Ich trainiere (bzw. trainierte in den letzten 27 Jahren) mit Leuten die dies taten, aus verschiedenen Richtungen des WC.
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ach so, also nicht - ich dachte nur, du weißt zu dem Thema etwas, da es den Anschein erweckt
um genau zu sein, hast du also keine Ahnung von Wing Chun
"Problem" war die Art der Uebermittlung des Wissens fuer andere, als auch das Herauskitzeln dessen was er weiss, es dann zu "sortieren" ...es heisst, er "musste" die HP wieder erlernen, also den Ablauf... daran waren einige seiner Schueler, und eben auch WSL massgeblich dran beteiligt und haben manches selber beigetragen. Man muss wohl diese Leute auch als Gruppe betrachten, wo WSL halt aus gewissen Gruenden verdient heraussticht. Es ist alles ganz unspektakulaer so weiter gelaufen, wie immer, Leute entecken und entwickeln und geben (teils) weiter und es wird besser. Und drumrum wird dann gedichtet.
Man kann auch mit einem Fauststoß die Zentrallinie nutzen. :D
Kettenfauststöße machen zum Üben Sinn.
1. Beide Seiten zu kräftigen um flexibel zuschlagen zu können, wie man es dann auch im Poon Sao und Chi Sao braucht.
2.Die folgende Faust über das Handgelenk der vorderen Faust führen zu lernen, was man für Trapping (jam , jat, pak sao ) braucht.
3. Die vordere Faust wieder als Schutzhand (Wu Sao) mit Vorspannung zurückbekommt.
was soll an 3 oder mehr Karnickelrammelstößchen so Kampfentscheidend sein?
Das ist ein Problem. Man schaue auf den Wing CHun Stammbaum; ein Haufen Leute im Laufe der Entwicklungszeit, ein halbes Dutzend mind. reine Maerchenfiguren, eine Art von Explosion in alle geografischen Richtungen ueber die Jahrzehnte, Interpretationen, Anderungen... fuer mich persoenlich ist da mein roter Faden, aber auf der Landkarte des Wing Chun ist das nur eine von vielen Routen hin in die Neuzeit. Die ganzen Faeden zusammen ergeben, mMn. keineswegs automatisch einen brauchbaren Teppich
Will man es wissen, sollte man auf eines fokussieren. Ich wuerde irre werden (oder sein), wenn ich mit Chunnern aus verschiedenen Richtungen trainieren wuerde.
Scherz oder?
die 3 ist das einzig interessante daran
zugegebenermaßen kann die 3 auch 2, sogar 1 sein, bleibt aber im Endeffekt 3
um auf Deine Punkte (die zwar 3 sind aber Punkt No.1 und No.3 sind sinnlos) einzugehen:
beantwortest Du den Sinn der 3 doch unter Deinem Punkt No.2
Hi Jesper,
ich habe mir gerade noch mal das Buch von Judkins rausgesucht und mir seine Quellen bzgl. der Aussage angeguckt wie früher trainiert wurde:
S. 255Zitat:
Like Jiu Wan and Lee Shing before them, the brothers also noted that their father had substantially reformed the verbiage and metaphysical structures used to teach the art. The five elements and the eight trigrams were gone, and in their place were discussions of force and leverage. Traditional names, sayings, and poems, things that had always been part of martial arts instruction in Foshan, regardless of style, were also jettisoned. The physical structure of the wooden dummy had been adapted to apartment living, and training on the plum blossom poles was eliminated altogether. Students were also taught practical skills up front, and discussions of philosophy and principles were introduced only later when they were more likely to be personally meaningful. In short, while Ip Man was still teaching Wing Chun, the actual presentation of his system came as a surprise to his children.71
Er gibt hier Jiu Wan, Lee Shing, Ip Chun und Ip Chin als Quellen für das Vorhandensein der philosophischen Sprache im WC an. Wenn die unrecht haben, welche Quellen bzgl. des früheren Unterrichts sind denn seriös und wer hat wann die philosophische Sprache entfernt, denn in anderen südchinesischen Stilen, aus denen das WC ja hervorgegangen ist, ist es ja enthalten, wie ja auch diverse Bronze Man Bücher belegen.
Du bist ja gut in Foshan vernetzt und daher bin ich für jeden Tip bzgl. seriöser Quellen dankbar. Wenn man seriöse Namen hat, dann kann man Geschriebenes besser filtern...
Klar, die Sprache selbst beschreibt nur universelle Zustände/Regeln (wie die 8 Richtungen, anatomische/physiologische Begebenheiten, etc.), das tut sie halt in einer speziellen Art und Weise. Ebenen und Vektoren sind natürlich auch Ideen oder Bilder, beschrieben in moderner Terminologie. Man könnte ja auch noch weiter gehen und die mathematischen Formeln dafür nehmen.
Ich sehen den Unterschied halt darin dass der Ansatz mit der daoistischen und buddhistischen Sprache einen sehr viel weiteren Ansatz wählt, quasi ein größeres Gesamtbild formen kann.
Angesichts des historischen Kontextes, in dem WC entstanden ist, finde ich es spannend von dir zu hören wie und wann sich die Sprache/Terminologie in der Tradition geändert hat.
Wenn du es nicht schreiben magst warte ich auch gerne bis zu einem persönlichen Treffen. ;)
War auf Okinawa und in Japan doch genauso, die dachten halt, preußischer Militärdrill und industrialisierte Bildung schlägt
die Tradition.
Die Länder waren seit den 1850er Jahren doch extremen Umbrüchen, aggressiver ausländischer Einflüssen und neuen Weltbildern
ausgesetzt.
Kanken,
Schickst Du mir bitte eine E-mail Adresse, wo ich Dich erreichen kann?
Ich habe Dir etwas geschrieben, aber es ist ein bisschen zu lang fuer das Forum und auch eine PN
LG
Ist raus. Vielen Dank für Deine Mühen.
Und andere betreiben kein Sparring und meinen Kampfkunst zu machen... :rolleyes:
An den "Kettenfauststößen" erkennt man schön wie stark der europäische/deutsche (Kernspecht) Einfluss auf das Wing Tsun weltweit war.
Sogar in der neusten englischsprachigen Version von "Wing Tsun Kuen" wird nicht der Begriff Chain Punches am Ende der SNT benutzt.
"Alternate Thrusting Punches" ist der von Leung Ting immer noch benutzte Begriff.
Kernspecht hingegen hat bereits 1980 "Kettenfauststoß" geschrieben. Nach Ansicht meiner Wing Tsun Lehrerin hat Kernspecht damit maßgeblich zur Fehlinterpretation beigetragen.
Wobei das in vielen aber nicht allen EWTO Schulen dadurch abgeschwächt wird (nach Aussage des EWTO-Lehrers meines Vertrauens :) ), dass nie mehr als 3 Fausstöße als "echte" Kette "abgefeuert" werden. (Also lks-re-lks PAUSE re-lks-re PAUSE lks-re-lks PAUSE usw...)
Leider konnte man mit schnellen Fauststößen gut Werbung machen. Spätestens nachdem William Cheung 1984 den "speed punching" Rekord aufgestellt hatte, waren "Kettenfauststöße" in der Szene angekommen.
Alexa91,
Die chinesische Bezeichnung fuer diese "alternierenden" Fauststoesse -
die auch von Leung Ting benutzt wird, wenn er Chinesische schreibst und Kantonesisch spricht, ist "Lin Wan Kuen" oder auch "Lin Wan Choi" - die Uebersetzung "Kettenfauststoesse" ist keineswegs verwirrend und traegt keinesfalls zu Fehlinterpretationen bei, da es relativ eng an das Chinesische haelt. Das "Kette" bezieht sich darauf, dass die Faustoesse mit eineinander verkettet sind und einander folgen - man koennte auch das Wort "kontinuierlich" dafuer benutzen.
"Lin Wan" ist keine Technik, sondern ein "Konzept", als dass Techniken einander in einer ungebrochenen Kette folgen, es muessen nicht unbeding "Yat Ji Chung Kuen" sein. Dieses Konzept gibt es auch in andere Stilen, wie z.B. Choi Lei Fut und Hung Kuen.
Was dieses 3-malige abfeuern angeht, so ist DAS ein Misvestaendnis und eine Eigeninterpretation, die sich eingenistet hat, weil jemand den Kuen Kuet welches sich auf die 3 bezieht aus einem groesseren Konzept gezogen hat und dadurch die urspruengliche Meinung verlorengegangen ist. "Kuen But Got Saam" - nicht mehr als drei Fauststoesse bezieht nicht darauf, dass man Fauststoesse in Dreierserien machen soll, sondern dass man nach drei Fausstoessen die Technik wechseln soll, wenn man nicht getroffen hat (in der Leung Ting Schule). Aber dies ist nicht die urspruengliche Bedeutung, denn dieses "WT Motto" ist die dritte und letzte Zeile in einem generellem suedchinesischen Kung Fu Kuen Kuit.
MfG
Kuen But Gor Saam ;)
Kettenangriffe gibt´s in allen Künsten, ob man das de cadena, fluid attack oder sonstwie nennt ist ja eher lax
könnte man vermutlich ein Bild von Kanken bemühen
und ja man macht 3, danach wechselt man spätestens den Ort und Ziel
ich schrieb schon weiter oben was zur 3
Ketten haben 2 Laufrichtungen, nur mal so am Rande
wenn man schon eine Messerform hat, sollte man vielleicht die Dinger in die Hand nehmen
da lernt man interessante Dinge, die einem im waffenlosen Kontext nicht so auffallen
Lesetipp (Auch für den Mario):
Die Kommentare von dem alten Kämpen H.M. (mehrere und auch lang) unter dem aktuellen / vorletzten Post von KRK auf seiner Facebook-Seite.
Er spricht mir aus der Seele.
Hallo Jesper,
kleines Missverständnis. Mir ging es nicht um den korrekten Begriff, sondern um das was in manchen Wing Tsun Schulen daraus geworden ist.
Aus abwechselnden und kontinuierlichen Fauststößen - die "bewusst" und mit Power ausgeführt werden, wurden endlose (und manchmal hirnlose) Serien von Fauststößen die zum Teil keine Wirkung zeigen. Durch die häufige Nutzung im Training als Beschäftigungstherapie und zur Fitness-Steigerung, wurden die von Paradiso in #769 genannten "Karnickelrammelstößchen".
Nach unserem Verständnis sind die Fauststöße wie Odysseus es auch in #771 schreibt: "Es sind nicht einmal drei, sondern dreimal einer." - (Nicht missverstehen: Nicht 9 im ganzen, sondern 3.)
Nachtrag: Der Begriff "Kettenfauststoß" hat ein Bild erzeugt, dass Quantität vor Qualität gestellt hat.
Ähm, passt ganz gut zum Topic, und ein paar Fragen, die aufkamen.
CSK
Liebe Grüße
DatOlli
Guter Text.
Allerdings stellt sich mir die Frage, wie man Power mit der lt schrittarbeit, bzw. Wendung in die Fäuste bekommen soll.
Hab das schon ne echte Zeitlang probiert....
Hat erst dann geklappt, als ich die wsl schrittarbeit und wsl Wendung trainiert habe.
Gruss1789 :)
:) Dein "Power" ist wohl nicht mein "Power" :)
Ich hätte vielleicht schreiben sollen: "bewusst" und immer mit so viel Schlagkraft wie du kannst :) Das wäre vermutlich deutlicher gewesen.
Zu deiner Frage.
Aus der klassischen schulmäßigen Wendung im Stand wie Anfänger sie üben (z.B. Tan Sau - Fauststoß)? :o Eher weniger.
Der schulmäßige Vorwärtsschritt wie in Anfänger lernen (Verfolgungsschritte)? :o Eher weniger wenn du nicht ordentlich dein Körpergewicht einsetzen kannst. Und selbst dann schaffen 50 Kg gegen 100 Kg in einer stressfreien Übungssituation eigentlich auch nichts.
Wenn du wirklich kämpfen willst/musst. Wettkampf oder Beruf. War deine Lösung mit WSL Schrittarbeit und Wendung schon die richtige.
Grüße
Alexa