Zum Glück ist mir nie etwas wirklich schlimmes wiederfahren. Ist ja teils haarsträubend, was man hier so liest...
Meine Eltern haben sehr auf mich geachtet und zum glück bin ich auch nie in die falschen Kreise geraten, also nix ausser die üblichen pausenplatzprüglereien. Un auuserdem bin ich weniger der Opfertyp. Hab da allerdings n paar Sachen die vielleicht jemandem helfen.
In der Rekrutenschule gabs da n paar Typen, die mich gemobbt haben und Scheiss über mich erzählten, ich sei schwul und so... Ich bin halt eher der Typ gewesen, der Stress ausm Weg geht und hab nix gesagt, auch weil nn paar von den Jungs schwer einzuschätzen waren und meiner Meinung nach durchaus in unberechenbarer Weise austicken konnten. leider haben die gemerkt, dass es mich doch ganz schön aufgeregt hat. Als einer dann mal versucht oder angetäuscht hat, mir Käse ausm Fresspaket ins Gesicht zu schmieren hab ich ihm dann ein paar verpasst. Er hatte zwar Glück, dass ihn der massive Kragen von der kugelsicheren Weste geschützt hat, danach hatte ich dann aber meine Ruhe. Man muss vielleicht noch erwähnen, dass wenn man über Wochen 24h mit diesen Leuten zusammen ist, kann das ganz schön an die Nieren gehen. Zum Glück ist das aber nicht mit den Erlebnissen anderer Poster hier vergleichbar. hab mir danach gesagt, dass ich mir nix mer bieten lasse und mit Kickboxen angefangen. Und ich lass mir jetzt nix mehr gefallen. Schlägereien? hatte ich seit diesem Vorfall nicht mehr. Wenn einer merkt, dass er mit mir an den falschen geraten ist, geht er lieber freiwillig, da ich mittlerweile sehr bestimmt auftrete.
Ah ja, und einmal hat mich einer in der RS fast mit ner Handgranate in die Luft gesprengt, weil der zu blöd war das Teil zu halten und sie ihm entsichert aus der Hand fiel... der hat kurz darauf in den Zivildienst gewechselt.
Ein Freund von mir wurde währen meines Sprachaufenthalts in Downtown Vancouver von nem Schwarzen mit Knarre ausgeraubt. Zum Glück nur 25$. War aber recht beängstigend, dass das in Downtown passiert. So Sachen hörte man sonst nur von der east hastings street...
Ein anderes Mal, etwa mit 16, hatten wir immer Probleme am See mit Albanern, sogenannten "shippys". Und da wir alle die Schnautze voll hatten, gründeten wir spasseshalber die Anti Shippy Organisation. Klar, war n bisschen rassistisch, aber jeden den wir gefragt haben, war sofort dabei. Bekannte aller Nationen, auch Russen, Deutsche, sogar Leute aus anderen Teilen Ex-Jugoslaviens, insgesammt über 100-150 Leute. UNd als dann mal einer von uns alleine von soner Gruppe Shippys zusammengeschlagen wurde, war das Mass voll. wir haben dann mal alle ASO anwesenden zusammengetrommelt und die gesucht.Waren dann so ca. 30 leeute... Mann konnten die rennen. sind dann wieder mit Verstärkung gekommen und war dann etwa Verhältnis 1:1, aber die hatten dann nur noch ne grosse Klappe und nichts mehr. dann war mal Ruhe und die ASO löste sich langsam auf, da sie nicht mehr benötigt wurde. Wahrscheinlich besser so, wenn man den rassistischen Aspekt bedenkt.
Habe vor 2 Jahren etwas schreckliches erlebt, was einen Bekannten angeht, bezüglich Trauma. Er ist ein Adoptivkid aus Chile und die Hintergründe zum Verschwinden seiner Eltern sind nicht ganz klar. es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass da Pinochet und seine Schergen die FInger im Spiel hatten(Chile war ja damals eine DIktatur und Pinochet liess weiss nicht wie viele Leute umbringen). jedenfalls habe er schon im Kindsalter im Weisenhaus traumatisches Verhalten an den Tag gelegt und neigt dazu selbstzerstörerisch zu sein. Ist eigentlich n super netter Typ, recht intelligent, hatte auch Erfolg mit den Frauen und im Sport. dann kam er in die Pubertät, versaute es sich mit seiner langjährigen Freundin, war an einem Punkt sogar Heroinabhängig, schmiss die Lehre, obwohl die Lehrmeister in höchsten Tönen über ihn redeten, etc.
Danach fing er sich scheinbar wieder auf, machte eine Lehre, Militär...
Und dann beging er einen der schrecklichsten Morde, die in den letzten Jahren in der Schweiz statt fanden. Scheinbar kann er sich daran gar nicht mehr erinnern. Aber er sei so voller Hass auf alles, vor allem auf sich selber. So wie ich ihn kannte, konnte ich ihm sowas echt nicht zutrauen, aber dieses Kindheitstrauma (ich kann mir vorstellen, der hat mehr Grausamkeiten gesehen alls (fast) alle hier, obwohl es mir in keinster Weise zustehen würde darüber was zu sagen) bringt einfach immer wieder einen schrecklichen unberechenbaren Dämon in ihm hervor, davon wusste ich. Die Selbstzerstörung hat gesiegt. diesmal hat er sein eigenes Leben zerstört... Er kriegt jetzt wahrscheinlich die Höchststrafe für Mord, weil die Richter bei uns unter zusätzlichem Druck stehen, da ihnen in letzter Zeit Kuscheljustiz vorgeworfen wurde. Versteht mich nicht falsch: Ich will ihn und vor allem seine Tat nicht verteidigen und ich finde er gehört (zumindest für ne Zeit lang) weg geschlossen. ABER NICHT IN DEN KNAST!!! Er braucht ne Therapie. Seine Adoptivmutter ist eine der besten Freundinnen meiner Mutter, deshalb hab Ich hab da n bisschen Einblick in die Sache und es ist auch brutal anzusehen, wie es seine Eltern fertig macht. Sogar mir setzt(e) es sehr zu, aber ich verdränge es mittlerweile oder versuche es zu akzeptieren, kann das nicht so beurteilen... Ich hoffe und wünsche allen, die hier Opfer von Gewalttaten wurden, dass sie das Erlebte in den Griff kriegen und nicht so enden wie mein Bekannter.




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