Hallo Mozi,
Das ist nicht der Punkt.Wieso weiß man die Anwendung nicht? Wurde denn die Anwendung von Funakoshi garnicht gelehrt???
1.) Das Karate, wie es heute betrieben wird, hat mit Funakoshis Karate nicht so viel zu tun. Das ist nicht wertend gemeint; es ist einfach so.
2.) Ich habe Kyohan, To-te Jitsu und Konsorten grade nicht zur Hand (mache gerade Mittagspause auf Arbeit), aber das Bunkai, dass Funakoshi in seinen Büchern zeigt, ist jetzt nicht so der Brüller.
3.) Uns selbst wenn er es gelehrt hat, heißt das nicht, dass auch bei uns ankommt.
Nochmal: Das Prüfungsprogramm stammt aus einer Zeit, als sehr häufig unter "Bunkai" noch "Genki" verstanden wurde. Und da wird's echt schwierig, bei Tekki was zu finden.
Nochmal, was Funakoshi gelehrt und nicht, ist für die Frage, was in Deutschland angekommen ist, nicht so richtig relevant.Jedenfalls würde ich nicht zu einem Lehrer gehen der nur Formen läuft ohne Anwendung, deswegen geh ich ja auch nicht zu soeinem "Tai Chi" Formenlauf Kursus. Wenn ich was für die Gesundheit will geh ich lieber zum Qigong oder Yoga.
Erlaube mir eine kleine Abschweifung:
Man trifft häufig die Meinung, dass gutes Karate unbedingt von den Japanern zu lernen ist, denn die haben es ja schließlich erfunden. Selbst wenn man das Geschichtliche außer Acht lässt, beinhaltet diese Meinung mehrere Trugschlüsse.
1.) Die haben Karate erfunden. Okay. Sind sie deshalb auch die Besten? Wer hat Fußball erfunden und sind die zur Zeit Weltmeister?
2.) Mal angenommen, die sind die Besten. Sind sie auch die besten Lehrer? Können die diesen komplizierten Stoff auch tatsächlich am besten vermitteln?
3.) Mal angenommen, sie sind die Besten und auch die besten Lehrer. WOLLEN die es auch vermitteln, so richtig in allen Details?
Ist das wirklich wichtig?Also was ist mit der Anwendung im Karate? Wurde das vermittelt und dann vergessen oder wurde das nicht vermittelt?
Ist es nicht entscheidend, dass DU mit dem was DIR vermittelt wird, etwas anfangen kannst? Ist es dazu zwingend notwendig, dass in einem fernen Land vor langer Zeit, das schon jemand gemacht hat?
In meinen Prüfungen bewerte ich das so: Wenn mir der Prüfling sein Bunkai demonstriert, beurteile ich danach, ob damit der Angriff eines größereren, stärkereren und entschlossenen Gegners überlebt werden kann.
Wenn ich das das Prüfling frage, schläft dann schon mal schnell das Gesicht ein.
Nachtrag: Ich mache das erst ab einem gewissen Alter/Graduierung.
Weil das der Kernpunkt ist.Weil alle immer nur von Interpretation sprechen..???
Bunkai ist eine INTERPRETATION von Abläufen/Symbolen. Diese muss zu DIR passen. Im Prinzip sollte also jeder sein eigenes Bunkai machen.
Grüße
SVen





), aber das Bunkai, dass Funakoshi in seinen Büchern zeigt, ist jetzt nicht so der Brüller.
Mit Zitat antworten