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... Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Welte: „Selbstverständlich erhält auch jeder COVID-Leugner dieselbe Behandlung, wie jeder andere COVID-Patient auch. Da gibt es überhaupt keine Diskussion, sondern nur Professionalität, das ist medizinisch und ethisch geboten! Aber es ist auch den Mitarbeitenden nicht zu verdenken, wenn sie sich ihre Gedanken machen: Warum muss ich diesen uneinsichtigen Menschen meine Zeit widmen? Werden durch diese Uneinsichtigen denn nicht auch andere gefährdet? Wird dieser Behandlungsplatz einem anderen vorenthalten, weil ein Mensch unbelehrbar ist? Da solche Fragen durchaus auftauchen, haben wir uns entschlossen, für das gesamte Team wieder ein psychologisches Coaching und verstärkt Supervision anzubieten. Aber um es noch mal deutlich zu sagen: alle Mitarbeitenden, Pflege und Ärzteschaft, behandelnden COVID-Leugner genauso gut, wie andere COVID-Patienten.“...
Wir haben von unserer Klinik bereits professionelle Hilfe erhalten, Psycholog*innen begleiten und supervidieren uns. Das hilft. Die Krankheit ist schrecklich, alle die damit professionell zu tun haben, wünschen diese ihrem ärgsten Feind nicht. Zum Glück nimmt die Impfkampagne wieder an Fahrt auf. Wir müssen vor allem die erreichen, die es nicht besser wissen und vielleicht Angst vor der Impfung haben. Ausgewiesene Impfgegner und Verschwörungstheoretiker werden wir nicht umstimmen können. Viele aus unserem Team haben sich schon die dritte, die Booster-Impfung geholt.“
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... Zu den schwer an Covid-19-Erkrankten sagt der Intensivmediziner: "Also bei uns ist das durchschnittliche Alter auf der Intensivstation bei cirka 40 Jahren und das besonders Tragische ist: das sind eigentlich alles Eltern, praktisch alles Ungeimpfte - und es sind dann halt welche, die sich beispielsweise bei ihren Kindern angesteckt haben oder in ihrem sozialen Umfeld - zum Teil dann auch beide Elternteile, wo dann die Kinder ohne Eltern dastehen." ---
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...Viele der Langzeitbeatmeten bekommen einen Luftröhrenschnitt. Trotz aller Maßnahmen stirbt rund ein Drittel dieser ITS-Patienten. Da tut es allen Mitarbeitern weh, wenn noch über das Krankenhaus Lügen verbreitet werden.
Welche denn?
Zum Beispiel, dass auf der ITS nur geimpfte Corona-Patienten liegen. Das stimmt grundsätzlich nicht. Zu über 95 Prozent sind es Ungeimpfte. Ausnahmen bildeten Patienten, die wegen einer schweren anderen Erkrankung, zum Beispiel akutem Herzinfarkt, bei uns zur Überwachung waren. Ja, es gibt Corona-Infektionen trotz vollständiger Impfung. Zum Glück erkranken diese Patienten aber weniger schwer. Die Corona-Inzidenz bei Geimpften liegt derzeit bei 70, bei Ungeimpften bei 1500. Das heißt, Ungeimpfte werden 20-mal häufiger angesteckt als Geimpfte....
Die Mitarbeiter sind noch von der Corona-Welle im Frühjahr her psychisch und physisch ausgelaugt. Krankenstand und Quarantänen reißen Lücken. Ich bin froh über die gute kollegiale Zusammenarbeit in unserer Klinik und zwischen allen Fachkliniken.
Geht da manchmal auch die Wut mit auf Station?
Wut ist nicht das richtige Wort, aber wir könnten viel besser dastehen. Wir haben gute Impfstoffe mit einer sehr hohen Wirksamkeit. Die Infektionen und Erkrankungen sind überall in den Regionen mit niedriger Impfrate besonders hoch, also auch hier bei uns. Ungeimpfte und Ignoranten der Abstandsregeln sind letztlich für alle ein Problem....