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Nein, denn warum sollte man aufhören nur weil jemand am Boden liegt? Hören die Leute in den oben erwähnten Videos auf?
Dass ihr einen an der Waffel habt, braucht man ja sicher nicht extra zu erwähnen.
Ich hatte natürlich gemeint, dass der Angegriffene in Sekunden besiegt ist. Dass ihr am Boden nachschlagt, na ja ...

Das, was du hier beschreibst, hatte ich vor langer Zeit in freier Wildbahn selbst erlebt (ohne Waffen, dafür einen vor mir und - ohne etwas zu ahnen - schlagartig 3 im Rücken. Die habe ich dann mitgekriegt, als es von hinten einschlug. Und am Boden ging´s von oben munter weiter. Wobei es sehr glimpflich ausging. Aber Chancen hatte ich Null.).

Ich denke, dass das, was ihr macht, überflüssig ist. Aus meiner Sicht ist es einfach Zusamenschlagen ohne Mehrwert. Was wollt ihr denn beim Angegriffenen ausbilden? OK, rhetorische Frage, du schreibst es ja selbst: das Gefühl der Angst, Hilflosigkeit und Demütigung.
Letzteres kann ich aus oben genannter Erfahrung nicht bestätigen. Demütigung ist etwas anderes. Da musst du bspw. eine Frau auftreiben, die einen zusammenschlägt (soviel Machismo muss sein). Wenn mich 4 oder 5 Mann mit Waffen oder "heimtückisch" zuschlagend ins Krankenhaus bringen, fällt das unter die Rubrik: "zur falschen Zeit am falschen Ort".
Das gleiche gilt für die Hilflosigkeit. Freilich ist man wahrscheinlich hilflos bei einer Gruppe bewaffneter, ausgebildeter Gegner. Oder wie bei mir, wenn man am Boden liegt und 4 Mann auf einen eintreten. Na und?
Die größten Zweifel hätte beim Ausbilden tatsächlicher Angst. Wovor hat der Prüfling wirklich Angst? Doch "nur" vor einem Rippenbruch oder einer gebrochenen Nase. Aber davor, dass die Angreifer, wenn er am Boden liegt, permanent auf seinen Kopf einschlagen? Auf ihn einspringen? In die Weichteile treten? Dass ihnen seine Gesundheit und, wenn´s dumm kommt, sein Leben scheißegal sind? Natürlich nicht. Aber DIESE Angst müsste er haben.

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Aufgehört wird, wenn der Prüfling sich klar aus der Situation befreien konnte, d.h. eine Technik anbringt, die es ihm ermöglicht die Initiative zu ergreifen und dann Techniken anzubringen, die das Ganze beenden.
Weiß nicht, zugegebenermaßen kenne ich Leute (na ja, zumindest einen), der sich gegen 4 Mann, die mit Eisenstangen und Eisenhaken bewaffnet waren, verteidigen konnte. Er aber hoch ausgebildet und ein Straßenkämpfer vor dem Herren, die anderen wohl keine Profis. Wenn sich euer Proband aus der Situation befreien kann, habt ihr aus meiner Sicht einfach nicht gut genug, vermutlich vor allem nicht koordiniert genug, angegriffen. Er DARF schlichtweg keine Chance haben. Wenn er die hat, ist es im Gegenteil eine Demütigung für euch.

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... Das Gemeine ist, dass wir in der Situation auch noch Kontrolle vom Prüfling verlangen, d.h. einfaches "ausrasten" wird ihm nicht weiterhelfen.
Aus meiner Sicht müsstest du (theoretisch) audrücklich zulassen, dass der Angegriffene eben nicht kontrolliert agiert, sondern mit allem was er hat, die "Typen" killen will. Das heißt, das Weiße in den Augen hat, einen wirren Blick und brüllt wie ein Berserker. Dann wird´s eventuell auch für die Angreifer interessant, wenn sie einem irrsinnigen Derwisch gegenüberstehen, dem alles egal ist. Und dann sieht, denke ich, der Angegriffene wirklich, wie er reagiert. Geht aber natürlich nicht.

Aber abseits dessen: was hat der Prüfling denn nun davon bzw. was nimmt er an Positivem mit, sollte er tatsächlich Angst, Demütigung und Hilflosigkeit erfahren haben? Lernt er dadurch besser kämpfen? Wird er abgebrühter? Ich kann da - als Außenstehender - nichts erkennen.