Verhalten lässt sich m.M.n. nicht in "natürlich" und "unnatürlich" differenzieren, sondern nur in motiviertes und nicht-motiviertes Verhalten, da Verhalten lediglich eine Reaktion auf Umweltreize, also die beobachtbare Folge einer Situation darstellt. Und die sind derbe unterschiedlich, weil jeder Mensch über vollkommen verschiedene Motivkomplexe verfügt, die zumindest sein motiviertes Verhalten determinieren. Gerade deshalb ist dieses aber eben auch natürlich, weil Verhalten die Reaktion auf die Verknüpfung von Reiz und Motiv zeigt, die bei einem bestimmten Motivkomplex vorliegt.

Daher ist Radfahren ein genauso natürliches Verhalten als Reaktion auf Anreize in Verbindung mit vorhanden Motivkomplex wie das Gehen. Es gibt bestenfalls ungewöhnliche Anreize oder abnormale Motivkomplexe. Die Reaktion darauf, das Verhalten, ist jedoch immer natürlich und dabei ist es egal, ob es sich um einen Instinkt handelt (der sich im Reflex als Bewegung im unmotiviertes Verhalten zeigt) oder um eine Reiz-Motiv-Reaktion.

Wenn also das Motiv "ängstlich" nur gering ausgeprägt ist, wird auch die geringe ausgeprägte Motivation "Angst" das Verhalten nur im geringen Maße, als Reaktion auf den Anreiz, beeinflussen und das auf vollkommen natürliche Art und Weise.

Man kann jedoch (versuchen) systemisch interagierende Motive auszurichten, indem durch situative Gegebenheiten Interesse derart geweckt wird, als das der Gegenstand der Situation aufbereitet oder anders darstellt wird (künstlich Anreize zu schaffen, die in der normalen Umwelt nur selten vorkommen), um gewünschtes Verhalten zu erhalten. Das versucht im Prinzip JEDE KK/KS/SV .... und jeder Schullehrer Unnatürlich ist das Verhalten trotzdem nicht, nur die Situation ist künstlich erzeugt, was nicht heisst, dass die Situation deshalb nicht natürlich vorkommt. Und es heisst auch nicht, dass gleiches Verhalten einfach angenommen werden kann, denn die Ausrichtung von Motivkomplexen heisst nicht, dass gleiches Verhalten erzeugt wird. Weder haben alle Schüler bei gleicher Situation in Mathe eine 1 noch beherrschen alle Kampfkünstler ihre KK. Die Motive sind nun mal, für gleiches Verhalten, nicht nur auszurichten, sondern auch in ihrer Ausprägung anzugleichen ... und Letzteres ist, selbst bei Zwillingen, (noch) unmöglich.

Vllt. sollte man sich hier auf die Terminologie "normales" und "abnormales" Verhalten, also von der Norm abweichendes Verhalten, einigen. Das macht irgendwie mehr Sinn und der Typ mit dem Baseballschläger im Gesicht zeigt abnomales Verhalten, weil die Mehrheit sich schützt, er jedoch nicht. Auch hier kann man nur interpretieren, dass sein Instinkte nicht ausgeprägt sind und/oder seine Reflexe oder seine Motive. Ich tippe mal auf die Reflexe