Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
@ Bong passiv und aktiv:

Zuerst muss man lernen "befreie dich von der eigenen Kraft". Sonst ist man wie einer, der im Auto gleichzeitig Gas gibt und bremst. Das Loslassen von einzelnen Muskelpartien ist etwas, das die wenigsten je kennen lernen und üben. Aber man braucht es im WT, drum gibt es Übungen wie das passive wegdrücken-lassen in den Bong.
Aus welcher Position heraus? Aus dem TanSao in den BongSao? Wenn Du das so tust, wie Du es hier beschreibst, wird es immer dazu führen, dass der BongSao nicht zustande kommt, ohne dass Du eine "rein kriegst". Der "passive" Bong entsteht NICHT durch Loslassen einzelner Muskelpartien, sondern durch AKTIVIERUNG anderer, zusätzlicher Muskelpartien, die das Lösen anderer Partien kompensieren. Das ist im Ergebnis zwar ein Nachgeben hinsichtlich der Bewegungsarbeit des Gegners, hinsichtlich des eigenen Verhaltens aber der Aufbau einer Bewegung, die im BongSao endet. Zwischen der Ausgangsposition und der Endposition BongSao MUSS zwingend eine Überführung stattfinden, die IMMER aktiv ist. Der "passive" Bong ist lediglich die "Vorstellung", nicht selbst Initiator zu sein, sondern die Bewegung des Angreifers "anzunehmen", nicht aber in dem Sinne, nachzugeben und so im Bong zu enden. "Vielleicht" wäre das möglich, wenn der Andere bewusst Deinen Bong beabsichtigt und seine Bewegung entsprechend so ausführt. Nur wäre das kein Angriff, sondern Tanz.


Erst wenn man das kann, und sich selbst nicht im Weg steht, kann man dann noch zusätzlich die eigene Kraft hinzugeben und zwar dort, wo sie am meisten bewirkt.
Die eigene Kraft hinzufügen heißt nicht Addition, sondern sie innerhalb der Bewegung zu nutzen. In diesem Fall ist die eigene Kraft dazu zwingend notwendig, den Übergang zwischen Ausgangsposition und Bong zu sichern. Und WENN das Gegenüber seine Kraft dabei Deine Zentrallinie nicht kreuzend ansteuert, kommt Bong überhaupt nicht zustande, sondern - entsprechend der gegnerischen Kraftrichtung und Armgeometrie - etwas ganz anderes.