Oder gleich ein Taxi nehmen und nach Hause...wie ein Kollege von mir letzten Sommer.
Der wartete an einer U-Bahn-Station als zwei offensichtlich alkoholisierte Gestalten mittleren Alters sich zu ihm gesellen. Es war relativ spät und schon dunkel...
Der eine fängt das Pöbeln an und fragt, was mein Kollege denn so in seinem Rucksack hat und ob er da nicht mal reinschauen könnte.
Er durfte natürlich nicht, was ihn dann dazu verleitet hat, meinen Kollegen am Rucksack von hinten festzuhalten, während der andere mit erhobener Faust auf meinen Kollegen zu stürmt.
Der packt reflexartig einen Yoko Geri in die kurze Rippe aus und während sich der eine vor Schmerz windet und der andere wohl reichlich verwirrt dasteht, macht sich mein Kollege aus dem Staub und schnappt sich direkt an der Station ein Taxi nach Hause.
Er meinte später, dass er ziemlich aufgeregt war und nicht einschätzen könnte, wie die Situation ausgegangen wäre, wenn es zu einer Eskalation gekommen wäre. Vermutlich waren die zwei zu angetrunken, aber das macht es ja oft gerade dann gefährlich. Er hatte jedenfalls tagelang diese Gedanken im Kopf und denkt auch heute noch an Haltestellen oder ähnlichen Situationen daran.
Die Anekdote bei dieser Geschichte: Mein Kollege hatte auf seinem Rucksack groß und breit den Namen seiner Kampfkunst (ja, in lesbarer Schrift) und seiner Schule aufgestickt. Er kam gerade vom Training...war wohl zu dunkel für die beiden

Das zeigt mir aber auch, dass die meisten von uns (und da schließe ich mich auch ein) nie als "echte" Kämpfer auftreten werden. Unsere Kampfkunst ist zwar potentiell sehr gefährlich, aber wir sind ja schließlich keine Killer...
Ein Rest an Hemmschwelle ist wohl immer vorhanden...