Gegenwehrverhalten
In der internen Studie des PP Bielefelds haben sich die Frauen zu 60 %, in der Studie der Po-lizeidirektion Hannover zu 67 % und in der vorliegenden Studie zu 86 % (897 von 1042 Frau-en) gewehrt.
Der Abbruch der Tat nach geleisteter Gegenwehr unterscheidet sich in den ein-zelnen Studien: Interne Studie des PP Bielefeld: 85% Studie der Polizeidirektion Hannover: 72% Aktuelle Studie: 52%.
Als Grund für den Rückgang der Tatabbrüche trotz Gegenwehr ist in erster Linie der stetig ansteigende Anteil der statistisch erfassten Bezieh ungstaten zu nennen. Der hohe Anteil er- folgreich geleisteter Gegenwehr lag auch bei der „I nternen Studie Bielefeld“ in der Regel bei den Fremdtätern.
Am erfolgreichsten waren verschiedene Kombinationen von Gegenwehr und der frühe Zeit- punkt ihrer Anwendung.
49% führten zum Abbruch, wen n schon zu Beginn der Tat Gegen-
wehr geleistet wurde. Bei fremden Tätern waren soga r 77% Tatabbrüche zu verzeichnen, bei bekannten Tätern 37% nach frühzeitig geleisteter Ge genwehr. Von den 299 Frauen, die im sogenannten öffentlichen Raum durch fremde Täter angegriffen wurden, wehrten sich 91% (271 Frauen). Erfolgreich von diesen haben sich 80% (216 Taten wurden abgebrochen) gewehrt. Bei Beziehungstaten dagegen führte in etwa ¾ aller Fälle Gegenwehr nicht zum Abbruch. Bei den flüchtigen Vorbeziehungen gab es eine etwa hälf tige Aufteilung zwischen Abbruch/kein Abbruch in allen Altersgruppen.
Bei Fremdtätern steigt der Anteil der erfolgreichen Gegenwehr mit zunehmendem Alter, 14 – 17 Jahre = 68 %, über 46 Jahre = 91 %.
Fazit: Je „fremder“ der Täter war, desto eher und s tärker leisteten die Frauen Gegen- wehr und desto häufiger wurde die Tat abgebrochen .