Hallo zusammen,
letztlich wurde schon von allem etwas gesagt...
deshalb nur ein paar Gedanken, die mir zu den unterschiedlichen Meinungen einfallen...
Als ich vor Jahren Tai Chi, neben Wushu, zu entdecken begann war ich immer auf der Suche nach dem "richtigen" Tai Chi dem "ursprünglichen", "authentischen"...womit ich "Superkräfte" erlange
Und alles was irgendwie anders aussah als die Großmeister gemacht haben, oder wie ich es gelernt habe, war für mich nicht richtig...
Wichtig war aber erstmal überhaupt anzufangen.
Wenn bei 10 Lehrer lernt, die nicht beim gleichen Lehrer oder auch Meister gelernt haben, so wird man Tai Chi aus 10 verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen und von jedem kann man etwas lernen...von jedem Schüler kann man etwas lernen...
Will man Tai Chi als ursprüngliche Kampfkunst erlernen so bedeutet dies richtig hartes Training (Yang) und erst später kommt mehr der Aspekt der Meditation hinzu (Yin), da Yin und Yang sich jedoch ständig wandeln und nach der Harmonie gestrebt wird, dürfte es egal sein auf welcher Seite man anfängt bloß irgendwo muss man erstmal anfangen...
Was bringt es mir heutzutage, wenn ich den ganzen Tag unter Stress stehe mich abends nur auszupowern und abzureagieren? Sicher, für den Moment ist das Toll Adrenalin und Endorphine fließen... aber am nächsten Morgen geht alles von vorn los. In meinen Augen ist es sinniger mehr Micromanagement zu betreiben und dies beginnt immer in der Auseinandersetzung mit sich selbst und nicht mit anderen... morgens mal bewusst aufwachen und atmen, im Körper ankommen, ihn spüren und dankbar für den neuen Tag zu sein, neugierig was man heute wieder lernen darf und Gedanken sollten anfangen mit ich will nicht mit ich muss...
Ergo, die Zeiten haben sich gewandelt, Tai Chi hat sich gewandelt, alles ist ständig in Wandlung. wenn nicht jemand Tai Chi anderen Personen auch außerhalb der "Familie" zugänglich gemacht und den Bedürfnissen angepasst hätte (z.B. Yang Chengfu) dann würde es hier keine Diskussion geben, denn niemand von uns würde auch nur etwas von Tai Chi gehört haben
Unsere "Gegner" heute sind andere als noch vor 100 oder mehr Jahren.
Und deshalb ist es nur logisch, dass sich Tai Chi gewandelt hat und weiterhin wandelt.
Wie pilger schon sagte, ein Hoch auf die Vielfalt!
Ich bin mir sicher, dass Tai Chi heute in manchen Bereichen/Aspekten sogar "effektiver" unterrichtet wird, als es damals der Fall war.
Aber hey jedem seinen Blickwinkel und seine Meinung
Ist Tai Chi (eigentlich ja Taijiquan)
Kampfkunst ja
Meditation ja
Gesundheitsübung ja
Alles zusammen ja!
Je nach Blickwinkel des Lehrers und des Schülers wird eben einer dieser Aspekte hervorgehoben.
Wie gesagt ich war früher auch ganz anderer Meinung.
Was auffällt ist, soweit man es erkennen kann, die unterschiedlichen Meinungen scheinen oft mit dem Alter zusammenzuhängen.
Viele Grüße
René





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