu trennen, denn dann kann ich nicht enttäuscht werden und erwarte auch nicht.
    Ich zeige alles immer gerne und völlig kostenlos, ohne dass ich irgendeine Gegenleistung erwarte und bin nicht auf irgendwelche Einnahmen aus Unterricht angewiesen,

  2. #17
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    Hallo Henning,

    es gibt tausende Gründe, wieso Leute andere Leute unentgeltlich unterrichten: aus reiner Menschenliebe, oder weil sie es ebenfalls kostenlos lernen durften, oder weil man (im positiven oder negativen Sinn) zeigen will, was man alles weiß, oder weil man sich gerne reden hört, oderoderoder.

    Leider lässt das keine Rückschlüsse auf die Qualität des Unterrichts zu, und das ist das eigentliche Problem, grade bei Karate.

    Karate ist eine historische Kampfkunst aus Japan, d.h. ich habe hier nicht nur ein gewisses Technikrepertoire, sondern auch Geschichte, Kultur, Sprache etc., die vermittelt werden können/wollen. Und da gibt es sicher ein gewisses „Richtig“ und „Falsch“ (falls das, wie Kanken geschrieben hat, für mich überhaupt einen Unterschied macht).
    Wenn im Vergleich dazu jemand „nur“ lernen will, wie man waffenlos kämpft, dann kann ich dem entweder zeigen, wie ein Boxer boxt, oder wie ein Karateka zuschlägt, oder wie man einen *ing *ung Fauststoß macht, das sind alles legitime Varianten, da gibt es kein "Richtig" oder "Falsch".
    Hinweis: ich bin übrigens kein Karateka.

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Wenn ich beruflich auf eine Seminar fahre, zahle ich auch ohne Probleme 2500 Euro für 3-5 Tage. Ich brauche aber auch beruflich das Zertifikat, das ich am Ende erhalte. Urkunden von KK Seminaren kann ich mir in die Haare schmieren.
    Auch manche Urkunden, die man bei beruflich bedingten Seminaren bekommt, kann man sich in die Haare schmieren... Und ob die so teuer sein müssen, ist ja genau Hennings Ausgangsfrage – wieso werden diese beruflichen Seminare nicht kostenlos angeboten?

  3. #18
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    @ Gibukai

    es ist doch seriöses Karatewissen auf gutem Niveau kostenlos verfügbar. Auch im Shotokan nehme ich an. Wenn sich da einer beschwert, könnte man mal nachfragen, welchen Aufwand er betrieben hat, selbst zu recherchieren und zu wichten.

    Wenn es sich um Spezialwissen wie von dir bereitgestellt handelt, kostet das eben. Es ist ja nicht so, dass du mal fix ein Buch am Wochenende zusammenschreibst und den Rest der Zeit dein Geld zählst. Da beißt sich aber auch die Katze in den *******, weil die Leute, die großen Aufwand nach kostenlosem Wissen betreiben, dann sicher auch bereit sind, Geld für derartiges Wissen zu zahlen. Notfalls durch Sparen. Wer's nicht zahlen will, hat das Wissen auch nicht verdient und braucht es offensichtlich auch nicht wirklich.

    Abgesehen davon ist das ein freies Land, in dem sich jemand wie du, der vom Schreiben lebt, ganz sicher nicht rechtfertigen muss, für seine mühselige Arbeit Geld zu verlangen. Muss ja keiner kaufen.
    Geändert von Nick_Nick (08-04-2026 um 23:34 Uhr)

  4. #19
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    Wer eine Arbeit leistet für die es Abnehmer gibt hat ein Recht auf Entlohnung. Das ist zum einen Ausgleich für geleisteten Mehrwert und zum anderen Wertschätzung für den Ersteller.
    Wenn man das System angreift zerstört man Motivation.
    Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, daß er Entlohnung will, solange diese in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung steht.
    Wer statt Geld lieber ausschließlich ein Dankeschön braucht kann das ja so halten.
    Es ist dann aber lediglich eine andere Variante von Wertschätzung.
    Ob nun Geld oder warme Worte: der Ersteller muss motiviert sein, sonst bricht der Markt ein.

  5. #20
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    Kenko
    OK. Ich kann es mir nur nicht dauerhaft leisten. Ist aus meiner Sicht auch nicht nur eine Frage der Prioritäten. Vielleicht haben verschiedene Menschen unterschiedlich viel Geld infolge ihrer Erwerbsarbeit und müssen infolge dessen unterschiedliche Entscheidungen treffen.
    Natürlich haben unterschiedliche Menschen unterschiedlich viel Geld. Und trotzdem bleibt es auch immer eine Frage der Prioritäten (wir reden von überschaubaren Summen – insbesondere bezogen auf Bücher). Als Kind wollte ich unbedingt „Arnolds“ großes Bodybuilding Buch für mein Training lesen und habe dafür dann monatelang (!) mein ganzes Taschengeld gespart und auf andere Dinge verzichtet. Später als Erwachsener mit neugebautem Haus und Kindern (auch irgendwie gebaut) verdiente ich mir dann neben der Arbeit noch etwas dazu, um das Geld für Lehrgänge nicht vom damals knappem Familienbudget abzweigen zu müssen…und fuhr ein altes Schrottauto.
    Wenn man etwas wirklich will, findet man i.d.R. auch einen Weg.

    Kanken
    Ich zeige alles immer gerne und völlig kostenlos, ohne dass ich irgendeine Gegenleistung erwarte…
    Das kann ich bestätigen.
    Viele Grüße
    Thomas
    https://www.thiele-judo.de/portal/

    The reality is, you can say ANYTHING you want. You just have to be willing to face the consequences of your choice.

  6. #21
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    Mal ein kleiner Einwand, hat nichts mit Karate zu tun, aber der Wissensweitergabe. Ich war in Japan und habe den Kodokan besucht. Ich bin auf die Zuschauerränge gefahren und habe mir dort Kata Training angeschaut. Es wurde auch die Goshin-Jitsu demonstriert und ich hatte Anmerkungen zu meinem Sitznachbarn. Ein Rotgurt hat es mitbekommen, der auch oben rumsprang und so war ich in Shorts und Shirt 30sec später auf der Matte. Das nichtswissende Rundauge sollte seinen Wörtern Taten folgen lassen. Meine Art der Kata demonstriert, erklärt und danach eine Einladung zum Kataseminar bekommen.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  7. #22
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    Wer "nur" einmal die Woche im Karate-TuS Buxtehude trainiert, der/die darf nicht erwarten, dass er/sie in die "höheren Lehren" des Karate (Kata, Bunkai, SV, ...) eingeweiht wird. Zuweilen findet sich in solch einem TuS eine Perle, die ganz bewusst unter dem Radar bleibt. Auf der anderen Seite kann ein "tumber Thor" mit Wissen nichts anfangen - er "sieht" es nicht. Ein weites Feld, wie man es dreht.

    Wie auch immer...es ist doch wie immer: Wert hat seinen Preis. Ich persönlich bin im Rückblick sehr froh darüber, dass ich Geld in die Hand genommen habe und zu Seminaren mit den "Cracks" gegangen bin. Das waren natürlich keine "richtigen" Trainingseinheiten über einen längeren Zeitraum, aber diese wenigen Impulse haben ich sehr bereichert - so oder so.

    Zum Thema Geld: "Wissen ist Macht" und gerade in manchen Szenen der KKs wird hier mehr als nur Schindluder betrieben - auch gerne im Sinne von "heiße Luft verkauft". Aber um einmal auf die Metaebene zu gehen: Wissen sollte JEDEM Menschen frei zugänglich sein - diese elende "ich habe was und verkaufe es nur gehen Geld" ist doch der Untergang...
    Geändert von ZEN2021 (10-04-2026 um 08:08 Uhr)

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