Zitat Zitat von Pharao Beitrag anzeigen
Richtig man fühlt sich verurteilt.
Du fühlst Dich verurteilt?
Wozu?
Von wem?
Als kleines Kind meint man eventuell, Lehrer wären sehr klug und wissend ...
Nun bist Du wohl recht schnell zu Deinem persönlichen Urteil gelangt, dass die Notengebung ungerecht sei?
Genauso wie Du die Verurteilung zur Hauptschule als falsch empfandest, da Du mit der Meinung der Lehrer und/oder der Eltern nicht übereinstimmtest?
Je nachdem, aus welcher sozialen Schicht Du stammst, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Du damit recht hast.
Schließlich hat in Deutschland die soziale Herkunft im internationalen Vergleichen einen höheren Einfluss auf den später erreichten Bildungsgrad.


Nach einer Studie der Universität Mainz werden Kinder aus Unterschichtshaushalten durch Lehrerempfehlungen diskriminiert. Betrachtete man nur die Kinder mit Durchschnittsnote 2,0, dann bekommen die Kinder aus der niedrigsten Bildungs- und Einkommensgruppe nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent eine Gymnasialempfehlung. Bei den Kindern aus der Oberschicht bekommen hingegen 97 Prozent die Empfehlung für das Gymnasium.[16] Bei schlechteren Notendurchschnitten würden die Unterschiede noch sehr viel deutlicher werden: "So divergieren die Wahrscheinlichkeiten einer Gymnasialempfehlung bei Durchschnittsnote 2,5 zwischen 19,5 Prozent und 70 Prozent, je nach dem, ob das Kind der niedrigsten oder der höchsten Sozialschicht zugehört."[17]

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrerempfehlung

Syron hat ja unfreiwillig Beispiele für derartige Fehlentscheidungen geliefert, indem er Beispiele dafür anführte, dass auch Hauptschüler auf's Gymnasium wechseln können und dort noch Anschluss finden.
Inwieweit das auf Dich zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Der 'Umkehrschluss', dass alle Urteile falsch seien, ist allerdings mit größerer Wahrscheinlichkeit falsch.
Auf jeden Fall warst Du einer Institution ausgesetzt, die über Dich Urteile sprach, gegen die Du damals nix machen konntest.
Darauf kann man wahrscheinlich unterschiedlich reagieren, die Möglichkeiten dazu hängen von der konkreten Situation ab.

Mir fallen z.B. ein:

1.) Die Nichtanerkennung des Gerichts durch Leistungsverweigerung ausdrücken.
2.) das Urteil des Gericht annehmen, zu den Akten legen und schauen, was es weiter zu tun gibt.
3.) Versuchen, dem Gericht/der Welt durch gute Leistungen/Erfolg sein Fehlurteil zu beweisen.
4.)...?


Durch eine Oase ging ein finsterer Mann, Ben Sadok. Er war so gallig in seinem Charakter, dass er nichts Gutes und Schönes sehen konnte, ohne es zu verderben. Am Rande der Oase stand eine junge Palme. Sie war schön gewachsen. Das ärgerte Ben Sadok. Darum nahm er einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die Krone. Mit einem bösen
Lachen ging er fort. Die Palme schüttelte sich und bog sich und versuchte, die Last abzuwerfen. Doch vergebens. Zu fest saß der Stein in ihrer Krone. Da krallte sich die Palme fest in den Boden, schickte ihre Wurzeln so tief in die Erde, dass sie die verborgenen Wasseradern in der Oase erreichten, wuchs empor und stemmte dabei mit aller Kraft den schweren Stein hoch und höher,
bis die Krone mit den großen Palmenfächern über jeden Schatte hinausreichte. Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut aus der Höhe halfen dem jungen Baum, trotz seiner schweren Last eine königliche Palme zu werden. Nach vielen Jahren kam Ben Sadok wieder. Schadenfroh wollte er den verkrüppelten Baum sehen, den er, wie er meinte, verdorben hatte. Er suchte ihn, aber er
fand ihn nicht. Da senkte die stolzeste und höchste aller Palmen ihre Krone, zeigte ihm den Stein und sagte: Ich danke dir, Ben Sadok. Deine Last hat mich stark gemacht.