Aber genau da wird es ja spannend. Früher waren Tote und tödliche Auseinandersetzungen jetzt ja nicht so unüblich und nach einer gewissen Zeit "unter Waffen" hatte man genug "praktische Anatomieerfahrung"um grundlegende Waffenwirkungen zu verstehen. Wenn solche Leute später selber ausbildeten, dann wußten sie wie es aussieht wenn man die Halsschlagader durchtrennt und das es besser ist sich dann wegzudrehen weil 3-5 Meter Blutfontänen unschön sind. Grundlegende Kenntnisse von Schnittführungen am Bauch hatte man dann ja auch (wenn man jetzt mal von weniger gerüsteten Leuten ausgeht). Den rausquillenden Darm greifen um den Gegner zu bewegen? Warum nicht, wenn man weiß wie schnell Darmschlingen rausquillenden wenn das Peritoneum eröffnet ist, dann liegt das nahe.
Ohne grundlegende Anatomiekenntnisse kann man doch nicht verstehen wie Schnittführungen gehen, wie Druck vom Handgelenk ausgeübt werden muss und gegen welchen Knochen/Strukturen um bestimmte Effekte zu erreichen. Ich bin mir sicher dass die Leute früher so etwas durch praktische Anwendung wußten, da sie es oft genug gesehen haben/mußten.
Gibt es nicht ein paar Forscher/HEMA-Enthusiasten, die sich mit Gerichtsmedizinern/Ärzten zusammensetzen um zu überlegen was wie Sinn macht, wenn man schon keinen Zugang zu einer lebendigen Tradition hat?
Bücher sind meistens ja nur Gedächtnisstützen, solche Dinge sind ja auch nur schwer schriftlich, oder bildlich, festzuhalten. Wäre bestimmt eine spannende Forschung, allerdings wohl eher historisch wissenschaftlich als für einen "normalen" HEMA-Verein...
Grüße
Kanken






Mit Zitat antworten