Zeige Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Frühes MMA in Deutschland/Europa

  1. #1
    Registrierungsdatum
    08.04.2026
    Ort
    Salzwedel
    Beiträge
    6

    Standard Frühes MMA in Deutschland/Europa

    Bislang bin ich davon ausgegangen, dass es auch in Europa Endes 19. Anfang des 20. Jahrhunderts Kämpfe gab die aus einer Kombination aus Ringen und Schlagtechniken und Tritten bestanden.

    Die KI sagt dazu das stimmt nicht. Solche Kampfe gab es nur als Vale Tudo in Brasilien.

    Ringen war in Deutschland überwiegend griechisch -römisch und immer Ohne Schläge oder Tritte. Es soll lediglich bei Ringkampfveranstaltungen einzelne Kämpfe gegeben haben wo Ringer gegen Boxer antraten. Sozusagen als besondere Attraktion aber nicht als Regulärer Kampfstil.
    Hat jemand dazu belastbare Informationen?
    Ü50 - Die alten Säcke - Die Gruppe für alle Kampfsportfreunde über 50 Jahren.
    https://www.kampfkunst-board.info/fo...hp?groupid=235

  2. #2
    Registrierungsdatum
    20.05.2006
    Ort
    Köln
    Alter
    61
    Beiträge
    13.176

    Standard

    natürlich gab es die. die frage ist nur, ob auch im rahmen von sportveranstaltungen, als "eigenes" system bzw. mit eigenem "namen" und mit regelwerk, das die dazugehörigen "techniken" eingrenzt.

    crosstrainings von boxen und ringen (sport) waren ansonsten jederzeit möglich, also gab es auch leute, die beides konnten und wohl auch dazu in der lage waren, das sinnvoll zu kombinieren.

    "raufen" war in Bayern zb. gang und gäbe (no rules) ... war halt kein offizieller sport:

    KI:
    Punkte, die das historische Raufen vom heutigen Ranggeln unterscheiden:

    Keine festen Regeln: Während beim modernen Ranggeln Schläge, Tritte und Würgen verboten sind, galt beim historischen Raufen oft das Gesetz der Straße. Es ging darum, den Gegner zu unterwerfen, egal wie. „Raufen auf Leben und Tod“: In manchen Regionen gab es das gefürchtete Ausstechen der Augen oder das Abreißen von Ohren und Nasen. Berüchtigt war der Einsatz des Daumens, um den Gegner dauerhaft zu verletzen.Waffenersatz: Obwohl es meist ein Faust- und Ringkampf war, wurden oft Alltagsgegenstände zweckentfremdet. Das „Goaßlschnalzen“ oder der Einsatz von Messern und schweren Bierkrügen war keine Seltenheit, wenn die Provokation (etwa durch die Schneidfeder) eskalierte. Schwere Verletzungen: Narben im Gesicht oder verlorene Gliedmaßen wurden von manchen sogar stolz als „Ehrenzeichen“ getragen – sie bewiesen, dass man einen harten Kampf überstanden hatte. Viele dieser Männer waren im Alter durch die Folgen der Kämpfe körperlich gezeichnet oder gar invalid. Soziale Funktion: Es war ein Ventil für junge Männer in einer hierarchischen, oft engen bäuerlichen Gesellschaft. Wer sich als Raufer bewies, genoss innerhalb der Dorfjugend (der „Burschenschaft“) ein enormes Ansehen, das oft wichtiger war als körperliche Unversehrtheit.

    Erst durch staatliche Verbote und die spätere „Versportlichung“ im 20. Jahrhundert wurden die gefährlichen Auswüchse zurückgedrängt.

    ... tatsächlich gab es so etwas wie informelle „Lehrmeister“. Auch wenn es keine Kampfsportschulen im heutigen Sinne gab, wurde das Wissen über Griffe, Taktiken und die berüchtigten „schmutzigen Tricks“ innerhalb geschlossener Kreise weitergegeben.
    Die informelle Ausbildung der Raufer:
    Mentoren in der Burschenschaft: Innerhalb der dörflichen Burschenschaften (Zusammenschlüsse lediger junger Männer) gab es oft eine klare Hierarchie. Erfahrene Raufer, die bereits viele Kämpfe hinter sich hatten und für ihre „Schneid“ bekannt waren, nahmen jüngere „Anwärter“ unter ihre Fittiche. Sie zeigten ihnen, wie man einen Gegner effizient zu Boden bringt oder sich aus gefährlichen Griffen befreit. Geheime Griffe: Es gab spezielle Techniken, die fast wie Familiengeheimnisse oder dörfliche Spezialitäten behandelt wurden. Dazu gehörten Hebeltechniken, aber auch das Wissen darum, wie man Schmerzpunkte am effizientesten nutzt – etwa durch gezielte Griffe in die Augenhöhlen oder das Verdrehen von Gelenken. Training im Alltag: Das „Training“ fand oft spielerisch beim Kräftemessen während der Arbeit (z. B. beim Heben schwerer Baumstämme oder Steine) oder abends im Wirtshaus statt. Hier wurden Techniken im kleinen Kreis „trocken“ geübt, bevor es beim nächsten Fest zum Ernstfall kam.
    Geändert von amasbaal (10-04-2026 um 14:51 Uhr)

  3. #3
    Registrierungsdatum
    11.02.2005
    Ort
    Zürich
    Alter
    37
    Beiträge
    5.251

    Standard

    Bareknuckle boxing war Schläge, Tritte gegen die Schienbeine (Purring) und Würfe, aber kein Bodenkampf. Im europäischen Mittelalter gab's das Kampf ringen oder nicht gesellige Ringen mit Hebeln, Schlägen und Tritten. Und Pankration in der klassischen Antike natürlich.

  4. #4
    Registrierungsdatum
    08.04.2026
    Ort
    Salzwedel
    Beiträge
    6

    Standard

    Ja, vielen Dank für deinen Bericht. Das würde ich allerdings alles eher dem Thema Kneipenschlägerei oder Rivalität zwischen benachbarten Dörfern zuordnen. So etwas. Habe ich hin und wieder auch gehört. Obwohl auch das alles nur Überlieferungen vom Hören sagen her sind. Und was davon stimmt, und was nicht bleibt ungewiss. Auf jeden Fall waren das ja auch keine verabredeten Kämpfe, die vor einem Publikum in einem Ring oder auf einer Matte oder auf einem anderweitig ausgelegten Kampfplatz ausgetragen wurden.
    Sondern halt einfach Schlägereien.
    Ü50 - Die alten Säcke - Die Gruppe für alle Kampfsportfreunde über 50 Jahren.
    https://www.kampfkunst-board.info/fo...hp?groupid=235

  5. #5
    Registrierungsdatum
    08.04.2026
    Ort
    Salzwedel
    Beiträge
    6

    Standard

    Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
    Bareknuckle boxing war Schläge, Tritte gegen die Schienbeine (Purring) und Würfe, aber kein Bodenkampf. Im europäischen Mittelalter gab's das Kampf ringen oder nicht gesellige Ringen mit Hebeln, Schlägen und Tritten. Und Pankration in der klassischen Antike natürlich.
    Ja klar aber das sind ja andere Zeiträume. Aber es ist für mich schwer vorstellbar , dass es bei dem Lancashire (Catch) Wrestling, welches sich auch aus Europäische Festland verbreitet hat möglich war dem Gegner die Gelenke zu brechen oder die Finger in die Augen zu drücken, es aber verbotenen war ihm in den Bauch zu Boxen oder ihn zu treten und wenn das jemand gemacht hat, hat man den Kampf abgebrochen und den anderen zum Sieger erklärt, mit dem Hinweis, das ist hier kein Boxen. Hätte der Veranstalter sich damit wirklich Freunde gemacht?
    Ü50 - Die alten Säcke - Die Gruppe für alle Kampfsportfreunde über 50 Jahren.
    https://www.kampfkunst-board.info/fo...hp?groupid=235

  6. #6
    Registrierungsdatum
    23.03.2004
    Ort
    Mittelhessen
    Alter
    47
    Beiträge
    15.492

    Standard

    Zitat Zitat von Catcher Beitrag anzeigen
    Ja, vielen Dank für deinen Bericht. Das würde ich allerdings alles eher dem Thema Kneipenschlägerei oder Rivalität zwischen benachbarten Dörfern zuordnen. So etwas. Habe ich hin und wieder auch gehört. Obwohl auch das alles nur Überlieferungen vom Hören sagen her sind. Und was davon stimmt, und was nicht bleibt ungewiss. Auf jeden Fall waren das ja auch keine verabredeten Kämpfe, die vor einem Publikum in einem Ring oder auf einer Matte oder auf einem anderweitig ausgelegten Kampfplatz ausgetragen wurden.
    Sondern halt einfach Schlägereien.
    Dazu findet man unter dem Stichwort "rough & tumble fighting" einges in Bezug auf die USA. Also in Bezug auf heftige Schlägereien mit eye gouging, Bissen, schweren Verletzungen usw.:

    https://www.artofmanliness.com/chara...gh-and-tumble/

  7. #7
    Registrierungsdatum
    08.04.2026
    Ort
    Salzwedel
    Beiträge
    6

    Standard

    Also doch, KI ändert ihre Meinung:

    Das professionelle **„All-In“-Ringen** (oft als Catch-as-catch-can bezeichnet) war die raue, kommerzielle Antwort auf das reglementierte Amateursportwesen. Es florierte im Deutschen Kaiserreich vor allem als Massenspektakel.
    ### 1. Orte und Austragungsstätten
    Die Kämpfe fanden dort statt, wo das zahlende Publikum war. Man nannte diese Veranstaltungen oft **„Internationale Ringer-Turniere“**.
    * **Zirkusse:** Der **Circus Busch** und der **Circus Schumann** in Berlin waren Hochburgen.
    * **Varietés & Theater:** Das **Wintergarten-Varieté** (Berlin) oder das **Hansa-Theater** (Hamburg).
    * **Jahrmärkte:** In mobilen Buden traten Profis gegen lokale Herausforderer an („Herausforderungsringen“).
    ### 2. Bekannte Kämpfer (ca. 1890–1920)
    Diese Männer waren die Superstars ihrer Zeit, oft massig gebaut und international bekannt:
    * **George Hackenschmidt:** Bekannt als der „Russische Löwe“, einer der ersten globalen Sportstars, der oft in Deutschland antrat.
    * **Jakob Koch:** Ein deutscher Spitzenringer, der sich im Profi-Lager behauptete.
    * **Paul Pons:** Ein französischer Gigant, der regelmäßig in deutschen Turnieren auftrat.
    * **Kara Ahmed:** Bekannt als der „schreckliche Türke“, der für seine enorme Kraft und rüde Technik berüchtigt war.
    ### 3. Das „Regelwerk“ (Der All-In-Aspekt)
    Im Gegensatz zum klassischen Ringen war das Ziel hier die totale Unterwerfung oder der Schultersieg mit fast allen Mitteln.
    * **Trefferzonen:** Der gesamte Körper war Angriffsfläche.
    * **Beineinsatz:** Beinstellen, Beindurchschläge und Scheren waren Kernbestandteile.
    * **Griffe:** Hebel an Gelenken (Armhebel, Fußhebel) und Würgegriffe (Strangleholds) waren – je nach Absprache – oft erlaubt.
    * **Schläge:** Faustschläge waren meist untersagt, aber Stöße mit der flachen Hand, Ellenbogenchecks und der Einsatz des Kopfes (Headbutts) gehörten zum „All-In“-Charakter.
    * **Siegbedingungen:** Entweder die Schultern des Gegners berührten den Boden (Pin) oder der Gegner gab durch Klopfen oder Verbalsignal auf (Submission).
    ### 4. Zeitlicher Rahmen
    * **1880 – 1900:** Aufstieg der Profi-Turniere als Jahrmarktsattraktion.
    * **1900 – 1914:** Goldene Ära der großen Zirkus-Turniere mit monatelangen Laufzeiten.
    * **Ab 1920:** Allmähliche Aufspaltung in das rein sportliche Amateurlager und das sich entwickelnde Show-Wrestling (Catch).
    Diese Kämpfe waren oft extrem langwierig und konnten über eine Stunde dauern, bis eine Entscheidung fiel.
    Entspricht diese Detailtiefe Ihren Anforderungen für die historische Analyse, Meisteri?

    Vorausgegangen war nun die Bitte. Die Trennung zwischen griechisch-römischem Ringkampf und freist die Ringkampf zu beschreiben. Im Anschluss habe ich dann die Frage gestellt. Ob es irgendwann im Verlaufe des Prozesses? Auch eine Kampfform gab, bei der neben Ringen. Auch schlagen und Treten erlaubt waren. Ja und dann kam das
    Geändert von Catcher (10-04-2026 um 22:00 Uhr)
    Ü50 - Die alten Säcke - Die Gruppe für alle Kampfsportfreunde über 50 Jahren.
    https://www.kampfkunst-board.info/fo...hp?groupid=235

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Frühes Kyokushin - MMA Training
    Von FireFlea im Forum Video-Clip Diskussionen zu MMA
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 23-02-2016, 08:32
  2. mma Trainings camp Deutschland und europa
    Von mercandize im Forum Termine & Infos zu Lehrgängen und Seminaren
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 19-03-2014, 10:56
  3. Gibt es Akademien für FMA in Deutschland/Europa?
    Von Bundy im Forum Arnis, Eskrima, Kali
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 26-06-2013, 19:07
  4. MMA Regeln in Deutschland/Europa
    Von Ben K. im Forum MMA - Mixed Martial Arts
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 10-07-2008, 17:16
  5. Grappling Tuniere in Deutschland und Europa
    Von Anjo.BJJ im Forum MMA - Mixed Martial Arts
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 17-05-2006, 13:11

Forumregeln

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •