Wie um alles in der Welt verteidigt sich eine unbewaffnete junge Frau gegen eine Gruppe von Männern (Kampfsportler), die mit Ketten, Knüppeln und Maglites auf sie einprügeln -nachts in einem Wald- und "teilt dabei noch gut aus"?
Normalerweise würde ich ja sagen, kein Problem, wenn die Kerle sich zurückhalten und den Angriff mehr oder weniger nur "simulieren".
Da aber nach deiner Aussage bei diesen Prüfungen Rippen eingeschlagen und Knochen gebrochen werden, klingt das aber auch nicht sehr plausibel.
Aber vergessen wir mal so "technische Details" und unterstellen, dass die von dir beabsichtigte Grenzerfahrung für den Prüfling (ich bleibe jetzt einfach mal bei der jungen Frau) positive Nachwirkungen hat.
Du sorgst für ein entsprechendes Ambiente, dunkler Wald, und ein paar Kumpels spielen die bösen Angreifer mit Ketten, Knüppeln usw. Die Angreifer schlagen nun nicht einfach drauf (was die Prüfung einfach sofort beenden würde), sondern passen ihre Angriffe dem aktuellen Kampf der Frau an, mit dem Ziel, sie langsam niederzukämpfen. (Gewinnen kann und soll sie ja nicht)
Das heißt, die Frau kommt aufgrund der Demütigungen, Erniedrigungen und des Kampfes mit den Männern irgendwann mal zu dem Punkt, wo sie sich aufgibt - dort, wo vermutlich die "Grenzerfahrung" beginnt oder beginnen soll.
Nur, warum bricht sie da nicht die Prüfung ab? Spätestens zu diesem Punkt, wo sie sich selbst aufgibt, würde sie doch erst recht die Prüfung aufgeben? Die einzig logische Erklärung wäre, dass sie es nicht darf.
Denn diese Tür zu dieser "Grenzerfahrung" wäre nur unter Zwang erreichbar.
Ok. Die Frau wurde besiegt und fertig gemacht (ein durchaus vorhersehbares Ergebnis bei der Überzahl und Waffenverteilung) und ist nun aktuell ein Häufchen Elend.
Und dann? Gehen alle nochmal aufs Klo und dann nach Hause? Soll sie dann nochmal kämpfen ... und Überraschung ... die Jungs lassen sie dann gewinnen und ab diesen Zeitpunkt hält sie sich für unbesiegbar? Wo soll da ein Sinn sein?
Andere Frage.
Du sagst, dass die "Prüfer" alle sehr genau aufpassen, dass der Frau nichts passiert, dass ihr sogar Freunde aus dem Dojo seid, euch kennt. Sie geht also mit euch letztendlich in den dunklen Wald, weil sie euch kennt, euch vertraut.
Ist aber damit nicht von Anfang an dein "Experiment" unter dem Ziel einer Grenzerfahrung durch einen möglichst realen Kampf, reale Gewalt zum Scheitern verurteilt?
Niemals wird die Situation doch mit einem echten Angriff auch nur ansatzweise vergleichbar sein. Euch vertraut die Frau, sie weiss, dass ihr nichts passieren wird. Niemand wird sie ernsthaft verletzen, niemand wird sie vergewaltigen, niemand töten.
Und sie hat die Situation unter Kontrolle, kann jederzeit nach deiner Aussage abbrechen.
Wozu also der Aufwand? Da könnt ihr doch gleich zu Hause im Dojo bleiben. Da ist es sogar noch hell, warm und trocken.
Und besiegen könnt ihr die Frau auch dort. Sogar beim normalen Training.
Tut mir leid, selbst wenn ich mir Mühe gebe... die von dir beschriebenen Prüfungen ergeben so keinen Sinn.
Ich bleibe dabei:
Diese Prüfungen sind vorgeschoben. Sie sind ein Spiel mit der Macht. Für die "Prüfer".
Diese genießen dabei ihre Macht über das Opfer, die Erniedrigung, die Demütigungen, die sie ihm zufügen.
Vergleichbar einem Initialisierungsritus, wo die Neuen gequält und misshandelt werden. Vergleichbar SM-Spielen.
Nur eben bei euch als "Prüfung" verpackt.
Das ist in meinen Augen das einzig nachvollziehbare Ergebnis und die einzig nachvollziehbare Motivation.





