Die hohe Kunst des Schleimens beruht aber darauf, das man demjenigen vermittelt, dass es für ihn eine große Ehre ist, mit einem selbst bekannt zu sein - und er deshalb gut daran tut, einem eine exponierte Stellung zukommen zu lassen, die sein Image wiederum befördert. (Mein bester Schüler ist ein Millionär, und berühmt, usw. - und findet mich den besten Lehrer der Welt.)
Hat mir ein erfolgreicher Weggefährte mal versucht, beizubringen...
... verstehst Du. Freundlich... ist ja nur normal, oder.
Ja. Wenn Du es schaffst, teile uns doch bitte mit, wie! Was ist schon bequemer als einfach nein! zu sagen und angelernte Begründungen zu abzugeben. Und da zeigt sich auch die Limitation der KK - totmachen geht relativ(!) leicht, aber mach mal jemanden für Dich kreativ, weil es das ist was Du willst. (...da gibt's natürlich auch noch das Hollywoodrezept, meist für Frauen.)Na ja, ist vielleicht auch ein (mentaler) Zusatzaspekt der Kampfkunst, Durchsetzten lernen...(?)
Greetings
Man sollte vielleicht noch festhalten, dass dass "können" einer Form nichts damit zu tun hat ob man Taijiquan "kann". Vollkommen unabhängig davon wie schön man die Form laufen kann. Es kann ohne weiteres jemand mit entsprechendem Verständnis sehr gut in der "Anwendung" werden, bevor er die ganze Form gelernt hat. Die Form ist eine Basisübung die unter anderem die Erhaltung eines Stiles über mehrere Generationen sichert.
Dann hast Du höchstwahrscheinlich keine Ahnung von Taijiquan oder eine gänzlich andere Definition von beherrschen (ein erster Dan beherrscht seine KK noch lange nicht).
Damit meine ich eine Kunst einigermaßen in der Tiefe gemeistert zu haben und nicht Otto-Normalpöbler oder den Sozialpädagogen von nebenan umhauen zu können.
Wenn es nur darum geht, empfehle ich ECP oder ähnliche pragmatische Ausbildungen (Besuche von Fußballspielen auf den richtigen Plätzen können da auch sehr lehrreich sein).
Leider hast Du nicht verstanden:
Es gibt hier Verbände mit über 1000 Mitgliedern. Wenn die so verfahren würden, wie von Deinem chinesischen Lehrer empfohlen, könnte jeder, dem gerade danach ist, zu einer Prüfung erscheinen.
Dann wäre das Szenario da, das Du zu recht so erschreckend findest.
Da ich also annehme, das Dein chinesischer Lehrer eine überschaubare Anzahl von Schülern hat ist die Situation nicht vergleichbar.
In dem Verband, in dem ich Mitglied bin, ist für die Zulassung zu einer Kursleiterprüfung die Einverständniserklärung des zuständigen Lehrers + die von Dir genannten Mitgliedschaftszeiten. Danach muss der Ausbildungsleiter noch seine Zustimmung geben.
Dies dient der Qualitätssicherung: durch die Mitgliedszeiten ist ist anzunehmen, dass zumindest die Gelegenheit bestand, dass derjenige oft genug in den Unterricht kommen konnte, durch das Einverständnis des direkten Lehrers sollte gesichert sein, dass der Prüfling auch im Training war und ein Mindestniveau an Können aufweist.
Ich bin froh, dass die jeweiligen Lehrer nicht allein entscheiden können, wer zur Prüfung darf oder nicht, sonst sind Gefälligkeiten und Fehleinschätzungen
Tür und Tor geöffnet.
(Angenommen, du würdest zur Prüfung zugelassen und die auch noch bestehen, würdest Du selbst wahrscheinlich Schüler mit guter Dehnung und akrobatischen Fähigkeiten eher zur Prüfung schicken als Schüler mit wirklichem Verständnis)
Werden die Leute dann erst bei der Prüfung ausgesiebt, wie von Deinem chinesischen Lehrer vorgeschlagen, ist das eine Zeit- und Geldverschwendung für die Durchfallenden und eine Beeinträchtigung der Prüfungsqualität für die anderen.
Diese Regelung ist notwendig, da der Ausbildungsleiter nicht mehr alle Schüler persönlich kennt und Ihr Niveau einschätzen kann.
Solche allgemeinen Regeln bergen naturgemäß Ungerechtigkeiten.
Es steht Dir allerdings offen, bei dem Ausbildungsleiter oder bei GM vorstellig werden, Dein Können demonstrieren und um eine frühere Zulassung zu Prüfung, oder die Annahme als direkter Schüler zu erwirken.
Da allerdings meines Wissens auch die Spitzenleute, die teilweise tatsächlich über Jahre Fulltime Taijiquan geübt haben, die Zeiten eingehalten haben, würde mich das eventuell wundern.
Das ist eine gute Idee, am besten auch noch kostenlos oder mit Begabten-Stipendium?
Irgendein Yangstilist in USA hat doch sowas ausgeschrieben, ist wohl leider schon besetzt.
Wenn Dich jemand intensiv und individuell betreut, dann erwartet er eine Gegenleistung dafür.
Aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten in Deutschland ist die Gegenleistung hier normalerweise höher als in China.
Die Gegenleistung muss nicht notwendig finanzieller Natur sein, ein junges hoffnungsvolles Talent wird eventuell sehr intensiv betreut, so wie man auch in seine Kinder schneinbar selbstlos viel Zeit und Mühe investiert (aber das ist eigentlich nur die Rückzahlung der eigenen Betreuung in der eigenen Anfangszeit).
Du kennst Doch nach eigener Aussage einige sehr begabte Leute, bilde mit denen ein Spitzengruppe und sucht euch einen Lehrer, der auf euer Niveau eingeht.
Ansonsten empfehe ich als Erfahrung das WCTAG-Sommercamp, im Preisleistungsverhältnis in Deutschland konkurrenzlos mit einem höchst kompetenen Lehrer (Meister), der sich über begabte, engagierte Leute mit KK-Hintergrund freut (am besten verbunden mit Bescheidenheit).
Dort triffst Du dann zwar auch auf minderbegabte Menschen wie mich, aber eventuell auch auf Deinesgleichen.
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Ich habe durchaus ein kleines bißchen Ahnung von Taijiquan und übe das auch ein wenig. Nicht viel, nicht intensiv, da meine Prioritäten woanders liegen. Außerdem habe ich mich sehr viel mit Thomas Stoeppler ausgetauscht, der mich überhaupt dazu gebracht hat. Und ich weiss sehr wohl, wie sich Taijiquan in der Anwendung anfühlen kann.
'Anwendbar beherrschen' (Deine Formulierung) heisst für mich genau das; eine Sache gut genug zu können um sie anwenden, sprich, mich meiner Haut wehren zu können.
Dafür braucht es keine in die Tiefe gehende Meisterschaft, Beherrschung der 'fortgeschrittenen Grobform' sollte ausreichend sein. Und das ist je nach Talent und Trainingsfleiss in max. 3 Jahren gegessen, bzw. es sollte es sein.
Um das Ganze zu verfeinern und zu perfektionieren hat man den Rest seines Lebens Zeit, wie in jeder anderen KK auch. Aber darum ging es hier nicht. Du hast die Formulierung 'anwendbar beherrschen' ins Spiel gebracht und darauf musst Du Dich festnageln lassen.
Ich bleibe dabei: Wer nach 3 Jahren Training noch nicht genug kann, um sich eines Angreifers zu erwehren, der macht etwas sehr gravierendes sehr falsch.
Und noch was: den Verweis auf EP oder Fußballspiele hättest Du Dir sparen können; solche unnötigen persönlichen Seitenhiebe tragen nichts zur Diskussion bei und zeugen nicht gerade von Souveränität.
Ob es Dir nun persönlich schmeckt oder nicht: Kampfkunst kommt von 'kämpfen'; das primäre Ziel von KK-Training ist nun einmal die Befähigung zu erlangen, Leute umzuhauen, da beisst die Maus keinen Faden ab. Alles andere ist nur Beiwerk, nützliches und schönes Beiwerk, aber eben nicht die Hauptsache. Aber das scheinen viele viele Taiji-Praktizierende recht erfolgreich zu ignorieren.
Geändert von Jörg B. (10-06-2009 um 08:30 Uhr)
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
wenn Du darauf bestehst.
Wieviele Taijiquan-Übenden kennst Du, die sich nach drei Jahren gegen einen kompetenten Angreifer (mit Taijiquan-Prinzipien!) wehren können?
Wo entdeckst Du da jetzt einen persönlichen Seitenhieb (bist Du Hooligan oder betreibst Du ECP, wenn ja, woher soll ich das wissen)?
Wenn jemand zu mir käme (falls ich Taijiquan unterrichten würde), sich schnell und effektiv in einer SV-Situation behaupten zu können, würde ich im ECP oder ähnliches empfehlen.
Wenn einer realistische Kampferfahrungen sammeln wollte, würde ich ihn dahin schicken, wo er dies kann, das ist eher nicht der Taijquankurs in der VHS.
Wenn Du das so magst, bitte, dazu gibt es aber weitaus direktere Wege als Taijiquan.
Das ist nicht richtig. Gerade beim Taijiquan kommt es darauf an, dass man die Form blind laufen kann, vor allem weil sich daraus das "song" entwickelt. Dieser Grad der Lockerheit stellt sich nämlich erst nach langem Wiederholen der Form ein und ist Kernpunkt der ganzen Geschichte. Ohne song kein fajin.
Es ist aber richtig, dass man die Form nicht besonders "schön" laufen muss um "gut" zu sein. Viele "Ornamentbewegungen" sind erst in der "Neuzeit" hinzugekommen. Wenn man mal die Formen von anderen Großmeistern, dessen Meister usw. jeweils immer bei dem Begründer des jeweiligen Stils gelernt haben und nicht zur Familie gehören, wie z.B. Großmeister auf Taiwan, dann stellt man fest, dass deren Form nicht annähernd so "schön" aussehen wie die eines mittelmäßigen Wettkampfläufers. Aber dennoch haben sie die Essenz der Form verstanden und beherrschen die Anwendungen.
Ich gebe Dir also insofern Recht, dass man die Anwendungen des Taijiquan durchaus "gut" beherrschen kann aber ohne wirklich die wesentlichen Aspekte der Form zu beherrschen, bringst Du die Anwendungen nicht zur Vollendung - mehr noch, Du hast bis dahin nur einen externen Stil betrieben.
Um noch einmal auf das "wie lange" zurückzukommen...
Es hatte jemand angemerkt, dass es unsinnig sei in einem Schulrahmen erst immer eine Sache beherrschen zu müssen und dann erst zur nächsten "Einheit" weiterzugehen. Dass dies unnötige Zeitschinderei und vor allem Geldscheffelei sei usw...
Aus westlicher Sicht, kann man diese Sichtweise durchaus nachvollziehen. Warum nicht mehrere Dinge parallel machen?
Dies ist aber nur unsere westliche Denkweise. Die Chinesen denekn da aben anders, und auch heute noch. Für sie ist es wichtig, erst einmal eine Basis zu schaffen und diese perfekt zu beherrschen und dann wird diese Basis langsam und stetig erweitert. Dies sieht man ganz deutlich an deren Schulsystem.
Es macht z.B. schon Sinn, eine Form erst perfekt laufen zu können, bevor man sich an die Schwertform wagt, allein schon, weil es einem dann leichter fällt, die neuen Bewegungsabläufe besser zu verinnerlichen. Es heißt aber nicht, dass man so eine Waffenform dann in ein paar Monaten "abhandeln" könnte.
Wenn man sich über das "wie lange" unterhält, dann muss man vor allem aber auch deutlich abgrenzen "was" wie lange gelernt/studiert wird. Viele Leute machen sich auch keinen Begriff (und wissen es einfach auch nicht) darüber, was eigentlich das traditionelle Studium des Taijiquan so alles umfasst. Das kann man schon mit einem Hochschulstudium mit anschließender Promotion vergleichen und das dauert auch so an die 10 Jahre.
Hier mal ein Auszug aus einem traditionellen "Trainingsplan": (ich bin Yang-Stil-geprägt, beim Chen-Stil wird wahrscheinlich eher noch etwas hinzukommen)
1) Waffenlose Form
- Taijiquan Form(en)
- Anwendungen der Form(en)
- extrem schnelles Laufen der Form(en) (wichtig für Anwendung)
- spezielles Jin Training (Qi-Gong)
- Push Hands
- Push Hands Anwendungen
- weitere Vertiefung der kämpferischen Anwendungen
- freies Pusch Hands mit Anwendungen und Sparring
2) Schwertform
- Taiji Schwert Solo Form
- kämpferische Anwendungen der Schwertform
- Partnerformen
- Sparring
(Traditionell dient die Schwertform unter anderem dazu, den "Qi-Fluß" zu erhöhen.)
3) Säbelform
- Taiji Säbel Solo Form
- kämpferische Anwendungen
- Partnerübungen
- Sparring
4) Speer- und Stabformen
- diverse Speer- und Stab Soloformen. (Hier gibt es sehr viele individuelle Formen.)
- Anwendungen im Kampf
- Partnerformen mit Schwerpunkt auf "sticking & listening"
- Sparring
(Speer- und Stabformen sind im Prinzip eine Fortsetzung der Push Hands auf die größere Reichweite.)
5) Taji Ball
- Listening Übungen
- Sticking Übungen
- Partnerübungen
6) Taiji Maßstab (Ruler) (太極尺)
- Listening und Sticking Übungen
(Taiji Ball und Ruler sind im traditionellen auch vor allem dazu da, den "Qi-Fluß" zu erhöhen.)
Das man eine Lebzeit braucht um all das zu meistern, wird ja wohl keiner bestreiten. Aber allein schon den waffenlosen Teil mit all seinen Facetten zur Perfektion zu bringen dauert Jahre. Talente mag es sicherlich geben, aber diese sind so rar gesäht, dass man deren Existenz auch außenvor lassen kann.
Genau so ist es! Wenn ich mich wohl fühlen will kann ich auch Yoga oder Gymnastik machen.
Diese ganzen pseudo Weisheiten vom friedlichen Krieger, der nur sich selbst bekämpft, klingen immer so schön, aber im Endeffekt ist es nunmal so, dass man trainiert um ,,kämpfen" zu können.
Dies und nichts anderes ist das primäre Ziel eines Systems, was sich Kampfkunst nennt. Alles andere wurde dazu genommen, weils vielleicht schöner klingt und die Großmeister net sagen wollten, ja mein Lebensinhalt besteht darin andere zu verkloppen
So einfach ist der Spaß. Wenn jemand meint Taijiquan ist net zum kämpfen da, ok dann soll diese Person es halt für sich als Wohlfühl-Sport sehen, aber wenn andere es zum Kämpfen praktizieren, was definitiv seine ursprüngliche Funktion war, muss man net gleich rum plärren ,, Hey ihr habt das ganze net verstanden und seid primitiv".
Zur These: warum sollte jemand Taijiquan, oder andere exotische Sachen aus dem schönen Osten machen, wenns um die nächste Ecke doch nen Boxclub oder ein hartes Combat-System gibt?
Eventuell weil ihm das Zeugs einfach net liegt und was anderes viel effektiver für ihn ist?
Soll Menschen geben, die haben einfach Probleme das simple Boxen im Kampf einzusetzen bzw fahren einfach besser mit Skills und Vorgehensweisen aus anderen Systemen. Gerade in der Hinsicht bieten die chinesichen Stile eine Vielfalt an verschiedenen Vorgehsnweisen für jeden Körpertyp und co, was ich fürs westliche Boxen nicht unbedingt unterschreiben würde.
Vondaher sollte man einfach mal akzeptieren, wenn jemand was anderes macht und net rumplärren, wenn du kämpfen willst, hau dich auf der Straße oder geh zum nächst besten Killer-Combat-Kurs.
hat das hier irgendjemand behauptet?
Wenn Du meine Posts nochmals aufmerksam durchliest, fällt Dir vielleicht auf, dass ich das so nie gesagt habe.
Ich akzeptiere, dass Du mit Taijiquan kämpfst.
Kannst Du mal bei Gelegenheit ein paar Kampf-Videos von Dir hochladen?
ja, sicher- aber wer aus dem kampfsport kommt, hat mit anwendungsn und ordentlich Wumms weniger Probleme. Daran feilt man dann natürlich weiter, aber auf anderem Niveau als ein Anfänger. Und wie ich schon schrieb- den Innere Aspekt ist super wichtig, das bedeutet aber nicht, daß man nur eine einzige Form laufen darf, ohne weitere zu lernen.
Abgesehen davon- es ist immer noch verhältnismäßog schwierig, genug Möglichkeiten für das Üben von Anwendungen/Pushhands zu finden und wenn man Waffensparring lernen möchte, siehts noch dünner aus...
Abgesehen davon: Ist euch schon mal aufgefallen, daß die Energie bei Anwendungen eine wesentlich Ynag-betontere ist, als bei Formenlaufen (zumindest Laojia Yilu)- Bei der Erlu kommen dann ja mehr Fajin und Fali dazu, d.h., die Energie bei dieser Form ist dann doch auch eine andere, als bei der Ersten...
Geändert von scarabe (10-06-2009 um 12:49 Uhr)
Ich habe jahrelang aktiv gerungen, mache momentan Shuaijiao und Boxe nebenbei (keine Wettkämpfe). Also kein Taijiquan![]()
Gibt aber sicherlich Dinge, die beim Taijiquan und Shuaijiao ähnlich bis gleich sind.
Mein Posting war etwas emotional, weil ich das ganze einfach ungern höre, aber du hast doch auf diverse Selbstverteidungs Systeme in deinem Post verwiesen und meintest Taijiquan wäre in der Hinsicht ungeeignet, wenn ich dich nicht falsch verstanden habe? Ich bin da schlicht anderer Meinung, kommt einfach auf den Trainer an, aber das System kann nichts dafür.
Natürlich finde ich wahrscheinlich 95 Prozent der deutschen Taiji Schulen kaum Leute, die wirklich kämpferisch trainieren/unterrichten, aber trozdem will ich dies nicht verallgemeinern.
Zum Thema Video: Ehrlich gesagt bezeichne ich mich nicht als Über-Kämpfer, da gibt es sicherlich bessere, die hier was reinstellen könnten, aber ich habe mein Zeugs schon im Sparring gegen Boxer und co getestet und es funktioniert. Vondaher würde ich mich ungern als positives Beispiel hier aufführen.
Eventuell sieht man sich ja mal aufm Seminar /Push Hands/Sparrings Treffen? Ich bin für freundschaftliches Sparring immer zu habenKannst ja mal per PN bescheid geben, wo man dich antrifft dieses Jahr
![]()
Warum ist das, was in Judo, Karate, Taekwon Do usw gang und gäbe ist, beim Taiji so unmöglich?
In den Trainingsgruppen wird intensiv gearbeitet, die Lehrer kennen ihre Schüler und umgekehrt und da gibt es auch Korrekturen etc.
Daß man im Taiji für Korrekturen extra Seminare besuchen muß oder einzelstunden nehmen ist meiner Meinung nach Abzocke.
Ebenso finktioniert das mit der Prüfungsanmeldung bei anderen Verbänden, der Trainer sagt, wann.
Die Verbände bieten alle halbe Jahre verbandsübergreifend Prüfungen an und haben es tatsächlich geschafft, ihre Amßstäbe soweit anzugleichen, daß das auch möglich ist.
Und mal ehrlich: Welchen Wert hat ein Trainer für seine schüler, wenn er ein paar hundert betreuen muß? Was bleibt für den Einzelnen übrig, als Massenabfertigung?
(CXW ist eine Ausnahme, da er dank seiner gewaltigen Ausstrahlung und energie ganze Sääle füllen kann, aber unter den deutschen Lehrern habe ich noch keinen gefunden, der da auch nur annähernd rankäme...)
Und wenn es vielen unter solchen Umständen schon schwer fällt, die Motorik entsprechend zu schulen, dann ist es mit der Inneren Seite doch noch schwieriger!
Geändert von scarabe (26-06-2009 um 20:38 Uhr)
Bei uns leider keinen- in Chenjiagou scheint es einige zu geben, wenn man den Lehrerportraits glauben darf.
Aber vor allem:
Wenn ich SV mache, egal welcher stil, oder auch Karate, Ninjutsu o.ä., dann KANN uch mich nach drei Jahren wehren.
Wenn das im Taijiquan nicht möglich sein sollte, dann würde es als Kampfkunst nichts taugen.
Wenn ich nun aber sehe, wie die Chinesen unterrichten, vor allem Anwendungen und Pushen, mit Hebeln, Würfen, Beinstellern etc,m dann sieht man, daß die durchaus lernen, sich zu verteidigen und zu kämpfen.
Die Frage ist also: Wieso wird hierzulande nur "Schonkost" verabreicht?
Weil die Schüler zu unsprotlich sind oder weil manche Schulen möglichst lange Geld mit langfristig gebundenen Kunden verdienen will, denen dann erzählt wird, daß anderswo ja die so wichtigen Inneren/Äußeren/Sonstigen Aspekte fehlen...???
@ qinghuajia:
Song/Sung kann man wunderbar mit Stehender Säule und durchsinken trainieren, um es in der Form dann parat zu haben. Alternativ hilft auch ein Meister, der dich mental so auf Dantien und unteren Rumpf fixieren kann, daß Du durch diese Extra-Aufmerksamkeit leichter runterkommst. Können aber leider nur wenige Meister.
Wenn ich vor dem Training ordentlich gestanden bin, rutsche ich fast von alleine runter, was schwerer fällt, wenn man aus einem Tag voller Aufregung ohne Stehen seine Form macht...
Das ist z.B. ein Punkt, den ich noch verbessern muß. Aber das geht bei unterschiedlichen Formen genauso...
Und was das System der Chinesen betrifft: uns wird das weisgemacht. geh auf die chin. HP von CXX und lies die Lehrerportraits, wie ich es in meinem Eröffnungspost dieses Themas beschrieben habe. In drei Jahren Faust- und Waffenformen etc.
Klar, daß irgendwo eine Basis da sein muß, am besten traditionell mit Laojia- aber nicht zwangsweise an der Laojia festhalten, wenn jemand weitergehen kann! Und klar, daß diese Trainer weiterarbeiten müssen, um ihr Taiji zu verbessern oder vervollkommnen. Trotzdem: Sie können nach drei Jahren mehr, als bei uns ein Ausbilder nach 8-10 Jahren- und das stimmt mich nachdenklich.
@ Bessa Wissa
Griechisch-Römisch oder Freistil?
Die meisten Ringer haben einen verwurzelten Stand und hätten beim Pushhands ihre helle Freude, besonders, wer in griechisch-römisch gut ist. Ich hatte als Kleinkind das Vergnügen, mitüben zu dürfen, wenn mein Vater (Ringer) mit seinen Kollegen trainierte (mit den Kids der anderen Ringer). Hatte in meiner ganzen Kindheit ei Raufereien dadurch gewaltige Vorteile (grins)
Geändert von scarabe (26-06-2009 um 20:39 Uhr)
So sollte es sein.
Das wäre die logische Schlussfolgerung
Ich denke eine Mischung aus Alternative 1 und 2 trifft es, wobei ich nicht unbedingt sagen würde, das die Mehrheit der Tai Chi-Übenden in Deutschland unsportlich ist.
Der typische Tai Chi-Lernende will sich in aller Regel nicht unbedingt kloppen, bzw. Tai Chi zieht hierzulande ein in aller Regel deutlich anderes Publikum an als ein 'harter' Kung Fu-Stil, Boxen oder Muay Thai.
Und viele Lehrer passen ihr Angebot der Nachfrage an, sprich, sie geben den Leuten, was sie haben wollen.
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
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