Nachdem ich nun fast alles gelesen habe bin ich tatsächlich mehr als erstaunt über soviel Offenheit und Ehrlichkeit bei den schreibenden Beteiligten.
Mir erging es wohl wie so vielen von uns jungen Kerlen: In der Schule gehänselt, der liebe Herr Vater zwar eine Ausgeburt an Autorität, dem Sohnemann aber mal zeigen, was ein linker Haken ist und wohin man tritt, damits weh tut, das blieb natürlich aus. Man solle sich auf die "Macht des Wortes" verlassen. Nun denn, damit war ich dann auch verlassen. Ok, es war nie wirklich wild und dramatisch, psychisch hinterlässt es trotzdem Spuren. In den 80ern gab es noch keine Prügeleien unter Jugendlichen bis zur Bewußtlosigkeit, man ließ vom "Gegner" ab, wenn der zu Boden ging oder hinfiel oder dem- oder derjenigen die Tränen kamen. Heute ist das wohl etwas anders...
Später gab es dann noch den lieben Onkel, der da ein wenig "bi" war und um dem ganzen die Krönung aufzusetzen den Herrn Papa, der, wie ich Jahrzehnte später erfuhr, was mit meiner Stiefschwester hatte. Der Schock saß und sitzt tief, es durchströmen einen nicht nur Wutgedanken...
Dazwischen gab es noch einen Überfall von 2 Skins (die das am Ende des Tages mit 4 Wochen KzH "bezahlen" durften) der dann die liebe Nase zum 2. mal brach. Und dann reichte es auch. Ich fing an mit Jiu Jitsu, dann Taekwondo und WT und mache heute T.S.D. bei einem Münchner und habe damit mein für mich perfektes Konzept gefunden. Seit Beginn des Trainings hatte ich nicht mehr eine einzige prekäre Situation. Ich war noch nie auf Streit aus, noch nie jemand der Gewalt bevorzugt hatte (war zur Zeit des 1. Golfkriegs bei der BW in MUC stationiert, war nicht sonderlich lustig mit 9 Monaten Natoalarm) trotz dieser Erfahrungen und auch meiner realen Erfahrungen mit Ausbildungen an scharfen Schußwaffen & co.
Gefallen lassen würde ich mir heute allerdings nichts mehr, der- oder diejenigen würden diesen Spaß heute teuer bezahlen müssen. Bevor es jedoch dazu komen würde, verschwinde ich lieber oder aber deeskaliere bereits, bevor eine provokante Stimmung überhaupt entstehen kann. Den ruhigen und sachlichen Kopf hatte ich als Kind schon. Heute, über 30 Jahre später hilft die Lebenserfahung, dieses auch entsprechend mit anderen Fähigkeiten einzusetzen. Dazu gehört auch, das ich im Nachtleben mit dem Auto unterwegs bin und nicht per U-Bahn oder ähnlichem. Situaltional Awareness heißt mein Zauberwort, die eigene Intuition aber auch das Verlassen auf die eigenen Fähigkeiten in punkto SV.
So, das hat gut getan und ich wünsche allen Menschen hier, gleich ob Männlein, Weiblein, jung oder alt (oder mittel?), das der Weg, das "Do" uns hilft, die schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten und dafür zu sorgen, dass uns das nie wieder widerfährt! Und auch nicht anderen in unserer Nähe.




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