Zitat:
Zitat von
Seemann
Ich finde es gar nicht so schlimm, dass du das nicht einsiehst. :)
Da bin ich ja froh :p ;)
Zitat:
Ich würde übrigens bevorzugen, wenn man dafür sorgt, dass das Gesundheitssystem nicht nur nicht kollabiert, sondern auch nicht an den Rand des Zusammenbruchs kommt. Mit steigender Belastung steigt die Zahl der Toten, nicht erst am Punkt des Zusammenbruchs. Dazu gibt es ziemlich eindeutige Untersuchungen und zwar schon seit lange vor Covid-19.
Das war wohl etwas überspitzt formuliert. Natürlich muss es eine sinnvolle Grenze geben. Allerdings sind wir da im Moment sehr weit von weg.
Zitat:
Kann man so sehen, ist in meinen Augen aber nichts weiter, als ein nettes Gedankenspiel, das von der Gesamtschau eher abbringt.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich ;) Hier in der Stadt kann man die Ausweichbewegungen gut erkennen. Die Leute stapeln sich an der Isar, wenn sie nicht in die Berge oder in Schwimmbäder dürfen. Die Restaurants sind voller mit Menschen, die viel trinken, während Bars geschlossen haben. Eigentlich ist doch logisch, dass wenn ich den Raum verkleinere, weniger Platz da ist. Wenn die Leute nicht mehr zuhause bleiben, kreiere ich Problem, die evtl. nicht da wären, wenn alles geöffnet wäre mit Abstandsregelungen versehen wäre.
Im Grunde will man die Leute zwingen, zuhause zu bleiben, will es aber nicht offen sagen. Die wollen aber nicht zuhause bleiben und knubbeln sich anderswo. Da bleibe ich dabei: das ist kontraproduktiv. Das war übrigens letztens in Griechenland auch so: fast alle Gastronomen, mit denen wir uns unterhalten hatten, sagten, dass die Leute im Moment besonders viel rausgehen, weil sie Angst vor dem nächsten Lockdown haben. Selbsterfüllende Prophezeiungen in Reinkultur.
Zitat:
Dann weist du hier aber auf ein "Problem" hin, dass es faktisch nicht gibt. Die Mehrheit der Leute steht ja hinter den Maßnahmen, wie du mit den Verweis auf Umfragen selbst einräumst. Auch dein Verwandter, wie du selbst schreibst, nimmt hat seine Reiseeinschränkung akzeptiert, was ich auch gut finde.
Hatte ich nicht erwähnt, dass ich glaube, dass die Leute in den Umfragen nicht die Wahrheit sagen? Oder die Fragen falsch gestellt werden? Wenn ich frage, ob die Leute für die Maßnahmen sind, werden sicher die meisten das bejahen, denn gegen alle (sic!) Maßnahmen sind vermutlich nur die Allerwenigsten. Wenn ich also frage: „Sind sie bereit eine Maske zu tragen, um die Alten und Schwachen zu schützen?“. Dann sind vermutlich 95% dafür. Wenn ich hingegen frage „Glauben Sie, dass Masken in der Fußgängerzone erforderlich sind, um Alte und Schwache zu schützen?“, sieht es vermutlich anders aus. Wie auch immer: Ich kenne das Design der Umfrage nicht, gewinne aber in meinem den Eindruck, dass fast niemand glaubt, dass wir schärfere Maßnahmen brauchen und die Allermeisten viele der Maßnahmen bescheuert finden aber sich dran halten. Nach dem bayerischen Motto: Bevor ich mich aufrege ist es mir lieber wurscht.
Das kann man gut finden, wenn man für die bestehenden Maßnahmen in toto ist. Ich finde es schlimm weil ich es, was den offenen gesellschaftlichen Diskurs und eine Politik, die das Volk einbindet, betrifft, fatal finde. Die politischen und gesellschaftlichen Kollateralschäden wird man wohl erst später sehen. Dann braucht man aber nicht zu jammern, wenn die nächste Idiotenpartei 25% erreicht.
Zitat:
Die Zählung der Toten ist erstmal eine Zählung der Toten und nicht mehr. Immerhin aber eine Zählung, das ist bei der Grippe etwas anders. Vergleicht man die Zahl der laborbestätigten Grippetoten mit der Zahl der laborbestätigten Covid-19-Toten, wird eigentlich deutlich, dass es hier gewisse Unterschiede gibt. Daher schwächt der Vergleich in dem Falle deine Argumentation aus meiner Sicht durchaus.
Welche Argumentation? Dass sich das nicht vergleichen lässt? Das habe ich mir ja nicht ausgedacht... So z.B. hier:
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4908926
Die kommen ja z.B. auf Faktor 5 und nicht auf Faktor 16. Aber wie gesagt: eh‘ Blödsinn.
Zitat:
Ich erwarte gar nicht, dass sich die Leute ständig und strikt an die Vorschriften halten und es ist auch okay so, weil die Situation entspannt ist. Wenn es so ist, dass die Leute sich einigermaßen dran halten, damit man ihnen nicht auf den Sack geht, reicht das vllt schon und ist mir grundsätzlich lieber, als rigoros durchgesetzte Maßnahmen, auch wenn ich auch für diesen Schritt wäre, wenn er wirklich erforderlich werden sollte.
Wie wäre es denn mit weniger Regeln, die dafür konsequenter verfolgt würden?
Zitat:
Und an dem Punkt unterscheiden wir uns dann. Ich sehe keine Panik, weder jetzt, noch im Frühjahr wohlgemerkt. Ich sehe Menschen, die eine Panik herbeireden wollen oder sich auf Panik beziehen, ohne dass für mich eine reale Grundlage dafür erkennbar wäre.
Ich kenne einige Leute, die echte Angst haben und alles andere als entspannt mit der Situation umgehen. Meine Frau hat beruflich sehr viel mit Menschen zu tun und die sagt, eine Menge haben Angst. Die geben es meist nicht zu aber man merkt es an einem übervorsichtigen Verhalten. Wenn das nur eine verzerrte Stichprobe ist soll es mir natürlich recht sein. Wie wäre es denn, wenn es auch dazu mal Umfragen und Studien gäbe, deren Ergebnisse dann in die politischen Entscheidungen einflössen? Mir ist da nichts bekannt und das finde ich äußerst bedenklich.
Zitat:
Das ist richtig. Du hast aber nicht die Gefahr, dass plötzlich eine Flut von z.B. Herzinfarktpatienten das Gesundheitssystem zum kollabieren bringen.
Das Argument kannst du jemandem gegenüber bringen, der sofort wieder Großveranstaltungen, After Ski-Partys oder Discobesuche möglich machen will.
Zitat:
Und ich denke, nicht schlecht, wenn es da gewisse Vorgaben gibt.
Da sind wir uns ja auch einig. Im übrigen, auch wenn ich mich da wiederhole, glaube ich auch nicht, dass du viele findest, die mit „gewissen Vorgaben“ ein Problem haben. Ich kenne jedenfalls keine. Ich kenne Leute, die das genauso gut finden und ich kenne andere, die gerne darüber diskutieren würden, welche von den Maßnahmen überflüssig sind und wie weit diese „gewissen Vorgaben“ gehen sollten. Aber das ist wohl das Schlimme an dem Ganzen: die selektive (auch meine) Wahrnehmung. Ich erlebe es nämlich eher so, dass die Letzteren von Ersteren als Coronaleugner, Covidioten, Verharmloser usw. verunglimpft werden, obwohkl sie eigentlich nur diskutieren und/oder angehört werden wollen.
Wie auch immer, mein persönlicher Ausweg ist, mit denen zu diskutieren, die an einer sachlichen Auseinandersetzung interessiert sind (kennt man ja auch aus KS/KK: man haut sich auf die Schnauze ohne böse Emotionen und geht anschließend ein Bier miteinander trinken :D). Polemiker und Ideologen beider Lager hingegen sind für mich A***geigen und disqualifizieren sich als Gesprächspartner.
Peace out!