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Thema: Abenir Kalis

  1. #61
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    Ich habe zum momentanen Stand der Diskussion nichts mehr zu sagen.

  2. #62
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    Ui, Ihr hattet gestern noch ein wenig Spass, wie ich sehe.
    ... Ihr könnt nur alle froh sein dass mein altes ich vor 20 Jahren nicht hier im Forum war, lol

    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    gezeigt wird, wie ich es mir vorstelle und wie es auch mache.
    Zeig mir doch bitte was Du machst, z.B. in einem Video. Gerne auch privat, wenn Du es nicht öffentlich willst; Du hast mein Ehrenwort, dass ich es niemandem Zeig oder auch darüber spreche, wenn Du es nicht möchtest. Es muss nicht knackig sein, wenn Du nicht den entsprechenden Partner hast; einfach so dass ich erkennen kann, was Du machst; würde - meinetwegen auch an der Puppe oder so; ich verstehs dann schon wenn ichs sehe.

    Ansonsten guten Morgen an alle und guten Start ins Wochenende

  3. #63
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    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    Ich kenne keins.

    Es gibt viele Leute, die vieles richtig machen. Aber ich kenne kein Video, wo es so gezeigt wird, wie ich es mir vorstelle und wie es auch mache.
    Kennst Du den Witz mit dem Geisterfahrer der sagt "Einer, ich sehe Hunderte"?

    Du sprichst dauernd von Wissenschaft: Die besteht immer daraus,, dass man sich etwas erstmal neutral anschaut und tiefergehend versteht bevor man ein Urteil fällt. Denk mal darüber nach.

    Von dem her, schnapp Dir dein Handy und erleuchte uns.
    Viele Grüße
    Thomas
    https://www.thiele-judo.de/portal/

    The reality is, you can say ANYTHING you want. You just have to be willing to face the consequences of your choice.

  4. #64
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    ok, können wir das jetzt einfach sein lassen?

    nehmen wir das mit der distanz doch noch mal ganz unaufgeregt auf.

    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    Übungen im Allgemeinen bilden ja nicht immer Situationen ab, sondern sollen Fähigkeiten verbessern: ein Boxer muss ja im Ring auch keine Langhantel von der Brust wegdrücken, aber diese Übung hilft ihm vielleicht bei der Entwicklung von nützlichen Attributen. Und nochmal, was gezeigt wird ist quasi wie das ABC des Defondo, was nur für bestimmte Situationen gilt, die bereits definiert wurden. Wenn wir beginnen Corto zu lernen starten wir übrigens auch in der Corto Distanz (das ist halt so wie in der Fahrschule wo man zuerst Anfahren und Bremsen übt, da gibt es sicher auch Fahrschüler die Fragen was das denn für einen Sinn macht, da sie doch fahren wollen und nicht gleich wieder anhalten, lol). Wenn man weiter fortgeschrittener ist, fliesst man dann - proportional pro Trainingszeit - mehr durch die Distanzen. Und natürlich trainiert man ein weiteres Spektrum; natürlich auch mit Sparring - das muss ich, glaube ich, auch nochmal extra betonen, damit ich nicht missverstanden werde.
    von so was bin ich ausgegangen, als ich das video sah. corto-übungen, medio-übungen, largo-übungen und und transtions-übungen plus sparring und/oder sonstige unkooperative "simulationen" mit, je nach übungszweck mehr oder weniger freiem ablauf und mehr oder weniger druck/kontakt.

    in videos will man was "vorstellen", das nachvolllziehbar ist. da nimmt man zeugs, das nicht "chaotisch" ist (kampf), sondern strukturierte übungen, in denen auf kleinem raum (kameraperspektive) möglichst viel zeigbar ist, das technische eigenheiten (oder auch nicht, weil, wie bei anderen... sieht man dann ja) des stils oder der person aufzeigen kann.
    frage: kann es sein, dass gerne "corto" gezeigt wird, weil dann beide so schön im bild bleiben und man "alles" gut sehen kann?... weil es "interessanter" für laien wirkt... weil... na was könnte es sonst sein?
    ich kenne auch kaum "combative" orientierte aufnahmen. entweder technik/partnertraining bestimmter isolierter aspekte oder (ist ja schön anzusehen, WENN gut gemacht) loopdrills usw. oder sparrings mit mal mehr, mal weniger schutzausrüstung.
    so ist das nun mal. manchmal ärgere ich mich ein wenig drüber, denn wenn von bestimmten, eher weit verbreiteten, stilen, clips mit entsprechend "breitensportlicher" nicht-kämpferischer flapsigkeit in haltung und ausführung und ... sorry... nicht-können und peinlicher ahnungslosigkeit (sogar bezogen auf die techniken/methoden/prinzipien des eigenen stils) verbreitet werden. die tube ist ja voll davon.
    das ist hier aber nicht der fall. die leute wissen, was sie sagen und machen und sie machen es gut. wenn ich nun ein ungutes gefühl bekomme, weil die protagonisten beim zeigen etwas zu nahe beieinander stehen, dann sagt mir mein verstand, dass es dafür einen grund geben muss - sei es bedingt durch die kamera (alles muss im bild bleiben), sei es, weil gerade die phase der transition von largo zu (recht nahem) medio eingedrillt wird, was ja sinn macht, eben WEIL es der gefährlichste moment ist. das will man dann besonders gut können. WEIL man weiß, dass man da eigentlich gar nicht sein SOLLTE, aber dennoch immer wieder landet, da der gegner "in echt" nicht mitspielt, was man so durchsetzen will, da in einer "kriegerischen" konfrontation keine (oder kaum) duelle stattfinden, sondern ein clash der gruppen (largo ist also schwer einzuhalten, wenn von vorne angestürmt und von hinten gedrückt wird), der oft auch noch auf begrenztem raum stattfindet (boote, die stege, die die häuser der küstendörfer verbinden usw. oder "modern" in irgendwelchen räumen, die von der machetenschwingenden gang gestürmt werden... gibt übrigens ein schönes lehrvideo von Atienza Kali über lange klinge bei "mass home invading" dazu... alles ziemlich "medio" und oft sogar "corto", was logischerweise die distanz bei solchen ereignissen ist).
    mit SV in dem sinne, wie es hierzulande unter normalen umständen gebraucht wird, hat das wenig zu tun. muss deshalb aber nicht zwangsläufig "tradition" sein. solche sachen passieren ja auch heute, ist halt nur sehr speziell für spezielle situationen, in die spezielle leute geraten können. sehr speziell ist FMA als KK-liefersystem (!) für SV/combatives so oder so. "braucht" der normalbürger eigentlich nicht, bietet aber einen pool, aus dem man sich sachen für halbwegs "normale" SV situationen raussuchen und anpassen kann und, das war meinem trainer immer sehr wichtig, ermöglicht, kämpferische muster mit hilfe von "tools" einzuüben, was didaktisch ja ein ganz spezielles thema ist (learning with tools... angeblich bessere verarbeitung im muskelgedächtnis usw. ... er sagte des öfteren "doing weapons to get better knowledge and performance without weapons"... ich will da nicht zu weit ausholen)
    es ist sache der sv trainer, aus den liefersystemen SV-relevantes herauszufiltern und ggf. zu modifizieren, damit es in das unterrichtete SV system "prinzipienmäßig" reinpasst.
    was in den FMA gruppen selbst an entsprechenden anwendungen trainiert wird, liegt .... ich wiederhole mich gerne immer wieder.... MEISTENS nicht am stil an sich, sondern am trainer und dessen trainingsplan (bzw. an den wünschen der gruppe oder an die funktion der gruppe auf dem "markt").

    zurück zum Abenir Kalis:
    gibt es entsprechende trainingserfahrungen (sei es innerhalb des stils oder sei es in der eigenen, unabhängigen anwendung dessen, was man in dem stil kennen gelernt hat)? wenn es keine formalisierten übungen mehr sind, sondern "anwendungen" in szenarien zb.? und wenn ja, sind die unterschiede zu anderen stilen dann noch erkennbar oder löst sich das ganze auf in das, was mehr oder weniger alle trainierenden anderer stile aufgrund der "kampflogik" auch machen würden?
    ich würde ja schwer drsauf tippen, dass dem so ist.
    das ist ja fast immer so... sonst sähe zb. auch ein MMA kampf nicht so aus, wie er aussieht.
    vor lauter hin und her im faden seit gestern, bin ich noch gar nicht dazu gekommen, auf den 2. teil des ersten vids einzugehen... kommt bestimmt noch.
    Geändert von amasbaal (20-04-2024 um 13:58 Uhr)
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  5. #65
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    übrigens hatte ich aufgrund des namens mit einer rangehensweise gerechnet, die auf die namensgebende waffe (kalis, das kleine phil. schwert im "kris"-design) abgestimmt ist.
    nun hat pinuti eine geometrisch vergleichbare griffkonstruktion und die länge kommt in etwa auch hin. beim kalis hätte ich aber mehr mit aufgesetzten und dann gezogenen schnitten gerechnet, also weniger "schwingen"...

    auch, wenn es vereinzelt solche spekulationen gab, hat "kalis" nichts mit dem namensbestandteil "kali" in manchen FMA stilen zu tun (es sei denn, es wird in heutiger zeit irrtümlich so gehandhabt). was das bedeuten soll, ist nach wie vor ein räötsel und dass es nicht "historisch" ist, ist ja belegt (erste erwähnung von "Kali" erst in den 1950er jahren, um den eindruck zu erwecken, es gäbe eine von den spaniern unabhängige vorkoloniale tradition dessen, was wir heute FMA nennen. der entsprechende artikel von, ich glaube 1957 mit der entsprechenden "sportpolitischen" intention ist ja schon zu genüge von historikern und FMA autoren entlarvt worden)
    Geändert von amasbaal (20-04-2024 um 15:42 Uhr)
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  6. #66
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    Kali, Kalis, Kilos ... es ist aber auch eine Krux, in der Moderne einen Namen zu finden, für etwas das namenslos war; mit allen Implikationen, die das in der modernen monitär geprägten Gesellschaft haben könnte, und das, wenn man in einer Tradition steht in der das Gesicht so wichtig ist und einem jedes Wort falsch ausgelegt werden kann ... wie schwer habe ich mir getan das waffenlose Zeugs suntukan, dirty boxing od philippino empty hands nennen soll.
    Soviel ich weiss wurden bei einigen, heute grossen und bekannten Stilen einige Namensvarianten durchpermutiert; war im Ilustrisimo genau so. Es gab - meine ich - sogar mal die Variante Olistrisimo.

    Die Silben KaLi sind ja übrigens häufig dass man da ausser Kamut Lihuk noch x- andere, teilweise interessant klingende Varianten, mit geheimnisvollen Erzählungen draus machen kann.

    ... ich schreib gerade noch was zu Deinem anderen Post
    Geändert von QuiRit (20-04-2024 um 16:03 Uhr)

  7. #67
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    @Amasbaals post um 14:50h

    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    gibt es entsprechende trainingserfahrungen (sei es innerhalb des stils oder sei es in der eigenen, unabhängigen anwendung dessen, was man in dem stil kennen gelernt hat)? wenn es keine formalisierten übungen mehr sind, sondern "anwendungen" in szenarien zb.? und wenn ja, sind die unterschiede zu anderen stilen dann noch erkennbar oder löst sich das ganze auf in das, was mehr oder weniger alle trainierenden anderer stile aufgrund der "kampflogik" auch machen würden?
    Naja, mit den Anwendungen ist es ja nicht so ganz einfach; ich kenne zwar Erzählungen, aber das macht ja eher keinen Sinn. Es ist ja auch extrem selten, dass es mal eine Videoafnahme von jemand in Aktion auftaucht, der wirklich etwas kann. Vor einiger Zeit habe ich mal etwas auf Facebook gesehen, das ich hier verlinke. Übrigens hielt ich diese Aufnahme sofort für einen Fake. Allerdings hielt sie dann ein erfahrener als echt, weshalb ich meine Einschätzung dann überdacht habe. Allerdings ist derjenige so alt (70+), dass er vielleicht mit der Social- Media- und Fake-Kultur nicht vertraut ist. https://www.facebook.com/reel/325935710458647


    ... gerne möchte ich Dir auf höfliche Art wiedersprechen amasbaal, lasse mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen, bzw. lerne etwas, wenn Du mich mit Argumenten, bzw. kleinen Teachinginhalten fütterst!

    Zum einen glaube ich, dass nichtmal im Sparring (wo alles am stärksten zusammenfliesst) die Systeme so ähnlich werden, dass die Unterschiede quasi verschwinden (tun sie doch im MMA auch nicht, schien mir?). Im Waffenkampf ist es meiner bescheidenen Erfahrung nach doch genau so und, um so mehr, wenn nicht das typische taktische Sparring praktizeirt wird, sondern z.B so etwas wie ein free Flow: da sind doch schon grundlegende Herangehensweisen ganz unterschiedlich - es gibt Linien, die gehen eher auf Lücke, andere suchen das klack (das fällt mir sehr starkt auf) manche kreuzen lieber, andere gehen mit der Kraft und von Fussarbeit will ich gar nicht reden. Also, wenn ich mit meinen Freunden aus der Inosanto Linie mich bewege, ist das z.B. ganz anders als mit jemand aus der Ilustrisimo linie. Klar, ein Free Flow ist nicht die Realität, aber das ist jetzt halt ein Beispiel das mir geläufig ist und vielleicht auch gut nachvollziehbar. In der Zukunft wird das vielleicht aber anders, es wird ja auch sehr viel übernommen und die Systeme gleichen sich immer mehr an.

    Auf der Anderen Seite könnte man natürlich die Kunst des Kämpfens auch nicht über die Herangehensweise differenzieren, sondern anhand von Verständnisstufen, wobei sich dann auf den höheren Ebenen die stilistischen Unterschiede auflösen; hast Du das gemeint?


    Bzgl. der Videos, die nicht von Grossmeistern veröffentlicht werden: schuldig im Sinne der Anklage Aber Videos sind halt vielleicht auch ein zeitgemässes Mittel um anderen zu zeigen, was man so macht, die sich dann ein Bild machen können ob sie mitmachen wollen oder nicht. Was ich auf Youtube eher kritisch sehe sind Kampfkunstinfluencer, deren Wissenschatz und Können nicht unbedingt auf super hohem Niveau ist, die dann aber Leute in ihrer Meinungsbildung fehlleiten.

  8. #68
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    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    glaube ich, dass nichtmal im Sparring (wo alles am stärksten zusammenfliesst) die Systeme so ähnlich werden, dass die Unterschiede quasi verschwinden (tun sie doch im MMA auch nicht, schien mir?). Im Waffenkampf ist es meiner bescheidenen Erfahrung nach doch genau so und, um so mehr, wenn nicht das typische taktische Sparring praktizeirt wird, sondern z.B so etwas wie ein free Flow: da sind doch schon grundlegende Herangehensweisen ganz unterschiedlich - es gibt Linien, die gehen eher auf Lücke, andere suchen das klack (das fällt mir sehr starkt auf) manche kreuzen lieber, andere gehen mit der Kraft und von Fussarbeit will ich gar nicht reden.
    da widerspreche ich grundsätzlich nicht, habe aber die erfahrung gemacht, dass, wenn es völlig freies sparring ist und keine (oft logischerweise stilspezifischen) aufgaben innerhalb dessen trainiert werden sollen, sehr INDIVIDUELL wird. fast alle, die ich kenne, haben entweder vorher etwas anderes gemacht (anderer stil oder sogar komplett andere KK / anderer Kampfsport) oder machen es zur gleichen zeit. in einem wirklich freien sparring und noch mehr, wenn es um so was geht, das man mit "SV" szenarien vergleichen kann, sehe ich zt. enorme unterschiede, obwohl alle im gleichen verein den gleichen stil trainieren. ein stil kann "kampfpersönlichkeiten" beeinflussen (die art, wie die person an "kampf" herangeht und sich grundsätzlich verhält), kann sie aber niemals völlig bestimmen. vielmehr wurde immer versucht, den stil an die person anzupassen, indem man jene elemente des stils bei ihr betont, die zu ihr am besten passten und nicht umgekehrt (und ein stil hat nicht nur eine art des vorgehens... hm... oder aber ein stil bezeichnet SEHR ENG die art und weise, dann wäre das was anderes, dann müsste man streng nach "system" und "stil" unterscheiden. Boxen hat ja auch unterschiedliche "stile" und trotzdem ist es Boxen. da wird übrigens sehr auf die jeweilige kämpferpersönlichkeit geachtet, wenn es um "passendes" für die person geht.). zumindest hab ich das als die am meisten erfolgreiche vorgehensweise der trainer wahrgenommen, was MEINE fortschritte anging.
    das ist eine interessante frage... kann es einen "objektiven" stil überhaupt geben, der, der vorlage entsprechend umgesetzt, für JEDEN das gleich gute ergebnis bei den trainierenden hervorkitzeln kann, oder ist ein "stil" nicht eigentlich der persönliche stil eines gründers, der tradiert wird und dabei eine vorlage anbietet, die aber individuell interpretiert werden "darf" (oder evtl. sogar muss, wenn eine bestimmte person ein bestimmtes ziel erreichen will, das bei einer reinen "stil-ideal-kopie" evtl. nicht funktionieren würde). letzteres würde übrigens die immer vorhandenen abweichungen erklären, die enstehen, wenn ein stil "splittet" und das "derivat" von einem anderen, als dem ursprünglichen stilgründer, der aber u.U. von anfang an mit dem stilgründer gemeinsam DESSEN stil trainiert hat, dann "stilistisch" vom "muteerstil" in einigen pubnkten abweicht (manchmal sind das weiterentwicklungen... manchmal leider aber auch verschlimmbessernde einbahnstraßen. auch derivat-gründer können sich irren und dinge hervorbringen, die selbst bei ihnen nicht wirklich funktionieren, weil sie sich in irgend eine idee verrannt haben und die abänderung NICHT passt)

    ich habe ja selbst in den meisten fällen in systemen trainiert, die zumindest ein gewisses maß an "flexibilität" aufwiesen. vielleicht daher diese sichtweise.

    vielleicht denke ich aber auch eher in die richtung, die du mit "auflösen von unterschieden" ab einem gewissen verständnis meinst. kann sein. ich sehe das natürlich von heute aus (nicht unbedingt besser in der sache, wenn es mit der zeit jungendlicher power verglichen wird, aber durchaus "verständnisvoller").
    darüber lohnt es sich nachzudenken.

    was die fußarbeit angeht: ja, da sieht man die größten unterschiede. jetzt habe ich aber in den letzten fast 3 jahrzehnten sehr verschiednene fußarbeit gelernt. was ich haute mit den füßen mache, ist MEINE art, sich zu bewegen, basierend auf erfahrungen mit der fußarbeit VERSCHIEDENDER stile. mir wurde das bei trainings in einem bestimmten stil aber nie vorgeworfen. im gegenteil: gute trainer haben darauf immer reagiert mit: aha, das ist die und die fußarbeit. passt ja ganz gut zusammen. mach weiter. ... zudem wurden in meinem letzten "system" einge sehr verschiedene versionen von fußarbeit unterrichtet. man sollte alle kennen, alle zumindest basic können und manches daraus "sich zu eigen" machen, also perfektionieren. wenn allerdings im stil xy ne prüfung gemacht wird, dann gibt es halt die spezifische fußarbeit, die gezeigt werden soll. bekommen die dann auch. logisch. ich rede aber nicht von programmen (mit denen ich nirgendwo zufrieden war. ist oft völlig künstliches zeugs. wer als nicht mehr anfänger nach programmen trainiert, ist selber schuld), sondern von trainingsinhalten und anwendungen im training.
    ich bewege mich waffenlos anders, als mit messer und mit messer wieder anders, als mit langer klinge und wiederum anders mit stock - was die FUSSARBEIT angeht (bewegung ist ja mehr, als fußarbeit. die ist halt nur am flexibelsten bei mir. ich empfinde das als vorteil. komme gut klar damit. andere vielleicht nicht. da gibt es keine generalaussage, die für jeden passt. das ist das gleiche, wie auf die frage: soll ich mehrere stile trainieren oder nur einen? das kommt halt drauf an, mit was man besser fährt.

    übrigens: keine anklage.
    sähe bei mir nicht besser aus. es geht dir ja nicht darum der welt zu zeigen, das du X oder Y vorführen kannst (ich denke da an die sinawali-horror-videos, die entstehen, wenn leute meinen der welt erklären zu müssen, wie man ein sinawali schlägt, ohne zu wissen, wozu das eigentlich gedacht ist. von den technisch-mechanischen fähigkeiten mal ganz abgesehen). und meist sieht es doch ganz gut aus, was du da machst. es soll ja auch was erkenmbares zeigen und nicht zeigen, dass du jemanden damit spielend (! hihi... passt...) und in echtzeit fertig machst.
    wenn ich das richtig verstehe, probierst du aus, lernst quasi "live", zeigst, wo du gerade dran bist, was dich interessiert... und machst das, um feedback zu bekommen.
    das ist ne ganz andere nummer, die ich SEHR hoch schätze. spielen! im POSITVEN sinne. learning by doing/playing sozusagen... und andere daran teilhaben lassen
    Geändert von amasbaal (20-04-2024 um 23:32 Uhr)
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  9. #69
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    hinter den Bergen bei den ...
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    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    Ich kenne keins.

    Es gibt viele Leute, die vieles richtig machen. Aber ich kenne kein Video, wo es so gezeigt wird, wie ich es mir vorstelle und wie es auch mache.

    Aber sicher gibt es Leute, die vieles besser können als ich.
    das ist das schöne, wir können es halbwegs live ausprobieren, muss man sich nix vorstellen einfach nur machen. Ich denke bei Dir ist zuviel Theorie und zuwenig Reality Check. Willst Du Deinen Kram weiter bringen, miss Dich mit Guten Leuten.

    gruss
    Andreas Rebers: Provinz ist da, wo der Lehrer zu den Intellektuellen zählt.

  10. #70
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    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    vielmehr wurde immer versucht, den stil an die person anzupassen, indem man jene elemente des stils bei ihr betont, die zu ihr am besten passten und nicht umgekehrt (und ein stil hat nicht nur eine art des vorgehens... hm... oder aber ein stil bezeichnet SEHR ENG die art und weise, dann wäre das was anderes, dann müsste man streng nach "system" und "stil" unterscheiden. Boxen hat ja auch unterschiedliche "stile" und trotzdem ist es Boxen.
    manchmal steckt der Teufel ja im Detail und man kann aneinander vorbeireden, oder gar streiten, obwohl man das selbe meint. Seit ich hier im Forum bin, habe ich eigentlich versucht die Begriffe "System", "Stil" und "Linie" präziese und damit im engeren Sinn zu verwenden - keineswegs möchte ich behaupten dass mir das gelungen wäre und bestimmt lassen sich da Ungenauigkeiten meinerseits finden. In anderen Foren wird ja zum Teil seitenlang über einen Begriff diskutiert und ich bin wirklich froh dass es hier viel kameradschaftlicher zugeht.
    Wenn wir alles etwas genauer zu differenzieren, sind wir wahrscheinlich in den meisten Dingen einig.

    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    ich habe ja selbst in den meisten fällen in systemen trainiert, die zumindest ein gewisses maß an "flexibilität" aufwiesen.
    Sollte ja bei einem guten System so sein: Prinzipienorientiert, und der "Endanwender" adaptiert entsprechend seinem phyischen und psychischen Potential - und ein guter Lehrer/Mentor hielft dabei. Unglücklich wird es bei einem deutlichen Missmatch von physischem und psychischem Potential des Lehrers, der dann versucht seinen persönlichen Stil weiter zu unterrichten.

    In Bezug auf Sparring, Freikampf od. Anwendung scheint es mir vernünftig anzunehmen, dass, gleiche Resourcen und gleiches Ziel vorausgesetzt, sich überall und zu jeder Zeit ähnliche Systeme entwickeln. Deshalb sieht im typischen waffenlosen Sparring alles irgendwe aus wie Kickboxen (ob gut oder schlecht) bzw. ähneln sich anscheinend z.B. KIRO und das "lange Messer" (ich kenne es nicht, aber so wurde es mir mehrfach aus unterschiedlichen Richtungen so berichtet), während kleine Änderungen an den Voraussetzungen (Klinge mit Glocke, Parierstange od. ohne - bzw auch Stock od. Klinge) relativ grosse Veränderungen hervorrufen. So gesehen, gebe ich Dir Recht, als dass die Systeme (gleiches gilt wohl auch für Trainingsmethoden) sich bei gleicher Aufgabenstellung ähneln müssen (es sei denn, es gab keinen Selektionsdruck), wobei aber persönliche Charakteristika sich relevant unterscheiden mögen. Wenn wir den Vergleich mit der ökologischen Nische weiterverfolgen, sind auch manch skurrile Entgleisungen erklärbar, wenn der Selektionsdruck fehlt, denn Mutationen sind ja ungerichtet, und Ideen halt eben von einer Metaebene betrachtet häufig auch.

    Naja, irgendwie bin ich doch recht von der Substanz abgedriftet; Du/Ihr werdet lachen, aber ursprünglich waren Stil/System wirklich nicht als Thema von mir beabsichtigt; ich fand den ersten Clip einfach sehr sehr cool. Letzten Endes ist es ja dieser Spirit, weshalb wir/ich Kampfkunst betreiben. Ginge es um Effizienz würde ich halt eher combat shooting machen.

    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    wenn ich das richtig verstehe, probierst du aus, lernst quasi "live", zeigst, wo du gerade dran bist, was dich interessiert... und machst das, um feedback zu bekommen
    Ehrlich gesagt suche ich grundsätzlich eher kein Feedback über social media. Ich habe aktuell 5 Trainier/Mentoren was schon fast zu viel ist. Die Videos mache ich damit sie vielleicht irgend wann jemand sieht, der erkennt, dass er auf der selben Welle reiten könnte, wie ich. Deshalb auch schluss mit der Negativwerbung, lol: es sind, wie gesagt keine Superheldenaktionen, aber ich mache das erst seit 2,5 Jahren und ohne hiesigen Trainingspartner (ich trainiere zwar noch einmal wöchentlich in einer Inosanto Schule, aber der Einfluss auf das KIRO ist dann doch eher bescheiden). Durch frühere, waffenlose Sachen hab ich aber halt auch Erfahrung, was es heisst etwas auf adequaten Niveau auszutrainieren und bin mir absolut felsenfest sicher, dass, wenn sich eine Studiengruppe bildet, sich in dieser innerhalb überschaubarer Zeit auch ein solides Niveau manifestiert.

  11. #71
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    abe ich eigentlich versucht die Begriffe "System", "Stil" und "Linie" präziese und damit im engeren Sinn zu verwenden
    ich möchte noch um "methode" ergänzen .

  12. #72
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    Zitat Zitat von big X Beitrag anzeigen
    ich möchte noch um "methode" ergänzen .
    Naja, Methoden sind ja eigentlich wieder eine andere Kategorie (z.B. Trainingsmethoden, die mit System und Linie vergesellschaftet sind), oder wie hast Du es gemeint?

    Oder wolltest Du nur freundschaftlich dezent signalisieren, dass so ein pseudointellektueller Anstrich mit den ganzen Begriffen nicht notwendig gewesen wäre? lol, dann hast Du vielleicht recht.
    Mit System meinte ich aber auch nur, im engeren Sinne halt, das was durch jemand logisch strukturiert wurde; die Interpretation bedingt durch individuelle Charakteristika wäre dann der Stil. Klar dass es Dir klar ist, aber für andere Mitleser ausgeschrieben.

  13. #73
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    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    Mit System meinte ich aber auch nur, im engeren Sinne halt, das was durch jemand logisch strukturiert wurde; die Interpretation bedingt durch individuelle Charakteristika wäre dann der Stil. Klar dass es Dir klar ist, aber für andere Mitleser ausgeschrieben.
    so sehe ich das... system ist der organisierte technisch-taktisch-methodisch-didaktische inhalt und stil ist die art und weise diese inhaltlichen vorgaben umzusetzen (individuell. das, was ein founder von seiner "art und weise" an die weiterlaufende linie vererbt). ein "schlechter" stil schafft das nicht, "guter stil" schafft das. die art und weise, wie man die inhalte gut umsetzen kann, ist aber nicht einmalig. man kann ein und dasselbe system auf verschiedene art und weise "gut" oder eben "schlecht" umsetzen. da zeigen sich dann die individuellen stile (und die fähigkeiten der nachfolger/schüler des founders).
    zugegeben: an diese definition halte ich mich manchmal selbst nicht, wenn ich einfach nur "rumdiskutiere". das ist wie mit fachsprache und alltagssprache.

    und am ende ist das ziemlich egal, außer zur identifizierung, zu "wem" denn jemand gehört, den man in aktion betrachtet. wichtig ist am ende nur, dass das, was erreicht werden soll (sieg im wettkampf oder duell, überleben und überstehen von SV situation, krieg etc. usw.) auch geschieht - wie ist dann egal.
    ... aber dann hätten wir ja nix mehr zu labern hier. dann müssten wir alle auf der matte zeigen, was wir so machen können
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  14. #74
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    Naja, Methoden sind ja eigentlich wieder eine andere Kategorie (z.B. Trainingsmethoden, die mit System und Linie vergesellschaftet sind), oder wie hast Du es gemeint?
    methode & konzept sind begriffe die auch im zusammenhang mit system/linie/stil gefallen sind. beide haben sich nicht unbedingt auf die trainingart bezogen. vielleicht wurden sie auch nur benutzt, um sich werbetechnisch mehr vom rest abzuheben, sich einen neueren anstrich zu verpassen.

  15. #75
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    Zitat Zitat von big X Beitrag anzeigen
    methode & konzept sind begriffe die auch im zusammenhang mit system/linie/stil gefallen sind. beide haben sich nicht unbedingt auf die trainingart bezogen. vielleicht wurden sie auch nur benutzt, um sich werbetechnisch mehr vom rest abzuheben, sich einen neueren anstrich zu verpassen.
    Erzähl doch gerne mal ...

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