Ich hoffe, damit ist nicht gemeint, dass Männer nicht zuhören keinen (weil Jäger mit Bewegungsorientierung und nicht im sozialen Nahbereich) und Frauen nicht einparken können (weil im sozialen Nahbereich und nicht Jäger mit Bewegungsorientierung) oder dass es darum geht, mit mentalem Mumm bei Adrenalin abzudrücken a la G. Thompson...
Ich würde noch weiter gehen - bei unserer konzeptionellen Arbeiten sind in immer wiederkehrenden Anläufen folgende Fragen/Themen wichtig:
- Berücksichtigung von Stressreaktionen (je öfter ich gucke, desto mehr Fs gibt es![]()
- Gibt es weitere Stressreaktionen, die im weiteren Umfeld (vor oder nachgelagert?) von Selbstschutz bzw SV anschlussfähig sind, da Kampf, Flucht, Erstarren keineswegs ausreichende Optionen in komplexen Sozialsituationen sind? Was ist bspw. mit der eher geschlechterbezogene bzw. hormonell mit Oxytocin verankerten tend & befriend Reaktion?)
- Stressreaktionen sind evolutionsbiologisch eingebunden (aber dann bitte die Gefahr von "just so" Stories als Hommage an Rudyard Kipling zumindest benennen bzw. verschiedene Aushandlungsprozesse berücksichtigen und es nicht als unumstößliche Jäger-Höhlerin-Wahrheit-Story vortragen), aber auch personenspezifisch geprägt und Stresssituationen sind auch (amygdaloide) Lernsituationen: Was ist mit Grenzüberschreitungen, Evozierung von Traumatischem, Abbau von Schädigungshemmung bzw. Gefahren, die sich daraus ergeben (vgl. Russell (2014))?
- Wie gehe ich mit Bedrängt werden um, wenn die Beziehung zum Bedränger mir auch noch wichtig ist?
Der für mich und meinen Cheftrainer nach wie vor maßgebliche und m.E. zu selten explizit berücksichtigte Artikel ist immer noch der Einschub Hilarion Petzolds in Bloem/Moget/Petzold (2004: hier: 118ff.)
Schöne Grüße
Alex
Edit-PS: Zum Artikel...ich bin gestern auf einen anderen Artikel gestoßen und da kam m.E. das Deeskalieren als Kursschwerpunkt m.E. besser rüber: coolibri über Senshido Selbstschutz (und ich finde die Herangehensweise des Senshido für als unwichtig eingeschätzte Beziehungen in Bedrängungssituationen im zivilen Kontext durchaus solide; zumindest, was ich auf Seminaren mitnehmen durfte)






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