@Maximus: Sehr guter, differenziert geschriebener Beitrag.

Ich habe jedoch einen kleinen Einwand: Es liegen eben doch Resultate vor, die Rückschlüsse ergeben, dass bspw. gewalthaltige Computerspiele sich auf das Aggressionsverhalten negativ ausüben.
Nachzulesen bspw. hier

Meine eigenen, praktischen Erfahrungen in Gewaltpräventionsprojekten mit Kindern und Jugendlichen an Oberstufenschulen zeigen ebenfalls ein anderes Bild, als gerne von Experten (Sportler und Publizistikwissenschaftler etc.) behauptet wird. Es ist erschreckend, wie "locker" die Jugendlichen mit dem Gesehenen (ich spreche hier explizit von MMA-Profi-Kämpfen) umgehen und angesprochen auf Gruppenschlägereien, das Eintreten des am Boden liegenden wehrlosen Opfers zeigen mir jeweils deutlich, dass diese Verbindung zwischen Medienspektakel und eigenen Handlungsstrategien sehr wohl gemacht wird.

Den Laien, den begeisterten Zuschauern aber vor allem den Kindern und Jugendlichen fehlt das Bewusstsein, was es für die Menschen bedeuten, die sich im Ring (oder auch nur im Sparring) im VK messen (was Maximus ja im Beitrag geschrieben hat). DAS ist ein Problem, dem wir hier nicht einfach mit einem Schulterzucken begegnen dürfen.

Wer sich eingehender mit der Thematik abweichenden Verhaltens Jugendlicher beschäftigt hat, weiss, dass es nie nur eine Ursache für diese "Probleme" gibt. Genau deshalb kann MMA nicht alleine für solche Vorfälle verantwortlich gemacht werden. Der undifferenzierte, unbegleitete Konsum solcher Medienphänomene ist aber mitunter auch ein Teil der Ursachen - das darf ebenfalls nicht verleugnet werden.

Es gilt, dass sich MMAler, Profis und Verbandsfunktionäre passiv und aktiv für eine sinnvolle Aufklärung einsetzen. Und das haben Mathi und Stocki in der Reportage sehr, sehr gut gemacht. Dass das nicht alles sein kann, sollte auch klar sein. Es gilt auch, dass sich gerade Sportler immer aktiv mit ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinandersetzen und begreifen, was sie als Vorbild für Wirkungen zeitigen können - auch wenn diese vom Sportler nicht gewollt sind. Um ein Hollywood-Zitat zu bemühen: Aus grosser Macht wächst gross Verantwortung.