Na, na. Nach dem allgemeinem Aufschreien und Gejammere hab ich jetzt wirklich ein ideologisch-moralisch gefärbten Beitrag erwartet.

Aber mal ehrlich: So unausgewogen und populistisch oder gar reisserisch find ich den Beitrag echt nicht.

Ich meine, es werden zwar diese "Experten" herangezogen und dass ein Jusprof das ganze etwas anders sieht als der Sportler ist verständlich. Dass Roland Zolliker, der Karate-Präsident, nicht Fan davon ist, ist mir auch klar. Ich kenne Roland persönlich und wenn man weiss, dass die Swiss Karate Federation sogar massive Vorbehalte gegen VK-Karate und gegen Bruchtests haben (ja, deshalb ist unsere Schule auch wieder aus dem Verband raus), den juckt sein Statement eher weniger.
Vielmehr sollte man diese Aussagen auch machtpolitisch betrachten: Der Karateverband leidet unter Nachwuchsschwierigkeiten und versucht natürlich gegen jedwelche Konkurrenz zu schiessen.

Zum anderen werden ziemlich viele positive Aspekte des MMA beleuchtet: Freiwilligkeit, Eigenverantwortung, freundschaftlicher Umgang, medizinischer Check (und in Zukunft: Überwachung), die Darstellung des MMAler als "normalen Menschen", gar Maturanden (der hat auch was im Kopf), die Erklärung der Regeln (verbotene Zonen), Tao-te-King und Aaxx kommen ja nicht weniger zu Wort als die "Experten".

Ich finde den Beitrag wirklich nicht schlecht. Dass in einer politischen Sendung im Schweizer Fernsehen nicht in den höchsten Tönen vom MMA berichtet wird, halte ich für logisch und auch kein Problem. Vergessen wir nicht: Auch MMA hat seine Schattenseiten - wie jeder Sport. Und auch die sollen beleuchtet werden.

Ich denke deshalb nicht, dass dieser Beitrag dem Ruf des MMA abträglich ist - im Gegenteil.