Hallo zusammen,
gibt es hier jemanden, der mir die aktuelle Schlagmechanik im Newman Escrima genauer erklären kann?
Soweit ich das beobachtet habe, zeichnet sich die Bewegung durch folgende Merkmale aus: Die Waffenschulter ist extrem weit vorne eingedreht und der Oberkörper kippt beim Schlagen leicht nach vorne. Der Schlag selbst wird hakend ausgeführt. Im Moment des Treffers erfolgt ein Zug, der durch ein lineares Verschieben der Hüfte nach hinten entsteht, es gibt also keine klassische Hüftrotation. Man zieht sich zurück, um die eigene Angriffsfläche (Profilstellung) minimal zu halten. Man gibt durch das Zurückziehen des Torsos zwar Raum auf, lässt die Füße aber stehen, was taktisch für Konter (Voiding/Meiden) extrem nützlich sein kann.
Für mich wirkt das wie ein lupenreines Konzept aus dem Schwertkampf, bei dem man die Klinge durch den Körperzug schneiden lässt.
Daraus ergeben sich für mich jedoch ein paar zentrale Fragen:
1. Die Übertragung auf stumpfe Waffen (Stock):
Ein Stock schneidet nicht, er benötigt Perkussion (Aufprallenergie) durch Masse und Beschleunigung. Nimmt der Zug der Hüfte nach hinten dem Stockschlag nicht die gesamte kinetische Durchschlagskraft? Wie generiert man mit dieser Mechanik echte Stoppwirkung bei einer stumpfen Waffe?
2. Statik und Kampf gegen mehrere Gegner (1 vs. X):
Diese extreme Profilstellung wirkt auf mich stark auf ein 1-gegen-1-Duell zugeschnitten. Wie verhält sich diese Statik bei Angriffen oder Krafteinwirkungen von der Seite? Ist man dadurch nicht extrem instabil, wenn man plötzlich gegen mehrere Gegner agieren und sich schnell in verschiedene Richtungen ausrichten muss?
3. Übertragbarkeit auf den waffenlosen Kampf:
Mir ist bewusst, dass der waffenlose Aspekt im Newman Escrima vielleicht nicht die Hauptrolle spielt. Aber wenn das System auf einer einheitlichen Mechanik basieren soll? Physikalisch sehe ich bei einem reinen Hüftzug nach hinten überhaupt keinen Nutzen und viele Nachteile. Wie wird das im System gelöst?





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