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Thema: F.C. Christmann und der napoleonische Säbel

  1. #1
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    Standard F.C. Christmann und der napoleonische Säbel

    Hallo zusammen,
    viele interessieren sich für die napoleonische Ära. Gerade auch was das Nachstellen von Schlachten etc. anbelangt. Als Sicht des Historischen Fechtens gibt es nur leider das Problem, dass es anscheinend so gut wie keine französische Quelle gibt, die ordentlich aufschluss darüber geben kann wie denn nun so ein System für den Säbel ausgesehen haben muss.
    Viele HEMAisten sind international sehr angetan von F.C. Christmanns Theorie des Hau= Stoßfechtens von 1838. Das ist zwar nicht mehr Napoleonic aber besagter Fechtmeister hat nach eigener Aussage in der Armee gedient und unter verschiedenen Fechtmeistern der Arme gelernt. Deswegen versprechen sich viele Leute davon Aufschluss über das Ausgangssystem. Tatsächlich unterscheidet sich das Hau= Stoßfechten von anderen deutschen Systemen der Zeit und verwendet ebenfalls viele französische Termini. In wie weit es stimmt, dass man hier napoleonisches Säbelfechten sieht mag ich nicht sagen, das überlasse ich anderen Experten. Ich habe mich allerdings nach Jahren dazu breitschlagen lassen eine Videoserie zum System zu machen, da die englische Übersetzung (meine ;-) ) auch noch etwas dauern wird. Vielleicht findet sich hier ja auch der ein oder andere Interessierte. Ich werde euch auf dem Laufenden halten :-)




  2. #2
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    Nach dem Gruß geht man üblicherweise in Stellung, deshalb ist es normalerweise in alten Fechtbüchern auch üblich aus der letzten Position eines Grußes den Übergang in die oder in eine Kampfstellung des Systems zu beschreiben. Bei Christmann handelt es sich dabei um eine "safty first" Position, die durch die vorgehaltene Waffe und dessen Gefäß in verhangener Haltung - also mit der Klinge unter der Hand - besonders wenig Angriffsfläche bietet.

  3. #3
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    Nach der Stellung wird die Beinarbeit vermittelt. Das kann je nach System mal mehr, mal weniger sein. Christmann ist da etwas variantenreicher, deswegen wird es zur Beinarbeit mehr Teile geben.
    Dieser beschäftigt sich mit dem Vor- und Zurücklehnen, was genau genommen noch gar keine Beinarbeit ist ;-)
    Diese beiden zusammen mit der tiefen Kniebeuge in Stellung sind nicht nur taktisch nutzbare Beinarbeit sondern auch kleine Kräftigungsübungen.


  4. #4
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    Der Ausfall ist die fundamentale Beinarbeit wenn es um Angriffe im Fechten geht. Es gibt leicht verschiedene Arten, in diesem Video gibt es eine kurze prägnante Zusammenfassung für den Ausfall in Christmanns Säbel:

  5. #5
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    Beinarbeit ist eine ziemlich wichtige Angelegenheit in den meisten Kampfkünsten. Sie manipuliert die Mensur aka Distanz zum Gegner (verlängert, verkürzt oder hält sie konstant), außerdem ist sie häufig unerlässlich um direkte Konter bzw. Tempoaktionen sicher zu starten.
    Deshalb gibt es auch noch einen Teil zur Beinarbeit ;-)

  6. #6
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    Der letzte Teil zur Beinarbeit behandelt einige Arten der Körperparade, also das Ausweichen.
    Es stellt sich immer die Frage wie groß und weit das Meiden ausgeführt werden soll. Am besten ist es immer, wenn man nur soweit zurückweicht, dass man selbst mit der Waffe im Moment des Angriffs selbst einen Treffer setzen kann. Um möglichst sicher dabei zu sein ist das Ziel dabei häufig der gegnerische Arm.
    Christmann nennt das parieren mit der Waffe positives und das meiden mit dem Körper negatives parieren.


  7. #7
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    Endlich gehts ans Eingemachte! Ich weiß keiner der sich für ein Säbelsystem interessiert, möchte gern erstmal mit Beinarbeit überrollt werden, aber naja.
    Also los gehts mit den Haupthieben.
    Christmann ist wie so oft erwähnt ein safty first system, also will er auch wenig Blöße bei den Angriffen geben. Deshalb hiebt er bei gestrecktem Arm ausschließlich aus dem Handgelenk.
    Wie das aussieht könnt ihr euch dann ansehen ;-)

  8. #8
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    Jetzt wo wir hieben können, müssen wir natürlich auch noch schauen wie wir uns verteidigen können.
    Christmann benutzt dazu nur zwei verhangene Paraden - eine für die Außenseite und eine für die Innenseite.
    Durch den lang gestreckten Arm und den Handschutz des Säbels sind große Bewegungen zur Seite nicht nötig. Die Klinge wirkt sozusagen wie ein Wellenbrecher.

  9. #9
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    So,
    jetzt habe ich endlich mehr oder weniger die ganze Playlist durch: interessantes System!
    Ich sehe da einige Parallelen zum Highland Broadsword.
    Mal sehen, ob wir da in der Zukunft mal einen Exkurs machen....

    Auf jeden Fall vielen dank für´s Posten (und für die Arbeit).
    women life freedom

  10. #10
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    Zitat Zitat von die hummel Beitrag anzeigen
    So,
    jetzt habe ich endlich mehr oder weniger die ganze Playlist durch: interessantes System!
    Ich sehe da einige Parallelen zum Highland Broadsword.
    Mal sehen, ob wir da in der Zukunft mal einen Exkurs machen....

    Auf jeden Fall vielen dank für´s Posten (und für die Arbeit).
    Hi Hummel, die Playlist wir noch eine ganze Weile wachsen, da ist noch viel zu tun. Ziel ist es ja auch zu zeigen wie anders Säbelfechten aussehen kann entgegen der landläufigen Meinung, die aus Film und Fernsehen geprägt wurde.
    Die Paralellen höre ich tatsächlich nicht zum ersten mal, allerdings ging es da mehr allgemein um Roworth und "regimental Broadsword". Wobei die Unterscheidung Highland/regimental nicht sehr üblich ist und meist die Waffe gemeint ist, von daher passt das :-D
    Siegen ist jetzt nicht so weit weg. Ich könnte mal schauen ob "wir" nicht zusammen kommen, wenn die Freifechter in Köln nochmal ein Kontrafechten (offene Halle) veranstalten, die sind ja auch im British military sabre unterwegs.
    Habt ihr eine Gruppe in Siegen oder seit ihr ein paar Begeisterte?



    Ich bin hier auch ein bisschen spät, aber für alle, die es noch nicht gesehen haben; es gibt mittlerweile ein Video zu den verschiedenen Stößen mit dem Säbel.
    Es sind verhältnismäßig viele Variationen. Das liegt daran, dass Christmann wie bereits erwähnt einen starken Fokus auf das Stoßfechten legt und unterschiedliche Möglichkeiten zeigt, wie die Krümmung des Säbels die Bindung im Stoß beeinflussen kann.


  11. #11
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    Zitat Zitat von OliverJ Beitrag anzeigen
    Hi Hummel, die Playlist wir noch eine ganze Weile wachsen, da ist noch viel zu tun. Ziel ist es ja auch zu zeigen wie anders Säbelfechten aussehen kann entgegen der landläufigen Meinung, die aus Film und Fernsehen geprägt wurde.
    Die Paralellen höre ich tatsächlich nicht zum ersten mal, allerdings ging es da mehr allgemein um Roworth und "regimental Broadsword". Wobei die Unterscheidung Highland/regimental nicht sehr üblich ist und meist die Waffe gemeint ist, von daher passt das :-D
    Siegen ist jetzt nicht so weit weg. Ich könnte mal schauen ob "wir" nicht zusammen kommen, wenn die Freifechter in Köln nochmal ein Kontrafechten (offene Halle) veranstalten, die sind ja auch im British military sabre unterwegs.
    Habt ihr eine Gruppe in Siegen oder seit ihr ein paar Begeisterte?
    Tja, touché:
    ich trainiere ja im Grunde genommen bisher hauptsächlich Regimental Style.

    Köln wäre auf jeden Fall ein Katzensprung...

    Und ich habe eine eigene Gruppe Begeisterter.
    Ich lerne aber selber noch bei einem auch Dir sicherlich nicht unbekannten Broadsword-Fechter.
    women life freedom

  12. #12
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    Wo ich noch behauptet habe man bräuchte um loszulegen nur die Paraden in Prime und Seconde, also verhangen nach innen und außen, darf ich mich hier schon revidieren. Denn kaum hat man sich daran gewöhnt und diese verinnerlicht, gibt es zwei Nachzüglerparaden, die vermehrt gegen Stöße eingesetzt werden. Mit anderen Paraden schafft man bessere Startpunkte für Riposten - also Nachschläge oder Stöße - die aus den zwei vorangegangenen Paraden evtl nicht so zügig oder flüssig hatten gemacht werden können.


  13. #13
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    Der nächste Schritt ist die Kombination von Hieben und Stößen mit unterschiedlicher Beinarbeit. Bislang wurde jeder Angriff mit einem Ausfall ausgeführt. Nun fügen wir die bereits bekannten Gangarten und Sprünge hinzu. Das bringt natürlich taktische Vorzüge mit sich aber lohnt sich auch für Anfänger, deren Kopf nun anders mit der bisher "unbekannten" Kombination umgehen muss.

  14. #14
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    Die Riposte ist eine der wichtigsten und ersten Aktionen, wenn es ums freie fechten oder Übungen mit dem Meister geht.
    Eine Riposte ist ein Angriff nach erfolgter Parade. Man versucht also in die -durch den Angriff enstandene- Blöße zu schlagen oder zu stechen.
    Wie mein alter Eskrima Lehrer mal sagte"with attack comes weakness" man macht sich immer auf wenn man angreift, die Frage ist ob der Gegner Kopf genug hat die Möglichkeit zu nutzen.

  15. #15
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    Hiebe zum Bein sind immer eine etwas riskante Angelegenheit. Sie haben eine geringere Reichweite und der gesammte Oberkörper und Kopf verbleiben ungeschützt.
    Trotzdem sollte man auch üben Hiebe zu parrieren, sei es nun positiv mit der Waffe oder negativ durch ausweichen, die wenig gemacht werden oder in Turnieren illegal sind.
    Was wäre denn, wenn man einmal doch jemanden hat, der nicht weiß, dass das eine dumme Idee ist und es einfach tut? Man kann ja nicht einfach sagen "Der gillt nicht" ;-)


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