Hi
Ich kannte den Mann bisher nicht.
Ich sitze bei diesen ganzen Chisao-Videos mittlerweile auch fast nur noch
kopfschüttelnd vor dem Rechner. Kann und will da jetzt auch gar nicht so
in die Tiefe gehen wie Du, möchte aber sagen, dass ich mich immer weiter
davon distanziere. Hab zwar selbst diese Woche mal wieder ein bißchen
gekurbelt, es dann nach ein paar Minuten auch wieder gut sein lassen, weil
ich es immer befremdlicher finde. Es trainiert ein bißchen die Reflexe und so -
ok. Aber die kann man bestimmt auch anders trainieren.
Was ich im Speziellen immer abstoßender finde - sobald es kompetitiv wird,
wird es hart, blockierend und bricht völlig zusammen. Das stelle ich bei mir
fest und das ist überall, auch bei den Meistern, zu sehen.
Überall! Tassos vs Lun Kai, Obasi vs wen auch immer, Danny Horgan vs ..., etc.
Nun kann man mir wieder widersprechen und mir sagen, dass Chisao ja gar
nicht kompetitiv geübt werden soll. Ja, das habe ich auch schon seit längerer
Zeit verstanden. Das Problem ist - es steht damit halt im völligen Gegensatz
zu dem, was Kampf eigentlich ist. Konträrer und kompetitiver als Kampf geht
es gar nicht. Kampf ist immer hart, angespannt und verkrampft und ich habe
das Gefühl, dass man sich mit dieser Übung ein falsches Verhaltensmuster
einschleift. Wo man merkt, dass man ein bißchen davon profitieren kann, ist
das Grappling - aber warum dann nicht lieber gleich vernünftiges und kompetitives
Grappling üben?
Kompetitiv ist das Stichwort.
Warum sollte ich meine Trainingszeit mit kooperativem, abstraktem Theorie-
kram füllen, dessen Wert seit Jahrzehnten umstritten ist, wenn ich in der Zeit
bewärte Techniken und Verhalten, deren Wert seit Ewigkeiten völlig außer
Zweifel steht, mit meinen Trainingspartnern völlig unkooperativ, also kämpferisch,
üben kann?
_





Mit Zitat antworten