Ich beziehe mich hier auf die Ausgabe von 1984 (also als DDK und DJB sich noch lieb hatten).

Bereits der Untertitel "- Der Leitfaden für die Gürtelprüfung" sagt das Meiste über den Inhalt aus. Es handelt sich hier um eine Handreichung für den Sport- Judoka, welche Stichworte und niedliche Figuren- Zeichnungen als Gedächtnisstütze für Prüfprogramme des DJB/DDK (Stand 1984) beinhaltet.

Zu Beginn werden einleitende Worte unter "Allgemeines" gefunden, welche darauf hinweisen, daß der Autor sich bemüht hat, die dargestellten Techniken zu definieren. Dankenswerter Weise werden diese Definitionen dann allerdings wie folgt relativiert :
Die vom Autor erarbeiteten Definitionen [...] erläutern das Prinzip einer Technik und lassen [...] bei Unterricht und Ausführung [...] individuelle Entfaltungsmöglichkeiten.
Für manche Prüfer sollen die Definitionen der bekannte Wink mit dem Zaunpfahl sein, nicht nur die eigene zufällig leidlich beherrschte Version einer Technik als allgemein gültig zu betrachten, sondern auch andere Lehrmeinungen anzuerkennen.
- Immerhin !...

Die in dem Büchlein nun folgenden Hinweise für Prüflinge und Prüfer entsprechen nicht meinen pädagogisch- didaktischen Vorstellungen, aber sei es drum.

Wie zu erwarten wird Judo insgesamt verkürzt als überschaubares System der Falltechnik, Wurftechnik, Hebeltechnik, Würgetechnik und Haltetechnik dargestellt. - Ganz nach Vorgabe der DJB/DDK- Prüfungsordnung eben.

Allerdings gibt es wenigstens eine Stoffsammlung die im Bereich Nage- waza immerhin 66 Wurftechniken namentlich erfaßt (Kansetsu- waza = 33 Techniken, Shime- Waza noch 24 Techniken, Osae- komi- waza nur noch 17 Techniken...).

Als günstig zu erwerbende Handreichung und Gedankenstütze in Vorbereitung zu Prüfungen im Sportjudo ist "Das Judo Brevier" m.E. gut geeignet.- Man sollte aber kein Buch über Judo erwarten.