An dieser Stelle auch ein Lob von mir für die tolle Zusammenfassung!

Zwei Quellen- bzw. Literaturfragen hätte ich aber:

Zitat Zitat von Pyriander Beitrag anzeigen
Jiu-Jitsu (Deutschland, 1906): Der deutsche Kaufmannssohn Erich Rahn lernte mutmaßlich von dem nach Deutschland gekommenen Japaner Katsukuma Higashi (ein Judoka des Kodokan Judo!) und eröffnete noch im selben Jahr (1906) im Alter von 21 Jahren in einem Hinterzimmer einer Kneipe in Berlin-Mitte die erste deutsche Jiu Jitsu-Schule, dabei fanden auch Ringergriffe, Boxschläge und Kraftanwendung Eingang in das Rahn-Jiu Jitsu. [1]

Damit beruht das Jiu-Jitsu von Erich Rahn eigentlich (genau wie übrigens auch das Brazilian Jiu-Jitsu) nicht auf Jūjutsu, sondern auf dem Kodokan Judo (welches selber wiederum sehr wohl als Fortführung des Jūjutsu gesehen werden kann). Wie erwähnt, wurde Kanos Judo von Dritten im Ausland eben auch als Jiu-Jitsu bezeichnet. (u.a. z.B. Volksbrockhaus von 1938). In welchem Ausmaß Rahn tatsächlich von Higashi gelernt hat, ist nicht belegt und bekannt, ihm wird u.a. vorgeworfen, er hätte die Techniken nicht von Higashi persönlich, sondern aus einem Buch von diesem erlernt. [2]
[1]: War mir zwar klar, aber schreibt Rahn das selbst irgendwo explizit? Ich kenne Quellen, in denen er angibt, aus dem System JJ eine deutsche KK gemacht zu haben, aber wo gibt er an, Boxen und Ringen integriert zu haben?

[2]: Das hört man zwar immer wieder, aber wer begründet wo und womit seine Zweifel daran, dass Rahn persönlich von Higashi gelernt hat? Gibt es Literatur dazu?

Vielen Dank im Vorfeld!