Nach meinem Verständnis geht es dabei nicht symbolhafte Angriffe mit einem Schwert. Diese Erklärung habe ich in meinem konkreten Üben so noch nie von einem Lehrer gehört.
Die Angriffe bauen zum einen so aufeinander auf, daß man etwas das man an "einfacheren" Angriffen (Greifangriffe: Der Angreifer hält lieb fest und stellt so den Kontakt selber her) übt, zunehmend auch bei "schwierigeren" Angriffen (Schlag-, Stoß-, Trittangriffe: Der Verteidiger muß den Kontakt bei einem kurzen, starken Angriff selber erarbeiten) umsetzen lernt.
Zum andern sind sie so konzipiert, daß man an ihnen ein jeweils grundlegendes Bewegungsrepertoire erarbeiten kann, das ein größeres Spektrum abdeckt. Es werden nicht konkrete, spezifische wenn-dann Antworten geübt.
In einem frühen Stadium des Übens müßte man diese grundelgende Situation dann jedesmal gewissermaßen in die konkreten Szenarien hinein "übersetzen".
In einem fortgschritteneren Stadium sollte der Körper diese "Übersetzungsarbeit" unbewußt und unmittelbar leisten.
Diese Weise mit didaktischen Formen zu arbeiten, ist für japanischen KKe typisch. Viele kata in den koryû funktionieren auf genau diese Weise.

