@sojobo:
mir ist von verschiedenen zeitzeugen bestätigt worden, daß alfred rhode zunächst bei erich rahn trainierte.
rhode gründete 1922 den "1. deutschen jiu jitsu club frankfurt" (siehe dazu u.a. die chronik des judoclubs wiesbaden).
das hat rhode auch oft selbst erwähnt, wenn man bspw. den berichten meines (ehemaligen) judolehrers frank thiele glaubt (und warum sollte man das nicht?).
frank thiele und sein vater ferdinand thiele waren mit alfred rhode und gunji koizumi sowie mit kawaishi persönlich bekannt und mit ihnen befreundet.
ich halte daher die entsprechenden aussagen für sehr glaubwürdig.
zur trennung alfred rhodes von rahn kam es, nachdem die deutschen "jiu jitsu"-kämpfer im rahmen eines vergleichskampfes 1929 von den judoka des london budokwai verhauen wurden.
rhode wandte sich daraufhin dem judo zu.
dazu gibt es, soweit mir bekannt, keine schriftlich fixierten quellen.In welcher zeitgenössischen Quelle wird angegeben, dass Alfred Rhode ein Schüler Erich Rahns war? Wenn er sein Schüler war, wann, wo und wie lange war er das?
(Und in welchem persönlichen Verhältnis standen die beiden zueinander?)
alles, was ich dazu herausfinden konnte, stammt von zeitzeugen wie frank thiele, der sich seinerseits darauf verlassen mußte, daß sein vater ferdinand thiele sowie gunji koizumi wahrheitsgemäß über jene ereignisse berichteten, die vor frank thieles geburt geschahen.
bessere quellen hab ich nicht finden können.
leider gibt es auch für das, was in chroniken wie der des wiesbadener judoclubs geschrieben steht, keine zitierfähigen quellen, die mit wissenschaftlicher klarheit belegen könnten, wie das verhältnis rhode/rahn aussah und ab wann rhode bei rahn trainierte.
ich bezweifle, daß du diese quelle finden wirst.Da hat jeder von jedem abgeschrieben. Aber wo kommt das her? Ich suche die Quelle.
meiner meinung nach wurde von irgendwem irgendwann (späte 50er jahre, wenn ich mich richtig an das erinnere, was frank thiele, peter garber, kurt rödel und horst wolf mir erzählten) mal aufgeschrieben, was die zeitzeugen (also rhode selbst und einige andere) erzählten.
und seit es das internet gibt, hat sich das eben durch abpinseln verbreitet ...
nochmal: eine zitierfähige quelle wirst du dafür sicher nicht finden.
edit: es gab von anfang an viel mythischen klimbim um "das jiu jitsu". schuld daran war nicht zuletzt erich rahn.
allerdings strickten da auch andere eifrig mit, so z.b. wolfram werner und ago glucker, ganz zu schweigen von einigen österreichern ...
bedauerlicherweise halten sich die dümmsten "erklärungen" auch am hartnäckigsten ...
ich weiß nicht, der wievielte versuch das ist, ein wenig mehr licht in die verworrene historie der "deutschen adaption japanischer kk" zu bringen. ich bin mir jedoch sicher, daß es auch diesmal nicht viel nützen wird.
einige dinge wissen wir mit sicherheit, da wir sie mit zitierfähigen quellen belegen und das durch andere zitierfähige quellen stützen können. (quellenkritik scheint, nebenbei, nicht sehr beliebt zu sein in deutschen "jiu jitsu"-kreisen).
für andere dinge ergeben sich hohe wahrscheinlichkeiten, auch wenn der ultimative beweis fehlt.
wieder anderes können wir schlußfolgern, und dann gibt es da noch das riesengroße feld all der dinge, die wir NICHT wissen.
da können wir dann entweder spekulieren ODER zugeben, daß wir keine validen aussagen treffen können.
so siehts aus.
ich fürchte, das wird auch so bleiben ...
manches ist eben verlorengegangen und unwiederbringlich dahin.
man kann diese lücken mit konfabulation füllen - oder hinnehmen, daß sie mangels quellen nicht geschlossen werden können.




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